Aufreger im Supcercup

DFB-Projektleiter Drees nach Kimmich-Tritt: "Deshalb war die Einschätzung des VAR nicht korrekt"

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DFB-Projektleiter Jochen Drees kritisiert die Entscheidung nach dem Foul von Joshua Kimmich an Jadon Sancho.

Es war der Aufreger des Supercups 2019: Joshua Kimmich foult Jadon Sancho und bekommt "nur" die Gelbe Karte. Videoschiedsrichter-Chef jochen Drees übt Kritik.

  • Borussia Dortmund hat im Supercup mit 2:0 gegen den FC Bayern München gewonnen
  • Joshua Kimmich sorgte mit einem fiesen Tritt gegen BVB-Juwel Jadon Sancho für den Aufreger des Spiels
  • Jadon Sancho hat bereits Entwarnung gegeben, ist nicht verletzt

Update vom 5. August, 16.57 Uhr: Der Tritt von Joshua Kimmich gegen Jadon Sancho spaltet die Fußball-Republik. Die einen forderten klar eine Rote Karte, für andere war es keine Absicht. DFB-Projektleiter Jochen Drees, der für die Durchführung des Video-Assistenten verantwortlich ist, hat nun Stellung bezogen.

"Es hätte eine Reviewempfehlung geben müssen, wir hätten danach Rot erwartet. Siebert hat die Situation nur aus dem Augenwinkel wahrgenommen und VAR Schröder gefragt. Dieser hat den Tritt als nicht so intensiv wahrgenommen", erklärt Drees. Dadurch hätte sich der Unparteiische die Situation nicht noch einmal angesehen und sei bei seiner Entscheidung geblieben, den Kimmich-Tritt lediglich mit einer Gelben Karte zu sanktionieren.

"Vielleicht lag es in diesem Moment daran, dass ein solches Vergehen in einer Spielsituation (Zweikampf) nur Gelb gäbe. Hier aber lag eine Tätlichkeit vor, trotz der geringen Intensität. Deshalb war die Einschätzung des VAR nicht korrekt", meint Drees. Demnach waren die BVB wohl zu Recht verärgert.

Hausgemachten Ärger gab es dafür für eine missglückte Hitler-Parodie von Patrick Owomoyela im Rahmen der Berichterstattung zu einem Testspiel zusammen mit Nobby Dickel.

Aufreger beim Supercup: Sancho nach fiesem Kimmich-Foul wohl glimpflich davongekommen

Update, 20.44 Uhr: Der Tritt von Joshua Kimmich gegen Jadon Sancho war unnötig, keine Frage. Schmerzhaft für das BVB-Juwel ebenfalls. Aber fast 24 Stunden nach dem Spiel sieht es bei ihm wohl schon wieder besser aus.

"Mein Fuß ist in Ordnung, alles gut", wird Sancho von der Sport Bild zitiert. Dem Bericht zufolge sei auch sein Einsatz in der ersten Runde des DFB-Pokal am Freitag nicht gefährdet.

Sancho war im Supercup nach einem Tritt von Kimmich vom Platz gehumpelt, hatte nach Spielende einen dicken Verband am Fuß. Umso erfreulicher nun die Nachricht, dass es wohl nicht ernstes sei.

Kimmich tritt Sancho auf den Fuß – Zorc ätzt gegen Video-Schiedsrichter

Update, 14.52 Uhr: BVB-Sportdirektor Michael Zorc hat sich wohl noch mehrmals die TV-Bilder von Kimmichs Tritt gegen Sancho angeschaut. Am Tag nach dem Supercup-Sieg von Borussia Dortmund war er jedenfalls mächtig sauer und hatte eine klare Meinung zu der Situation.

"Das ist eine glasklare Rote Karte!", sagte Zorc den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der Sportdirektor ärgert sich beim Kimmich-Tritt besonders über den Einsatz des Videoschiedsrichters. "Da kann man 35 Seminare bekommen. In dem Moment, in dem das so bewertet wird, braucht man den Videoschiedsrichter nicht", sagte er.

Zorc ist dabei nicht der einzige, der Kimmich eine Rote Karte in dieser Situation gegeben hätte – vor allem nach Sichtung der TV-Bilder.

Nicht nur der Kimmich-Tritt gegen Sancho sorgt für Ärger – wo war der Video-Schiri?

Update, 13.06 Uhr: Joshua Kimmich hätte eine Rote Karte sehen können für den Tritt gegen Jadon Sancho im Supercup. Schiedsrichter Siebert verwarnte den Bayern-Spieler aber nur – der Videoassistent griff zwar ein, die Entscheidung wurde aber nicht korrigiert.

Wie die Bild nun erfahren haben will, soll Siebert falsch beraten worden sein. "Es gab Kontakt mit dem Video-Schiri, aber der sah anscheinend keine Tätlichkeit und empfahl Siebert NICHT, die Szene noch mal anzuschauen," heißt es in dem Bericht.

Der ehemalige Bundesliga-Spitzen-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer forderte ebenfalls die Rote Karte. "Unverständlich, dass der Video-Schiri dem Kollegen auf dem Platz das nicht signalisiert", sagte der Experte der Bild am Sonntag.

