Bundesliga-Finale

Die Zeit rennt: Kapitän Reus will endlich Meister mit Borussia Dortmund werden

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BVB-Kapitän Marco Reus träumt vom Titel.

Marco Reus hat während seiner Zwei-Spiele-Rotsperre gehofft und gebangt. Nun bekommt er die Chance, doch noch einmal in den Kampf um den Meistertitel einzugreifen.

Dortmund – Marco Reus friemelte auf der Ehrentribüne immer wieder sein Handy aus der Hosentasche. Da er nachweislich weder Twitter noch Instagram fütterte und wahrscheinlich auch keine Kochrezepte gesucht hat, ist zu vermuten: Das Zwischenergebnis im Parallelspiel in Leipzig interessierte den Kapitän von Borussia Dortmund brennend. Das 0:0 des FC Bayern bietet Reus die Gelegenheit, von der er immer geträumt hat.

Quälende zwei Wochen sind vorbei, seine Zwei-Spiele-Rotsperre aus dem Derby gegen Schalke 04 ist abgelaufen - Marco Reus darf tatsächlich doch noch in den Kampf um den Meistertitel eingreifen. Es wäre sein erster. "Mit Dortmund als Dortmunder Junge das Ding irgendwann einmal hochzuhalten, das wäre brutal schön, gigantisch", hatte Reus schon vor Monaten der FAZ gesagt: Eben "ein Traum".

Reus kann beim Ex-Verein Meister werden

Dass es am Samstag auch noch bei Borussia Mönchengladbach geschehen kann, jenem Verein, bei dem Reus zum Star gewachsen ist, den er 2011 mit seinem Tor in der Relegation zum 1:1 beim VfL Bochum vor dem Abstieg rettete: Es passt perfekt. Er "gestatte" sich diesen Traum, sagt Reus: "Natürlich - seit dem Zeitpunkt, an dem ich zurück nach Dortmund gekommen bin."

Ausgeglichenheit und innere Ruhe gefunden

Beim BVB, betont Reus selbst, hat er zu Ausgeglichenheit und innerer Ruhe gefunden. "Wenn man mich auf die Waage stellen würde, dann wäre ich komplett auf Mitte. Mich zieht nichts nach rechts und nichts nach links", sagt er - und das war noch vor der Geburt des ersten gemeinsamen Kindes mit seiner Lebensgefährtin Scarlett Gartmann. Seine "kleine Prinzessin" hat Reus noch mehr geerdet: Fußball ist nicht alles.

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Diese Einsicht ließ ihn auch die Rote Karte im Derby verkraften. Der Schock stand Reus ins Gesicht geschrieben, als er dem Schalker Suat Serdar in voller Geschwindigkeit von hinten in die Parade gerauscht war: "Ich hatte mich verschätzt." Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ließ Gnade vor Recht ergehen: Reus war Ersttäter und konnte für sich strafmildernd in Anspruch nehmen, dass sein Angriff dem Ball hatte gelten sollen.

"Hey, Marco, in vier, fünf Jahren ist das Ding gelaufen für dich"

Die Sperre wirkte wie eine kleine Ewigkeit. Ansonsten aber gilt: Die Zeit rast. Eigentlich sehe er sich "vom Typ her noch als jungen Spieler", dabei naht ein runder Geburtstag. Er habe neulich zu seiner Freundin gesagt: "Schatz, im Mai werde ich 30. Ich!" Erkenntnis: "Irgendwann merkst du selbst: Hey, Marco, in vier, fünf Jahren ist das Ding gelaufen für dich. Spätestens."

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Reus holt bislang "nur" den DFB-Pokal

Die Jahre, die bleiben, um auf höchstem Niveau zu spielen, will Reus bestmöglich nutzen. Und seiner bescheidenen Titelsammlung (DFB-Pokal 2017) ein paar weitere hinzufügen. Vielleicht ja schon am Samstag. SID

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