Planungen der neuen Liga

Super League: Platz für Borussia Dortmund reserviert – Es gibt eine Frist für den BVB

Die Pläne der Super League wurden veröffentlicht. Die Fans sind schockiert. Borussia Dortmund will nicht, obwohl ein Platz für den BVB offenbar reserviert.

Dortmund – Die Ankündigung der Super League als Nacht-und-Nebel-Aktion hat ein gewaltiges Echo in den sozialen Medien ausgelöst. Die Mehrheit der deutschen Fußball-Fans ist empört über die Planungen der zwölf Gründungsmitglieder, die eigentlich 15 sein sollen. Denn die Macher der „Elite-Liga“ planen offenbar, neben Paris Saint-Germain aus Frankreich auch den FC Bayern München und Borussia Dortmund noch mit ins Boot zu holen.

WettbewerbThe Super League
AbkürzungTSL
Gründung2021
Erstaustragungvoraussichtlich August 2021

Das geht aus einem Bericht des Spiegel hervor. Demnach wollen die Organisatoren der neuen Liga „so schnell es geht“ dem FC Bayern, dem BVB und auch Paris Saint-Germain die Mitgliedschaft in der Liga anbieten. Die beiden deutschen Top-Vereine sollen 30 Tage Zeit haben, um der Super League beizutreten. Anschließend verfällt das Angebot, heißt es. Wie tz.de* berichtet, müssen Bayern München und Borussia Dortmund also schnell reagieren, sofern sie bei der Super League noch mit dabei sein wollen.

Super League: Borussia Dortmund und FC Bayern München dabei? Das sagen die Klub-Bosse

Doch was halten die beiden deutschen Vereine überhaupt von der Idee? Immerhin winkt dem FC Bayern München und Borussia Dortmund bei einer Teilnahme eine ganze Stange Geld. Nach Bild-Informationen soll die Startsumme für die Klubs in der Super League 3,525 Milliarden Euro betragen. Bei 20 Vereinen bedeutet das: Jeder Klub würde bei einer gerechten Aufteilung unmittelbar 175 Millionen Euro generieren.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hat die Pläne der Super League bereits kommentiert und gesagt, dass Borussia Dortmund nicht mitmachen werde, wenn eine Teilnahme zugleich einem Ausschluss von den nationalen Ligen gleichkommt. Und genau dieser Ausschluss droht den Super-League-Teilnehmern. Zwar sieht der Plan der Super League vor, dass die neue Liga die bestehenden nationalen Wettbewerbe nicht beeinflusst, jedoch haben Uefa und Fifa allen bei der Super League teilnehmenden Klubs mit einem Ausschluss von den etablierten Wettbewerben gedroht.

Karl-Heinz-Rummenigge, Vorstandschef beim FC Bayern München, hatte sich vor mehreren Jahren noch offen für das Konzept der Super League gezeigt, allerdings nie in Bezug auf einen Abgang des Rekordmeisters aus der Bundesliga. Inzwischen fallen seine Worte drastischer aus. „Wir sind zufrieden, Champions League zu spielen und vergessen nicht die Verantwortung, die wir gegenüber unseren Fans haben, die grundsätzlich gegen so eine Reform sind. Und wir spüren die Verantwortung gegenüber dem Fußball als Ganzes“, sagte Rummenigge der italienischen Zeitung Corriere della Sera.

Super League: Organisatoren wollen BVB und Bayern - Uefa berät Ausschluss der Elite-Liga-Teams

Offen bleibt, ob sich Borussia Dortmund und Bayern München, deren deckungsgleiche Ansichten BVB-Boss Watzke ja bereits hervorgehoben hat, umstimmen lassen, sofern eine Teilnahme in der Super League keinen Ausschluss der Teams bei der Bundesliga sowie der Champions League bedeutet. Der Ausgang in diesem Sachverhalt obliegt wohl ausschließlich der Uefa, die diesen Ausschluss derzeit berät.

Aktuell steht sogar zur Debatte, den FC Chelsea, Manchester City und Real Madrid aus dem laufenden Wettbewerb der Champions League zu verbannen. Am Freitag will das Exekutiv-Komitee des Verbands tagen und eine Entscheidung fällen. Dann würde sich auch die Frage stellen, wie die Königsklasse stattdessen zu Ende gebracht wird. Unter Umständen könnten in diesem Fall die bereits ausgeschiedenen FC Bayern und Borussia Dortmund sogar nachrücken - sofern sie das Super-League-Angebot weiterhin ausschlagen.

Bleiben der FC Bayern und der BVB hart, sieht es der unterschriebene Vertrag der Super-League-Macher vor, sich ein Ersatzgründungsmitglied zu suchen. Doch das wäre aus Prestige-Gründen für die neue Liga vielleicht weniger lukrativ. Schließlich wollen die Organisatoren unbedingt auch ein deutsches Team dabei haben. Und der SV Darmstadt hat ja bekanntlich auch schon abgelehnt. - *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/mok/seidel

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