Fans äußerten Kritik im Netz

BVB-Sportdirektor Zorc spricht Machtwort nach Kritik an Reus: "Erwarte mehr Respekt!" 

Nach dem Aus im DFB-Pokal ätzten zahlreiche BVB-Fans im Netz gegen die eigene Mannschaft und Marco Reus. Der Kapitän bekommt nun Rückendeckung von Michael Zorc.

  • Der BVB ist am Dienstagabend gegen Werder Bremen aus dem DFB-Pokal ausgeschieden.
  • Zahlreiche BVB-Fans äußerten sich auf Twitter kritisch und respektlos zu Kapitän Marco Reus.
  • Sportdirektor Michael Zorc machte anschließend seiner Wut etwas Luft.

Update vom 7. Februar, 9 Uhr: Die Begeisterung über Borussia Dortmunds Kapitän Marco Reus ist aktuell schwindend gering. Nach dem Pokal-Aus in Bremen erntete er harsche Kritik von den BVB-Fans, die ihm fehlende Führungseigenschaften und mangelnden Siegeswillen unterstellten. Sportdirektor Michael Zorc zeigte sich am Donnerstag äußert erzürnt und machte seiner Wut etwas Luft.

„Eine Sache will ich noch klar stellen. Wie mit Marco Reus umgegangen wird, ist unter aller Sau", so Zorc während der Pressekonferenz. Er hat 50 Mal das 1:0 für uns geschossen. Er ist unser Kapitän und ein Dortmunder Junge. Da erwarte ich mehr Respekt!“ Die Lage bei Borussia Dortmund schient angespannt zu sein, die Erwartungshaltung im Fanlager nach dem fulminanten Start mit drei Siegen und 15 Toren umso größer.

Am Samstag (18.30 Uhr/im Live-Ticker und live im TV) trifft der BVB auf Bayer Leverkusen. Ein vermeintliches Schlüsselspiel, in dem die Elf von Trainer Lucien Favre beweisen kann, dass das Aus im Pokal gegen Werder Bremen nur ein Ausrutscher war. So könnte die Aufstellung des BVB aussehen.

Derweil hat der Streaming-Dienst DAZN für eine Überraschung gesorgt. Eine absolute TV-Legende kehrt ans Mikrofon zurück und kommentiert live eine Partie des BVB.

Update vom 6. Februar, 11.15 Uhr: Der Dienstagabend war wie ein Rückfall in alte Zeiten, als der BVB besonders in der ersten Halbzeit gegen Werder Bremen die Partie leichtfertig aus der Hand gab. Anschließend ätzten zahlreiche BVB-Fans im Netz gegen ihre eigene Mannschaft.

Besonders Ersatzkeeper Marwin Hitz, Nico Schulz und Kapitän Marco Reus bekamen ihr Fett weg. Letzterer wird dem BVB in den kommenden Wochen verletzungsbedingt fehlen, bekommt nun aber nicht nur deshalb Rückendeckung aus dem eigenen Fan-Lager.

BVB: Kapitän Marco Reus erhält Rückendeckung von den Fans

"Erinnere mich gerne daran, wie Marco Reus im Februar 2015 hier verlängert hat. Zu einem Zeitpunkt, wo wir in uns in höchster Abstiegsgefahr befanden. Soviel Rückgrat und ein Zeichen gesetzt, was unheimlich wichtig war. Kann man nicht oft genug dran erinnern", hebt ein User auf Twitter hervor.

Nach einer katastrophalen Hinserie in der Saison 2014/15 hatte der BVB unter Trainer Jürgen Klopp auf dem letzten Tabellenplatz gestanden. Marco Reus entschied sich dennoch für einen Verbleib bei Borussia Dortmund - und setzte damit ein Zeichen mit Wirkung. Der BVB kletterte bis zum Ende der Saison noch auf den siebten Rang und qualifizierte sich für das internationale Geschäft.

"Nachdem also jahrelang Marcel Schmelzer an allem Schuld war, soll es nun Marco Reus sein?! Nach acht Jahren beim BVB, nach all dem, was er geleistet hat. Ihr solltet euch was schämen", appelliert ein Weiterer an die Vernunft der BVB-Fans und erhält zugleich Unterstützung. "Wer auf Marco Reus jetzt draufhaut, der hat den BVB nicht verstanden! Geht woanders hin!", schließt sich ein Anhänger von Schwarz-Gelb an.

Am Donnerstagmittag hat sich BVB-Trainer Lucien Favre zur Verletzung von Marco Reus geäußert - und mögliche Alternativen angedeutet.

"Im Scouting brutal gesoffen!" - BVB-Fans sauer nach Pokal-Aus

[Erstmeldung] Bremen - Die überraschende Niederlage von Borussia Dortmund im Achtelfinale des DFB-Pokals bei Werder Bremen hatte zahlreiche Gründe. Eine schlechte erste Hälfte, mangelnde Chancenverwertung und eiskalte Bremer sind nur drei davon.

Das BVB-Fanlager hatte sich während der 90 Minuten seine eigene Meinung gebildet. Einen Sahnetag hatte außer Ausnahmetalent Giovanni Reyna und Erling Haaland keiner der BVB-Akteure erwischt. Drei von ihnen bekamen aber besonders deutlich ihr Fett weg: Ersatzkeeper Marwin Hitz, Nico Schulz und BVB-Kapitän Marco Reus.

