Borussia Dortmund

„Die können es ja, nur ...“: Sportpsychologe erklärt die großen Probleme beim BVB

Der Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist enorm bei Borussia Dortmund. Das liegt nicht an der Qualität beim BVB. Ein Sportpsychologe klärt auf.

Hamm - Über Titel wollte vor der Saison 2020/21 niemand sprechen bei Borussia Dortmund. Dennoch schielte der eine oder andere wohl im Geheimen auf die deutsche Meisterschaft. Zumindest im DFB-Pokal und der Champions League ist noch alles möglich für den BVB-Kader. Der Unterschied zwischen der sportlichen Qualität und dem, was Schwarz-Gelb aktuell daraus macht, es jedoch riesig. Ein Sportpsychologe klärt auf.

VereinBorussia Dortmund
CheftrainerEdin Terzic
StadionSignal-Iduna-Park (Dortmund)
Plätze81.365

BVB: „Die können es ja, nur ...“ - Sportpsychologe erklärt Dortmunds Probleme

Erling Haaland, Jadon Sancho, Giovanni Reyna, Marco Reus, Julian Brandt: Die Liste der Hochveranlagten bei Borussia Dortmund wird länger und länger. In der Bundesliga resultiert das aber aktuell nur mit Platz sechs - hinter Vereinen mit vermeintlich deutlich weniger individueller Klasse in den eigenen Reihen. Ausreden gibt es in Dortmund kaum, befinden sich neben den jungen Wilden doch gestandene Spieler wie Emre Can, Mats Hummels und Co. auf dem Rasen.

Doch warum ruft Borussia Dortmund sein Potenzial nicht konstant ab? „Viele Profi-Sportler bauen sich in solchen Situationen selbst Druck auf. Sie denken dann nur an ‚wir müssen, wir müssen‘. Dadurch gehen die spielerische Leichtigkeit und der Spaßfußball verloren“, analysiert Sportpsychologe Matthias Herzog im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten.

BVB: Sportpsychologe hebt mentale Probleme bei Borussia Dortmund hervor

Am Samstag trifft Borussia Dortmund auf die TSG Hoffenheim (15.30 Uhr/live im TV und Stream). Zwar ist es erst der 21. Bundesliga-Spieltag. Aus dem Kampf um die deutsche Meisterschaft hat sich der BVB allerdings schon verabschiedet. Der FC Bayern ist auf 16 Punkte davongeeilt. Auch, weil Schwarz-Gelb gegen vermeintlich Kleine der Liga schwächelte und Zähler gegen Mainz und Freiburg liegen ließ.

Borussia Dortmund verlor überraschend gegen den SC Freiburg.

Es ist ein ständiges Auf und Ab in Dortmund. Auch für Trainer Edin Terzic, bei dem spekuliert wird, dass er die Kontrolle in der Kabine verlieren könnte. Auf überzeugende Siege gegen Wolfsburg und Leipzig folgen schwache Auftritte gegen Gladbach und Leverkusen. „Mit jedem weiteren Misserfolg wird ihnen Selbstvertrauen entzogen“, so der Sportpsychologe Matthias Herzog.

BVB: „„Dann liegen sie zurück und wachen plötzlich auf, verkrampfen ...“

Die Rückschlage muss der BVB aber auch während der 90 Minuten einstecken. Verschossene Elfmeter wie gegen den FC Augsburg werden weggesteckt, Rückstände hingegen weniger, findet Herzog. „Dann liegen sie zurück und wachen plötzlich auf, verkrampfen aber und die klare Struktur fehlt. Das Gefühl ‚wir drehen das eh‘, wird ersetzt durch ‚wir müssen unbedingt gewinnen‘“, erklärt er die kontraproduktive Situation.

Dort hinaus zu kommen sei schwierig, aber nicht unmöglich - und schon gar nicht immer ein langer Weg. „Eine Situation reicht schon“, erklärt der Sportpsychologe. „Die können es ja, nur das reine Selbstvertrauen ist weg. Mit der Körpersprache kann man am schnellsten die Energie in die eine oder andere Richtung lenken. Es hört sich verrückt an: Aber die Gedanken gehen mit der Körpersprache“, so Herzog. Ein Sieg gegen Hoffenheim könnte viel bewirken vorausblickend auf die kommende Woche. Dann trifft der BVB im Achtelfinale der Champions League auf den FC Sevilla.

Rubriklistenbild: © Tom Weller/dpa

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