Nach Kimmich-Tritt gegen Sancho im Supercup: Das reißt eine alte Wunde auf

Update vom 4. August, 9.19 Uhr: Joshua Kimmich und seine Tritt-Attacke gegen Jadon Sancho beim 2:0-Sieg des BVB im Supercup gegen den FC Bayern München erhitzt auch am Tag nach dem Spiel die Gemüter. Schwarzgelbe Anhänger ziehen bei Kimmich schon einen Vergleich und haben nach dem Abgang einer Bayern-Legende wohl ihr nächstes Feindbild entdeckt.

Kimmich-Tritt gegen Sancho: BVB-Fans vergleichen Kimmich mit Ribéry

So meint ein Fan bei Twitter: "Ribéry 2.0... alles wie immer", ein anderer kommentiert süffisant: "Doch, es gibt einen Unterschied zu Ribéry: kein Ellenbogencheck". Der Franzose sorgte im Laufe seiner Karriere gerade bei den Duellen zwischen dem BVB und dem FC Bayern München immer wieder für Aufreger. 2016 etwa im Supercup. Im Zweikampf mit Felix Passlack fuhr Ribéry den Arm aus, traf den Dortmunder voll im Gesicht – und sah ebenfalls nur die Gelbe Karte. Die BVB-Anhängerschaft regte sich auch damals fürchterlich auf.

Drei Jahre später also nun eine ähnliche Situation, nur eine Etage tiefer. Kimmich attackierte den Fuß von Sancho – da wurde offenbar eine alte Wunde aufgerissen. Bayern-Sportdirektor Hassan Salihamidzic kommentierte nach der Partie aber: "Ich hätte nicht einmal die Gelbe Karte gezeigt." Kimmich selbst erklärte sich ebenfalls. Für die BVB-Fans dürfte das nur das berühmte Öl im Feuer sein.

Kimmich über seinen Tritt im Supercup gegen Sancho: "Ich wollte..."

Dortmund – Borussia Dortmund gegen FC Bayern München – klar, da geht's zur Sache. In der 76. Minute des Supercups am Samstagabend dann aber doch etwas zu sehr. Einwurf für die Gäste, BVB-Juwel Jadon Sancho schnappt sich aber zunächst den Ball, lässt ihn dann wieder liegen. Bayerns Joshua Kimmich kommt hinzu – und tritt Sancho mit jedem einzelnen Stollen auf Fuß und Sprunggelenk. Schmerzhaft. Und unnötig. BVB-Trainer Lucien Favre musste ihn danach auswechseln.

Nach dem Spiel humpelte Sancho mit einem dicken Verband am Knöchel in Richtung Kabine. Zwar unrund, aber er konnte immerhin laufen. Eine ernste Verletzung dürfte es also nicht sein. Und auch das Foul war für die Beteiligten wohl zunächst gar nicht allzu schlimm aufgefasst worden. "Ich habe es erst gar nicht so gesehen, für mich war dann gelb in Ordnung. Aber im Nachhinein war es wohl doch eine Rote Karte", sagte Lizenzspielleiter Sebastian Kehl im Anschluss der Partie.

Kimmich steigt Sancho auf den Fuß im Supercup: Bayer-Trainer Kovac will nichts gesehen haben

Bayern-Trainer Niko Kovac wollte sich erst gar nicht dazu äußern. "Ich habe diese Situation nicht gesehen. Von daher kann ich dazu auch nichts sagen", meinte er. Sein Spieler, Joshua Kimmich, selbst regte sich über die Gelbe Karte auf – und erklärte die Situation aus seiner Sicht.

"Ich wollte den Ball mit der Sohle holen und in dem Moment hat der Sancho so sein Bein davor geschoben, dass ich nicht mehr drangekommen bin", sagte Kimmich. Auf die Zuschauer wirkte die Aktion aber als grobes Foul – mit voller Absicht. Viele forderten – auch noch im Anschluss des Spiels – die Rote Karte. Kimmich zeigte dafür kein Verständnis. "Wenn ich die Rote Karte bekommen hätte, ich hätte total getobt. Ich habe mich auf dem Platz ja schon über die Gelbe genug aufgeregt", sagte er.

Kimmich rechtfertigt Tritt gegen Sancho: "Da guckt doch jeder hin"

Dabei stellte Defensivmann klar: "Ich hatte nicht die Intention, ihn zu foulen oder ihn zu verletzten. Es wäre ja dumm das zu machen, wenn der Ball im Aus ist – da guckt doch jeder hin. Ich wollte das Spiel halt schnell machen", meinte Kimmich – eine Entschuldigung klingt anders.

BVB hat Ausfälle zu beklagen – Sancho sollte nicht der nächste sein

Beim BVB muss man jetzt hoffen, dass Jadon Sancho nicht länger ausfällt. Roman Bürki, Thorgan Hazard, Mateu Morey und Julian Brandt sowie Mats Hummels fehlten bereits beim 2:0-Sieg im Supercup – nächste Woche im Pokal würde Coach Favre wohl gerne auf möglichst viele Profis zurückgreifen können. Zumal Sancho auch am Samstag gegen den FC Bayern München sehr stark aufspielte. Den Treffer zum 1:0 durch Paco Alcácer (48. Minute) bereitete er brilliant vor, zum 2:0-Endstand in der 69. Minute traf er dann selbst. Qualitäten, die Borussia Dortmund im nächsten Pflichtspiel gut gebrauchen könnte.

Währenddessen sorgt beim Revierrivalen FC Schalke 04 etwas anderes für reichlich Aufregung. Da hat nämlich S04-Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies mit umstrittenen Afrika-Aussagen für Wirbel gesorgt.

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