Die Gelbe Wand

BVB-Ultras richten sich auf Südtribüne neu aus – und ehren einen Dortmund-Spieler besonders

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Die Südtribüne soll bei Heimspielen von Borussia Dortmund wieder mit mehr Leben gefüllt werden.

Die Fans von Borussia Dortmund auf der Südtribüne habe sich anders positioniert. Den Namen eines Spielers haben die BVB-Ultras dabei besonders oft gerufen.

Update vom 17. August, 17.47 Uhr: Borussia Dortmund hat im ersten Heimspiel der Saison den FC Augsburg abgeschossen. Für Nico Schulz war es das erste Bundesligaspiel mit der Gelben Wand im Rücken. Die Südtribüne hat viel Freude an seinem Nachnamen.

Immer wenn der Linksverteidiger am Ball war, riefen die BVB-Ultras seinen Namen, zogen dabei das "U" in die Länge. "Schuuuuuuuuulz", dröhnte es bei seinen Aktionen durch das Stadion. Der 5:1-Sieg gegen den FC Augsburg verstärkte dabei natürlich die positive Grundstimmung, auch dank einer starken Leistung von Jadon Sancho.

Und Schulz genießt offenbar das lange "U". "Es ehrt mich und es freut mich, wenn die Fans meinen Namen rufen. Ich versuche es mit Leistung zurückzuzahlen", sagte Schulz nach der Partie. Die Südtribüne hat den Neuzugang jedenfalls gut aufgenommen. 

Die Fans haben besondere Ehre einem ehemaligen Spieler schon vor Spielbeginn zukommen lassen. BVB-Legende Manni Burgmüller ist verstorben, es gab eine Schweigeminute – und die Südtribüne rollte ein großes Banner aus. Die Spieler hatten zudem einen Trauerflor am Arm.

Hat der BVB nicht mehr die besten Fans der Liga? Ultras fordern ein Umdenken

Dortmund – Die Südtribüne wird auch in der kommenden Spielzeit das Herzstück der Dortmunder Fankultur sein. BVB-Ultras wollen sich aber besser aufteilen und haben klare Pläne geäußert. "In wenigen Tagen startet die neue Bundesligasaison für unseren BVB mit dem Heimspiel gegen den FC Augsburg. Auf dem Rasen wird eine Mannschaft in Schwarz-Gelb zu sehen sein, die sich über die Sommerpause wieder auf einigen Positionen verändert hat. Auf der Südtribüne wird es sichtbare Veränderungen geben, über die wir Euch hiermit informieren wollen", teilt das Fanbündnis Südtribüne mit.

Die geplante Neuausrichtung ist begründet mit einem befürchteten Stimmungsabfall. "Noch stärker als in den vergangenen Jahren, hat uns die Stimmung im Westfalenstadion in der abgelaufenen Spielzeit beschäftigt. Während die Mannschaft bei Heimspielen häufig sehr gute Leistungen zeigte, lässt sich das von uns auf den Rängen leider nur in wenigen Fällen sagen. Insgesamt war die Heimspielstimmung wieder ein stetiges Auf und Ab", erklärt das Fanbündnis.

Fanbündnis Südtribüne fordert Umdenken – drei BVB-Ultragruppen positionieren sich neu

Um dem entgegenzuwirken, wird eine Neuausrichtung angestrebt. "Aus diesen Gründen haben die drei Ultràgruppen THE UNITY, DESPERADOS und JUBOS schon vor längerer Zeit damit begonnen, über strukturelle Veränderungen auf der Tribüne nachzudenken. Dabei ging es vor allem darum, wie der Stimmungskern im unteren Teil der Blöcke 12 und 13 wachsen und gestärkt werden kann", heißt es. Der klare Plan ist, die Gesänge auf der Südtribüne in die Breite zu ziehen.

Südtribüne Dortmund: Bei Heimspielen soll mehr Support für den BVB von den Seiten kommen

Das Fanbündnis Südtribüne meint damit: "Bislang sind die unteren Mundlöcher in den Blöcken 12 und 13, zwischen denen die Ultràgruppen ihren Standort haben, so etwas wie unsichtbare Wände: Gesänge verbreiten sich meistens nur nach oben in Richtung der 80er-Blöcke, während links und rechts kaum jemand in die Lieder einsteigt. Das wollen wir ändern und schon im unteren Teil der Südtribüne mehr Fans in die Gesänge einbeziehen. Deshalb werden wir ab dieser Saison den Stimmungskern verbreitern, zunächst über das untere Mundloch in Block 13 hinaus." Und: "Konkret bedeutet das, dass sich THE UNITY ab dem ersten Heimspiel auf beiden Seiten des Podests in den Blöcken 12 und 13 aufstellen wird. Die DESPERADOS und JUBOS werden gemeinsam in den Bereich zwischen dem Mundloch in Block 13 und dem Zaun zu Block 14 wechseln."

Fanbündnis Südtribüne stellt sich neu auf, Dialog im Dortmunder Stadion erwünscht

Dabei müsse aber wohl niemand um seinen angestammten Platz fürchten, vielmehr wolle man den Dialog suchen. "Weil die Situation anfangs auch für uns ungewohnt sein wird, hilft uns jede Rückmeldung zur neuen Positionierung. Nutzt dazu auch gerne den kurzen Dienstweg und kommt im Stadion auf uns zu, heißt es im Fanbündnis-Statement.

Die ersten Auswirkungen wird es wohl beim Heimspiel gegen den FC Augsburg (Anpfiff: Samstag, 15.30 Uhr/live im TV und bei uns im Live-Ticker) geben. Dortmund hat zwar schon zwei Pflichtspiele bestritten, den Supercup gegen den FC Bayern München boykottierten aber einige Fans, die erste Runde des DFB-Pokals fand auswärts in Düsseldorf statt. 

Der BVB gewann beide Spiele, letzteres gegen den KFC Uerdingen und Kevin Großkreutz mit 2:0 (0:0) – auch dank eines strittigen Treffers von Marco Reus. Schon während der Partie, deren Übertragung teilweise wegen eines Unwetters gestört war, sorgte zudem Cathy Hummels mit einem Post auf Instagram für verdutzte Antworten ihrer Fans.

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