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Schürrles drastische Worte bei völliger Planlosigkeit

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Von: Martin Bytomski

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Hat die Missstände beim BVB mit deutlichen Worten angeprangert: André Schürrle.
Hat die Missstände beim BVB mit deutlichen Worten angeprangert: André Schürrle. © picture alliance / Matthias Balk

Mit drastischen Worten kritisiert BVB-Profi André Schürrle die Einstellung der Schwarz-Gelben in der Partie gegen Mainz. Außerdem weiß er, was sich beim Saisonfinale bessern muss.

Dortmund – André Schürrle hat genau hingesehen. Bis zur 56. Minute hatte er Zeit, das Treiben seiner Mannschaftskollegen von Borussia Dortmund in der Partie gegen den 1. FSV Mainz 05 (1:2) zu verfolgen. 

Dann erst wurde der Angreifer für den schwachen Christian Pulisic eingewechselt. Zwar stets bemüht, aber letztlich erfolglos mühte sich Schürrle, dem Dortmunder Spiel Schwung zu verschaffen. 

Mit dem (Teil-) Blick von Außen, fiel Schürrles Fazit nach der desolaten Leistung drastisch aus: „Jeder hat gesehen, woran es lag: Mainz hat mehr Herz und Leidenschaft gezeigt, war aggressiver in den Zweikämpfen. Dann ist es egal, gegen wen man spielt. Wenn man das nicht hat – und das hatten wir nicht – dann kannst du kein Bundesligaspiel gewinnen." 

Der Versuch einer Analyse

Nach der Generalkritik versuchte sich der Weltmeister an einer detaillierten Analyse, warum der BVB seine PS – mal wieder – nicht auf den Platz brachte. „Frühe Gegentore waren genau das Szenario, was schlecht für uns ist. Wir waren nicht mal richtig im Spiel drin, da stand es schon 0:1. Wir haben dann ein bisschen was versucht, dann stand es 0:2. Dann mussten wir wieder von vorne anfangen, waren noch verunsicherter.“ 

Ein weiterer Faktor seien die sogenannten zweiten Bälle gewesen, führt Schürrle weiter aus: „Die zweiten Bälle muss man antizipieren, da fehlte die Frische im Kopf. Das ist in unseren schlechten Spielen das Hauptproblem. Wir haben wenig Kontrolle, weil wir die zweiten Bälle herschenken und in Konter laufen.“ 

Die Geduld der Fans ist erschöpft

Eine Rolle hätten auch die Fans gespielt, meint Schürrle. Schon während der ersten Hälfte waren immer wieder Pfiffe zu hören, im zweiten Durchgang brach sich bisweilen sogar ein schallendes Pfeifkonzert bahn. „Die Ränge wurden unruhig, was uns in den Phasen überhaupt nicht hilft. Wir haben dann wieder zurück statt nach vorne gespielt.“

Immerhin: All zu laut dürften die schwarz-gelben Anhänger am Samstag nicht pfeifen, denn die Borussen müssen am Samstag (ab 15.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) zum Saisonfinale bei der TSG 1899 Hoffenheim ran und werden von rund 3000 Fans begleitet. 

Schürrle fordert Besinnung auf Grundtugenden

Für Schürrle wird es darauf ankommen, die Grundtugenden auf den Platz zu bringen: „Wir haben noch ein Spiel, da müssen wir richtig Gas geben und in den Zweikämpfen da sein. Dann können wir auch unsere Qualität ausspielen. Wenn das nicht da ist, nutzt alle Qualität – die wir zweifelsohne auf dem gesamten Platz haben – nichts.“ 

Sollten Schürrle und seine Mannschaft mindestens mit einem Zähler im Gepäck die Heimreise antreten, wäre zumindest die Qualifikation für die Champions League perfekt. Dann wird es Zeit für eine weitere Analyse. „Sachen drastisch zu verändern, ist extrem schwer. Es zieht sich durch die gesamte Saison“, sagt Schürrle. Klingt nach viel Arbeit.

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