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„Wie im Wilden Westen Karten gezückt“: BVB und TV-Experte nach Roter Karte verwirrt

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Von: Sven Schneider

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Emre Can sieht bei der 1:3-Niederlage des BVB gegen Sporting Lissabon in der Champions League die Rote Karte. TV-Experte Sandro Wagner war deshalb verwirrt.

Lissabon - Sandro Wagner hatte es unmittelbar nach dem Spiel gesagt. Die Rote Karte gegen Emre Can am Mittwochabend war nicht spielentscheidend. Und dennoch war es wohl das strittigste Thema beim entscheidenden Champions-League-Spiel Sporting Lissabon gegen Borussia Dortmund (3:1). Die TV-Bilder gaben kaum Aufschluss. Der Ex-Profi und TV-Experte kritisierte den Schiedsrichter deshalb scharf.

FußballvereinBorussia Dortmund
TrainerMarco Rose
LigaBundesliga

BVB: Rote Karte gegen Emre Can verwirrt alle - „Wie im Wilden Westen“

Was war passiert? Sporting Lissabons Pedro Porro hatte Emre Can bei einem Zweikampf hinten an der Achillessehne getroffen. Der Spanier lief den deutschen Nationalspieler vehement an und trat dann unsanft zu. Während die einen bereits dort von einer Tätlichkeit sprachen, sank Pedro Porro anschließend zu Boden.

Emre Can soll den 22-Jährigen mit seiner Hand erwischt haben. Beweisen konnten das die TV-Bilder nicht. Dennoch griff der Video-Assistant-Referee (VAR) ein. Inmitten der Rudelbildung war für Emre Can der Arbeitstag früh beendet gegen Sporting Lissabon. Wurde der Defensivspieler noch nach der Halbzeit für Nico Schulz, der überraschend in der Startaufstellung des BVB stand, eingewechselt, sah er in der 74. Spielminute für seine vermeintliche Tätlichkeit die Rote Karte.

BVB: Sandro Wagner kritisiert Schiedsrichter nach Roter Karte gegen Emre Can

BVB-Stürmer Erling Haaland reagierte in den sozialen Medien mit Unverständnis. „Was soll Emre Can getan haben“, schrieb der Norweger. Für Ex-Profi und TV-Experte Sandro Wagner völlig unverständlich. Bereits zuvor hatte er den Unparteiischen Carlos del Cerro Grande für seine Spielführung kritisiert. „Nun schickt er erst nach zwei Minuten die Physiotherapeuten auf den Platz“, so Wagner bei DAZN, nachdem Sporting Lissabon mit einer 2:0-Führung im Rücken ein wenig Zeit von der Uhr nehmen wollte.

Bei der Roten Karte jedoch wurde Sandro Wagner noch deutlicher. „Emre wird erst getreten, dann macht er den Wischer. Ich glaube, er erwischt ihn nicht, aber der Spieler lässt sich fallen. In Zeiten des Videobeweises - außer ich täusche mich extrem und er erwischt ihn - gehe ich doch raus als Schiedsrichter, schaue es mir an und kann dann entscheiden“, so Sandro Wagner, der wie viele andere Fußballfans besonders bei der anschließenden Rudelbildung die Übersicht verlor. „Da hat er zu schnell die Karten gezückt. Da hat er innerhalb von einer Minute wie im Wilden Westen Karten gezückt. Das war zu viel“, sagte Sandro Wagner.

BVB: Rote Karte gegen Emre Can sorgt für Fragezeichen bei Marco Rose

BVB-Trainer Marco Rose äußerte sich vorsichtiger zur Roten Karte gegen Emre Can. Zwar wurden ihm die TV-Bilder gezeigt. Allerdings konnte auch er auf der unglücklichen Kamera-Perspektive kein Vergehen seines Spielers erkennen. „Das ist zu weit weg, ich sehe nichts“, so Marco Rose. Der fügte dann aber an: „Der Schiedsrichter hat angegeben, dass es laut VAR eine klare Rote Karte war“, so Rose kurz und knapp.

BVB: Rote Karte gegen Emre Can - „Wie im Wilden Westen Karten gezückt“
BVB: Rote Karte gegen Emre Can - „Wie im Wilden Westen Karten gezückt“ © Alvaro Isidoro/dpa

Ohnehin war die Rote Karte gegen Emre Can nicht spielentscheidend. „Es ist zu einfach gegen uns Tore zu machen in einem Spiel, in dem es für uns um viel geht. Und dann hast du es auch nicht verdient, weiterzukommen“, so Rose. Nach der 1:3-Pleite scheidet der BVB aus der Champions League aus. „Unser Ziel war es, im kommenden Jahr in allen drei Wettbewerben vertreten zu sein. Dazu zählt auch die Champions League“, fügte Marco Rose mit Bedauern an.

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