Nach dem 34. Spieltag

Sahin legt schonungslos offen: "Wir hatten auch in der Kabine Probleme"

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Hat Klartext gesprochen: BVB-Profi Nuri Sahin.

Kein Blatt vor dem Mund genommen hat Dortmunds Mittelfeldspieler Nuri Sahin nach der 1:3-Niederlage bei der TSG Hoffenheim. Außerdem hat er sich zum schlechten Verhältnis zwischen Fans und Profis geäußert.

Sinsheim - Wer sich mit der verrückten Saison von Borussia Dortmund beschäftigt, landet zwangsläufig irgendwann in Augsburg. 2:1 hatte der BVB dort im September 2017 gewonnen, aus den ersten sieben Partien sechs Siege und ein Remis eingefahren sowie ein Polster von fünf Punkten auf den späteren Meister FC Bayern München aufgebaut. 

Doch schon in der erfolgreichsten Phase waren Mängel zu sehen. Der damalige Trainer Peter Bosz ließ im Hurra-Stil angreifen, die Verteidigung wackelte bedenklich. Bis zum Zusammenbruch benötigte es nur wenige Negativerlebnisse.

Borussia im Negativstrudel

Aus der dann folgenden Abwärtsspirale befreite sich die Borussia nicht mehr. Das fragile Gebilde schwang sich zwar immer mal wieder zu einzelnen guten Leistungen auf, doch die Konstanz stellte auch unter dem hastig aus Wien eingeflogenen Coach Peter Stöger nicht mehr ein. 

Es war offensichtlich: Die Team-Chemie stimmte nicht. Das gibt auch Nuri Sahin, der nach mehr als zehn Jahren beim BVB den Verein wie kaum ein Zweiter kennt, zu. „Wir hatten sehr viele Probleme, auch in der Kabine. Das muss man ganz ehrlich sagen“, so der 29-Jährige, der die Differenzen inzwischen aber für ausgeräumt hält. 

Sahins tiefgehende Analyse

Sahins Ursachenforschung ist nach dem Saisonabschluss bei der TSG Hoffenheim (1:3) vielschichtig: „Ein Trainerwechsel vor der Saison, ein Trainerwechsel in der Saison, ein streikender Spieler, der für uns sehr wichtig war. Das hat immer Energie gekostet. Wir konnten uns fast nicht in Ruhe auf unsere Spiele fokussieren“, resümiert der Mittelfeldspieler. 

BVB schafft es trotz finaler Pleite in Hoffenheim in die Königsklasse

Das aus den teils lustlosen Vorstellungen entstandene frostige Verhältnis zwischen Profis und Fans schmerzt den Türken: „Es tut mir weh, wenn wir zur Kurve gehen. Wir können uns nicht mal bedanken für die Unterstützung. Unser Stadion muss wieder ein Tempel, eine Festung werden.“ 

Zauberwort "Selbstkritik"

Das Schlüsselwort für bessere Leistungen in der kommenden Spielzeit ist für Sahin „Selbstkritik“. „Wer dazu nicht in der Lage wäre, hätte seinen Beruf verfehlt. Ich meine nicht nur die Spieler. Jeder Einzelne, von A bis Z. Ich glaube, dass alle ehrlich genug sind. Ich weiß, woran ich anknüpfen muss. Ich weiß, dass viele Jungs wissen, woran sie anknüpfen müssen. Alles andere ist in die Tasche gelogen.“ 

Der Erste, der kritisch seine Leistung reflektierte, war Julian Weigl. „Ich habe mein erstes schwieriges Jahr mit wenig Höhen und vielen Tiefen gehabt. Und mit wenig Konstanz, was mich in den ersten beiden Jahren ausgezeichnet hat.“ 

Kämpferischer Sahin

Für den BVB sei es eine Spielzeit gewesen, die „nicht unseren Ansprüchen“ genügte, erklärte der Spielgestalter. „Wir müssen einige Baustellen angehen. Ich denke, dass es auch wichtig ist, den Kopf erst mal frei zu bekommen.“ 

Das sieht auch Sahin so: „Man bekommt eine ganz andere Sichtweise mit etwas Abstand. Dann bin ich mir sicher, dass wir in der nächsten Saison zurückkommen und unser wahres Gesicht zeigen.“

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