Aus dem Trainingslager 

Stratege Weigl wieder im Lauftraining – ein „Meilenstein“

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Julian Weigl beim Mediengespräch in Bad Ragaz.

Bereits unter Ex-Trainer Thomas Tuchel war Julian Weigl unumstrittener Stammspieler. Doch unter Peter Bosz schlüpft der Regisseur in eine neue Rolle - und muss sich weiterentwickeln.

Bad Ragaz – Beim Medientermin kommt Julian Weigl mit einem breiten Grinsen auf den Lippen in den Presseraum im eleganten Fünf-Sterne-Hotel Grand Resort im malerischen Bad Ragaz. Seine ansteckend gute Laune war nicht ohne Grund: Der aktuell verletzte Mittelfeldspieler hat nach seiner Ende Mai erlittenen Sprunggelenksverletzung am Freitag mit den Lauftraining begonnen.

„Das war ein Meilenstein, darauf habe ich lange hingearbeitet“, so Weigl, der sich auf einem guten Weg sieht: „Die Reha verlief positiv und ohne Rückschläge. Ich bin aktuell im Plan. Beim Laufen baut sich die Muskulatur wieder auf. Ich hoffe, dass ich nach der Länderspielpause im September wieder ins Training einsteigen kann.“ 

Die Familie - ein wichtiger Anker

In der schwersten Zeit in den ersten Wochen nach der Verletzung waren seine Freundin und die Familie ein wichtiger Anker. „Der Zuspruch – auch der meiner Mitspieler – hat mir unglaublich gut getan. Sie sind ein großer Rückhalt für mich.“ Der Zeitpunkt war für Weigl äußerst ungünstig, denn gleich zwei Titel wären möglich gewesen. Zunächst verpasste er das erfolgreiche Finale um den DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt und anschließend musste er vorm Fernseher aus verfolgen, wie seine Nationalmannschaftskollegen den Confed Cup in die Höhe streckten. 

Dass der 21-Jährige bei der Mannschaft im Trainingslager ist, tut ihm sichtlich gut. „Ich bin froh hier zu sein, das vermittelt mir das Gefühl, dass ich ein Teil der Mannschaft bin“, berichtet er. Für Weigl sind es im Augenblick Kleinigkeiten, die ihm ein gutes Gefühl geben. „Beim Essen dabei zu sein, mit den Jungs auf dem Zimmer Playstation zu spielen ist fühlt sich gut an.“ 

Weigl will die Spielidee verstehen

Doch dass Weigl die mehr als 700 Kilometer lange Reise von Dortmund in den „Heimatort“ von Heidi auf sich nahm, hat nicht nur emotionale Gründe. Der „Sechser“ will die Vorstellung des neuen Trainers Peter Bosz aufsaugen und zumindest theoretisch verinnerlichen. „Wir haben schon miteinander gesprochen. Er sagte, ich schnell seine Spielidee kennenlernen soll. Deshalb bin ich auch bei den taktischen Sitzungen dabei“, sagt Weigl.

Guter Dinge nach schwerer Verletzung: Julian Weigl.

Der Stratege plauderte auch aus dem Nähkästchen, welche Vorstellungen Bosz hat. „Seine Philosophie ist es, hoch zu pressen und dem Gegner keine Ruhe lassen. Wir wollen nach einem Ballverlust den Ball möglichst schnell zurückerobern, werden deshalb mit allen Spielern aggressiv zu Werke gehen.“ 

Torjäger Weigl?

Für Weigl bedeutet das forsche Spiel, dass auch er weiter nach vorne rückt. Unter Tuchel begann seine Wirkungszone direkt vor den Abwehrspielern und er war der Regisseur des Dortmunder Spiels. Für die neue Position muss er sich noch den Killerinstinkt aneignen. Denn jetzt muss der Jungstar mit dem Zahnpasta-Lächeln auch den „tödlichen Pass“ spielen. Oder gar selbst treffen. „Da kann ja auch mal passieren“, so der lachende Weigl. Tore haben beim gebürtigen Oberbayern tatsächlich Seltenheitswert. In 94 Pflichspielen für den BVB steht gerade einmal ein Treffer in der Statistik.

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