Gegentreffer nach Standards

Zorc legt den Finger in die BVB-Wunde: „Das ist unprofessionelles Verhalten“

Zwei Gegentreffer nach Standards machten Borussia Dortmunds Mats Hummels stinksauer. Michael Zorc hat den Finger in die Wunde gelegt und die Spieler angezählt.

Update vom 19. Dezember, 15.21 Uhr: Nach der Niederlage gegen Union Berlin hat sich auch Sportdirektor Michael Zorc zu Wort gemeldet. Der Grund: Das katastrophale Abwehrverhalten von Borussia Dortmund bei gegnerischen Standards. Zorc betonte gegenüber der Funke Mediengruppe, es könne nicht angehen, „dass man zweimal in kurzer Zeit ein Spiel nur durch zwei Gegentore nach Eckbällen verliert. Gegen Köln war es bei den Eckbällen genauso grausam“, schimpfte Zorc.

VereinBorussia Dortmund
CheftrainerEdin Terzic
StadionSignal-Iduna-Park (Dortmund)
Plätze81.365

Der 58-Jährige sank am Freitagabend beinahe in seinem Stuhl zusammen, als der BVB den zweiten Gegentreffer kassierte. „Das ist doch einfach zu verteidigen, das schaffen die anderen Mannschaften gegen uns doch auch. Da fehlt uns die richtige Haltung und Konzentration“, schimpfte Zorc. Die Abwehr allerdings sei nicht das einzige Problem beim BVB.

Die Offensive nahm Zorc ebenfalls in die Pflicht. „Wir brauchen eine persönlich, individuell bessere Leistung unserer Offensivspieler. Sie haben es alle schon deutlich besser gezeigt, jetzt aber schon über einen längeren Zeitraum nicht mehr“, so Zorc deutlich.

BVB Stimmen: Mats Hummels stinksauer auf Dortmund-Kollegen - „Unverzeihbar“

Berlin - Zwei Standards genügten dem 1. FC Köln, um Borussia Dortmund schachmatt zu setzen. Zwei Ecken reichten Union Berlin, um in der Tabelle drei Punkte auf den BVB gutzumachen. Der 13. Bundesliga-Spieltag zeigte wieder einmal: Der BVB-Kader hat ein riesiges Problem bei ruhenden Bällen. Das kostet möglicherweise die Saisonziele - und macht Mats Hummels stinksauer.

BVB: Mats Hummels stinksauer - „Das ist unverzeihbar. Eine Katastrophe“

Borussia Dortmunds Abwehrchef benötigte einige Augenblicke, um sich nach der Auswärtsniederlage bei Union Berlin abzuregen. Ein vehementer Schlag gegen die Werbebande später schnaufte der 32-Jährige tief durch und fasste das verbal zusammen, was ihm gerade durch den Kopf ging.

„Es waren unter anderem die Standards“, analysierte Mats Hummels die fünfte Saisonniederlage des BVB bei DAZN. Taiwo Ayoniyi war dem unachtsamen Giovanni Reyna am zweiten Pfosten erwischt. „Dann muss man am zweiten Pfosten mitgehen“, kommentierte Hummels. Danach wurde das fragwürdige Abwehrverhalten der Borussia erneut bestraft.

BVB: Standardschwäche wird von Union Berlin eiskalt bestraft

Auch vor dem Spiel war es ein offenes Geheimnis, dass es bei Unions Marvin Friedrich besondere Bewachung bedarf. So nicht geschehen beim spielentscheidenden Treffer für die Hausherren. „Dann steht bei einer Mannzuteilung der stärkste Kopfballspieler der gegnerischen Mannschaft zehn Meter frei. Das ist unverzeihbar. Das hat auch damit zu tun, wie sehr man einen Sieg will“, wurde Hummels deutlich.

Borussia Dortmund verschenkt im letzten Spiel des Jahres drei Punkte. BVB-Sportdirektor Michael Zorc schüttelte ob der erneuten Standardschwäche nur ungläubig den Kopf. Sein Co-Kapitän übernahm das Reden. „Wir haben jetzt zwei Spiele aus den letzten fünf wegen Standards hergegeben. Das ist eine Katastrophe“, sagte Hummels.

BVB: Fehlende Zuteilung bei Standards? Das sagt Roman Bürki

Die Gründe für das schläfrige Verhalten der BVB-Hintermannschaft verblüfft. Edin Terzic hatte am Freitagmorgen noch gewarnt. Union Berlin gehöre zu den stärksten Teams nach Standards. „Natürlich sind die Ecken auch gut getreten. Aber wir haben es heute morgen nochmal analysiert um es einzuimpfen“, so Terzic. Die Videoanalyse half nicht - und der BVB hat in den kommenden Wochen nach den Feiertagen einiges aufzuarbeiten.

Mats Hummels war nach der Niederlage gegen Union Berlin sichtlich bedient.

„Es war alles klar, alles zugeteilt. Jeder hatte einen festen Spieler“, so Torhüter Roman Bürki. Zweimal holte der Schweizer die Kugel aus dem Netz, weil seiner Vorderleute ihren Job nicht ordnungsgemäß erledigten. „Es kann nicht sein, dass bei der Ecke der Mann so alleine ist“, kommentierte Bürki das 1:2 aus Dortmunder Sicht. „Das ist bitter, dass wir direkt wieder zwei Standardtore kriegen. Das Zweite regt mich vielmehr auf und, dass wir so harmlos waren in der Offensive“, so Bürki weiter. Nur der 16-Jährige Youssoufa Moukoko traf. Das aber historisch.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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