Gefälschter Führerschein?

Reus: 540.000 Euro Strafe, aber nicht vorbestraft

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[Update, 15.00 Uhr] DORTMUND - Riesen-Ärger für Marco Reus! Der Star von Borussia Dortmund muss über eine halbe Million Euro Strafe für Fahren ohne Führerschein zahlen. Laut Medienberichten zeigte er einen gefälschten holländischen Führerschein vor.

Marco Reus muss 540.000 Euro Strafe wegen Fahrens ohne Führerschein zahlen. Allerdings gilt er deswegen nicht als vorbestraft. "Wer verurteilt worden ist zu nicht mehr als 90 Tagessätzen, der darf sich als unbestraft bezeichnen", sagte Oberstaatsanwältin Barbara Vogelsang am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Der Strafbefehl über 90 Tagessätze sei seit Mittwoch rechtskräftig, bestätigte die Staatsanwaltschaft Informationen der "Bild"-Zeitung. Der 25-jährige Reus hat den Strafbefehl nach Angaben der Anklagebehörde akzeptiert. Demnächst bekomme er die Rechnung.

Reus sei im März 2014 kontrolliert worden, berichtet der WDR. Dabei habe er den Beamten einen gefälschten holländischen Führerschein gezeigt. Das geht laut WDR aus dem Strafbefehl hervor. Die Staatsanwaltschaft Dortmund habe das weder bestätigen noch dementieren wollen, berichtet der öffentlich-rechtliche Rundfunksender.

Die Reaktionen des BVB

Borussia Dortmund hat mit Zurückhaltung auf die Schlagzeilen um Fußballprofi Marco Reus reagiert. "Wir haben mit Marco gesprochen. Er sieht seinen Fehler ein, spricht selbst von einer großen Dummheit", erklärte Sascha Fligge, Direktor Kommunikation beim Fußball-Bundesligisten.

"Er hat versprochen, dass so etwas nicht wieder vorkommt", sagte Fligge. "Weil wir Marco nicht nur als Sportler, sondern auch als Mensch sehr schätzen, sehen wir keinen Grund, an seinen Worten zu zweifeln." Ob Reus disziplinarische Maßnahmen seitens des Vereins zu erwarten hat, wurde nicht mitgeteilt.

Auch BVB-Trainer Jürgen Klopp hat "überrascht" auf das Fehlverhalten von Marco Reus reagiert, sich aber schützend vor den Fußball-Nationalspieler gestellt. "Er ist irgendwann in seinem Leben, um im Thema zu bleiben, falsch abgebogen als ganz junger Kerl", sagte der Trainer von Borussia Dortmund am Donnerstag. Er habe am Morgen mit Reus gesprochen und sei "auch überrascht gewesen", sagte Klopp. 

"Er ist maximal einsichtig", berichtete Klopp und sprach von einer "dummen Geschichte, bei der es keinen richtigen Ausweg gibt, bis man erwischt wird. Das ist er, das ist auch gut so, dafür kriegt er eine außergewöhnlich hohe Strafe, das ist dann auch in Ordnung." 

"Ich kenne Marco jetzt seit mehreren Jahren. Er ist mir nicht auffällig geworden als jemand, der häufiger am Rande der Legalität irgendwas macht", sagte Klopp. "Er ist ein ganz, ganz toller Kerl, der da einen Fehler gemacht hat, den er selber nicht mehr ausbügeln konnte." Hätte der BVB davon gewusst, hätte der Verein ihn natürlich beraten, betonte Klopp. "Das konnten wir nicht, weil wir es nicht wussten. Jetzt ziehen wir einen Strich drunter und es geht normal weiter", sagte der Dortmunder Coach.

Das ist passiert

Fußball-Nationalspieler Marco Reus muss wegen Fahrens ohne Führerschein 540.000 Euro Strafe zahlen. „Das war eine Dummheit“, sagte der Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund der „Bild“-Zeitung (Donnerstag).

Der Dortmunder Oberstaatsanwalt Henner Kruse bestätigte der Zeitung die Vorwürfe gegen Reus, der demnach zwischen September 2011 und März 2014 mindestens sechsmal vorsätzlich ohne Fahrerlaubnis mit dem Auto unterwegs gewesen sein soll.

90 Tagessätze

„Ihm ist deshalb ein Strafbefehl von 90 Tagessätzen in einer Gesamthöhe von 540.000 Euro zugestellt worden“, sagte Kruse der „Bild“. Reus hat dem Bericht zufolge nie eine Führerschein-Prüfung absolviert.

"Ich habe mich damals leider entschieden, diesen Weg zu gehen. Die Gründe kann ich heute selbst nicht mehr nachvollziehen", erklärte der 25-Jährige. Reus war offenbar im März von der Polizei für eine Kontrolle angehalten worden, dabei fiel den Beamten auf, dass er ohne Führerschein unterwegs war.

Bereits mehrfach geblitzt

Laut "Bild" war der Bundesliga-Profi in den vergangenen Jahren bereits mehrfach wegen überhöhter Geschwindigkeit geblitzt worden. "Ich habe meine Lehren daraus gezogen. So etwas passiert mir nie wieder", beteuerte Reus. Für den BVB-Star ist die Strafe ein weiterer Tiefpunkt im Jahr 2014, in dem er seinem Club mehrfach länger verletzt fehlte und zudem die Fußball-WM in Brasilien verpasste.

Reus wolle Strafbefehl akzeptieren

Das Bußgeld für Deutschlands Fußballer des Jahres 2012 berechnet sich anhand seines Einkommens. Bei den 90 Tagessätzen geht die Staatsanwaltschaft von einem Netto-Monatseinkommen von 180.000 Euro aus. Vorbestraft wäre Reus damit nicht. Er will den Strafbefehl nach Angaben der "Bild" sofort akzeptieren. "Heute weiß ich: Ich war in dieser Situation viel zu naiv", sagte Reus. Er will sich angeblich nun bei einer Fahrschule anmelden und möglichst bald seine Führerschein-Prüfung nachholen. - dpa

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