Transferperiode beendet

BVB: Fünf-Millionen-Mann geht auf die Tribüne - doch die Fans sind nicht sauer auf ihn

Wohl kein Verein hat so eine teure Nummer drei wie der BVB. Torwart Roman Bürki bleibt in Dortmund - ohne Chance auf einen Platz im Kader. Doch die Fans sind nicht sauer auf Bürki.

Dortmund - Am Ende wäre der BVB seinen dritten Torwart fast noch los geworden. Roman Bürki hatte laut Informationen der Schweizer Zeitung Blick ein Angebot des FC Basel auf dem Tisch. Der Schweizer entschied sich aber gegen einen Wechsel in sein Heimatland. Der 30-Jährige bleibt bei Borussia Dortmund. Die Fans ärgern sich darüber - doch die meisten geben nicht etwa Bürki die Schuld an der Situation in Dortmund.

NameRoman Bürki
VereinBorussia Dortmund
AlterGeboren am 14. November 1990
PositionTorwart

Roman Bürki: Fünf Jahre Stammtorwart beim BVB

Innerhalb eines Jahres hat sich die Rolle von Roman Bürki beim BVB komplett gewandelt. Rückblick: Am 19. Juni verkündete Borussia Dortmund die Vertragsverlängerung mit dem Torwart aus der Schweiz. „Damit ist eine wichtige Position langfristig und exzellent besetzt“, wurde Sportdirektor Michael Zorc zitiert. Zu diesem Zeitpunkt hatte Bürki über 200 Pflichtspiele für den BVB absolviert. 2015 war der Schweizer vom SC Freiburg nach Dortmund gewechselt. Er wurde Nachfolger von Stammtorwart Roman Weidenfeller, mit dem der BVB zweimal Deutscher Meister geworden war.

Bis dahin war Bürki auch unumstritten die Nummer eins in Dortmund. Doch irgendetwas passierte im Herbst 2020, kurz nach der Vertragsverlängerung. Bürki war angeschlagen in die Saison gestartet und wurde von Ersatzmann Marwin Hitz vertreten. Doch selbst als Bürki wieder gesund war, ließ der damalige Cheftrainer Lucien Favre weiter Hitz spielen. Auf Nachfragen von Journalisten reagierte der workkarge Trainer genervt. Bürki kehrte Mitte Oktober ins Tor zurück.

Roman Bürki: Marwin Hitz verdrängt ihn im Tor des BVB

Doch im Januar 2021 sprang das Torwart-Karussell wieder an. Bürki hatte bei der 2:4-Auswärtsniederlage in Mönchengladbach unglücklich gespielt. Mittlerweile war Edin Terzic Trainer in Dortmund - und der stellte im folgenden Heimspiel gegen Arminia Bielefeld Marwin Hitz in die Stammelf. Hitz spielte bis kurz vor Saisonende durch und verletzte sich ausgerechnet vor dem Pokalfinale gegen RB Leipzig. Nun kehrte Bürki wieder zurück ins Tor und wurde mit dem BVB direkt Pokalsieger.

Im Sommer machte der Verein dann klar: Wir suchen eine neue Nummer eins. Der BVB verpflichtete Bürkis Landsmann Gregor Kobel aus Stuttgart. Roman Bürki wurde offenbar recht klargemacht, dass Kobel der neue Stammtorwart wird. Und genau so kam es: Kobel hat sich schon nach wenigen Spielen als Nummer eins etabliert und zeigt durchweg gute Leistungen. Auf der Bank sitzt Marwin Hitz - und auf der Tribüne Roman Bürki.

Roman Bürki: Fans des BVB sauer auf Entwicklung

In der Szene wird gemunkelt, Bürki verdiene rund fünf Millionen Euro im Jahr beim BVB. Damit gebe es kaum Vereine in Europa, die sich den Wechsel leisten können. Und so gab es während der Sommerpause auch keine reizvollen Angebote für Bürki, der mit 30 Jahren im besten Fußballalter ist. Ein Wechsel auf Leihbasis zum FC Basel sei laut Medieninformationen kurzfristig gescheitert.

Die BVB-Fans sind sauer - auf Twitter und Facebook sagen sie deutlich ihre Meinung. Aber nicht auf Roman Bürki, der sich offenbar lieber auf die Tribüne setzt als den Verein zu wechseln. Viele Fans werfen den BVB-Verantwortlichen eine Fehlplanung vor. „Fehler brauchste nicht bei Bürki suchen“, schreibt ein User bei Twitter. „Ist ein hausgemachtes Problem.“ Andere Fans stimmen zu: „Obgleich man auch hier gerne eine Schuld bei Zorc suchen darf. Vor allem wegen der Vertragsverlängerung zu diesen Bezügen. Unfassbar desolat.“ Viele Fans verstehen nicht, wie sich die Meinung der BVB-Bosse zu Bürki in so kurzer Zeit so grundlegend ändern konnte. Offenbar hatte der BVB auf einen Verkauf Bürkis gehofft und sich so verkalkuliert. Auch im Forum des BVB-Fanportals schwatzgelb.de haben viele Anhänger Verständnis für den Schweizer. So schreibt ein User: „Wenn ich fürs Trainieren, ohne Aussicht auf Spiele, auch 5 Mio bekommen würde, man, wäre das ein Träumchen (ehrlich gemeint).“

Auf der Torwartposition ist die Borussia nun viel zu stark besetzt. Auf anderen Positionen, wie zum Beispiel bei den Außenverteidigern, hat der BVB große Schwächen. Aber es fehlt das Geld für weitere Neueinkäufe. So bleibt der Wolfsburger Marin Pongračić der einzige Last-Minute-Wechsel des BVB. Einziger Abgang ist Mittelfeldspieler Thomas Delaney, der zum FC Sevilla gewechselt ist.

Rubriklistenbild: © Martin Meissner/dpa

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