BVB-Aus im Pokal gegen Werder Bremen: Marwin Hitz ist das Ende einer langen Fehlerkette

Für BVB-Keeper Marwin Hitz war es ein mehr als gebrauchter Dienstagabend in Bremen. Erst war der 32-jährige Schweizer das Ende einer katastrophalen Fehlerkette in der Dortmunder Defensive, als er einen Flachschuss von Werders Milot Rashica nach vorne abprallen ließ. Dann streckte Hitz sich gleich zweimal vergebens beim Monster-Tor von Leonardo Bittencourt und dem platzierten Flachschuss von Milot Rashica.

Im Schatten von Stammkeeper Roman Bürki darf sich der 32-jährige Schweizer wie am Dienstagabend gegen Werder Bremen nur in den Pokalspielen empfehlen. Seine mangelnde Spielpraxis machte sich durchaus bemerkbar, wie auch einige Twitter-User feststellten. "Da hat es sich schon gelohnt, Marwin Hitz aufzustellen. Lucien Favre ist einfach ein Fuchs", schrieb ein Benutzer sarkastisch nach dem 0:1 durch Bremens Davie Selke. 

BVB-Aus im Pokal gegen Werder Bremen: Deutliche Fan-Kritik an Nico Schulz

Für den kurzfristig ausgefallenen Raphael Guerreiro rückte Nico Schulz auf die linke Seite des BVB. Offensiv setzte er durchaus Akzente, hätte in der 58. Minute frei vor Bremens Keeper Jiri Pavlenka gar den 1:2-Anschlusstreffer erzielen müssen. Hinten jedoch fehlte Schulz ein ums andere Mal.

"Ich habe nichts gegen ihn persönlich, aber bei Nico Schulz hat man im Scouting und bei der Analyse brutal gesoffen. Ein unfassbarer Transfer-Fehler", ging ein BVB-Fan mit dem 26-Jährigen hart ins Gericht.

Nico Schulz vom BVB konnte zwar offensive Akzente setzen, fehlte allerdings umso mehr in der Defensive.

Weil der BVB ohne Stammspieler Rapahael Guerreiro anfälliger denn je war gegen Werder Bremen. Besonders beim zwischenzeitlichen 1:3 durch Milot Rashica war die linke Seite völlig offen - und Nico Schulz suchte man vergeblich auf seinem Posten. 

"Neue Verhandlungsstrategie für den BVB: Wer auch immer Jadon Sancho oder Erling Haaland verpflichten möchte, der muss Nico Schulz und Manuel Akanji ablösefrei dazu nehmen! So bleibt die Truppe 20 Jahre lang zusammen", schlug ein Weiterer vor.

BVB-Aus im Pokal gegen Werder Bremen: Marco Reus vergibt Großchance in der Schlussphase

BVB-Kapitän Marco Reus hatte in der 87. Minute den Ausgleich auf dem Fuß, als er zehn Meter vor dem Kasten völlig freistehend zum Abschluss kam. Zu unplatziert kullerte die Kugel gen Werder-Keeper Jiri Pavlenka, der sie problemlos aufnahm. Eine Gelegenheit, die sich der BVB-Kapitän normalerweise nicht nehmen, in den vergangenen Wochen aber des öfteren liegen lässt - zum Ärger der BVB-Fans.

"Jadon Sancho und Marco Reus verschießen beide einhundertprozentige Tore, und man schenkt dem Gegner durch katastrophale Abwehrfehler zwei Dinger. Das kostet dem BVB den Sieg", haderte ein User. "Wann ist der Freifahrtschein von Marco Reus eigentlich endlich abgelaufen?", meinte ein anderer.

BVB-Aus im Pokal gegen Werder Bremen: Deutliches Warnsignal für Borussia Dortmund

Keine Frage: An der Einstellung mangelt es nicht bei Marco Reus. Fortuna allerdings scheint ihm aktuell nicht treu zu sein, besonders in den spielentscheidenden Situationen. "Marco Reus heute für mich der schlechteste Spieler auf dem Platz! Körpersprache, Zweikampfverhalten und Ballkontrolle eine einzige Katastrophe. Sinnbildlich für die Einstellung der Mannschaft in der ersten Halbzeit, und das als Kapitän", kritisierte ein Letzter scharf.

Unter dem Strich steht das bittere Aus des BVB im Achtelfinale des DFB-Pokals bei Werder Bremen. Einen Alleinschuldigen zu suchen, wäre zu einfach. Die BVB-Verantwortlichen werden in den kommenden Tagen Fehleranalyse betreiben. Am kommenden Samstag geht es im Bundesliga-Tospiel bei Bayer Leverkusen weiter. Bis dahin sollte der Dienstagabend schnellstmöglich aus den Köpfen verbannt worden sein. 

Und dennoch: die Pleite in Bremen sollte ein Warnsignal sein. Die Reaktionen der Spieler nach der Partie zeigen, dass sie das bereits erkannt haben.

Rubriklistenbild: © dpa

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