Dortmunds Weltmeister Großkreutz läuft und läuft...

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Kevin Großkreutz

DORTMUND - Dortmunds Dauerrenner Kevin Großkreutz spielt derzeit wieder im Mittelfeld der Borussen und verrichtet auch dort seine Arbeit mit gewohnter Intensität.

Kevin Großkreutz läuft und läuft und läuft... Der Weltmeister von Borussia Dortmund spult derzeit auf dem Rasen mit einer Präzision und Zuverlässigkeit die Kilometer ab, dass sich der Vergleich mit dem einstigen Kultauto aus Wolfsburg geradezu aufdrängt.

Der Allrounder beweist derzeit einmal mehr wie wichtig er für den deutschen Fußball-Vizemeister ist. In den Statistiken über die absolvierten Distanzen während eines Ligaspiels ist der Name des gebürtigen Dortmunders stets in obersten Regionen zu finden. 36,44 Kilometer sind es bereits nach vier Bundesliga-Runden, obwohl ihn Trainer Jürgen Klopp am zweiten Spieltag in Augsburg (3:2) erst in der 73. Minute aufs Feld schickte und seinen Allrounder gegen Freiburg (2:0) ab der 75. Minute schonte.

"Ich kann nicht anders, das ist meine Natur. Ich gebe immer alles", sagte Großkreutz nach seinem glanzvollen Champions-League-Auftritt gegen den FC Arsenal (2:0), in dem er beide BVB-Treffer vorbereitete. 11,6 Kilometer rannte der Allrounder und damit weitaus mehr als der lauffreudigste Akteur des englischen Pokalsiegers. Großkreutz ist technisch nicht filigran, auch ist er nicht mit einer außergewöhnlichen Schnelligkeit gesegnet, doch er erledigt seine Aufgaben mit großer Spielintelligenz, imponierenden Intensität und Konsequenz - wo immer er gebraucht wird.

In der vergangenen Saison sorgte Großkreutz in längerer Abwesenheit des an der Hüfte operierten Lukasz Piszczek als rechter Verteidiger für Aufsehen und legte dort vermutlich den Grundstein für seine WM-Nominierung. Inzwischen hat der unermüdliche Arbeiter aus Dortmund-Eving sein Betätigungsfeld wieder auf die linke Mittelfeldseite verlegt. Ob hinten rechts, links vorn, hinten links, rechts vorn oder in der Doppelsechs - Großkreutz bewies längst ein beeindruckendes Improvisationstalent. Sein Motto lautet: "Ich gebe immer Gas!" Und: "Ich weiß, wo ich herkomm'."

"Kevin", sagte einst Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, "ist prädestiniert dafür, noch lange für uns zu spielen. Das ist auch das, was wir uns wünschen." Der Vertrag des BVB-Laufwunders läuft noch bis 2016. "Ich war, bin und bleibe Borusse", bestätigte Großkreutz, der seinen Traum lebt. Er schlief einst in schwarz-gelber Bettwäsche, hatte im Alter von sieben Jahren seine erste Dauerkarte und spielte zunächst beim FC Kemminghausen, dann bei Merkur 07 und anschließend für den BVB. Weil er für zu schmächtig befunden wurde, wechselte er 2002 zu Rot Weiss Ahlen und kam sieben Jahre später zurück zur Borussia.

Seine Identifikation mit dem Verein, seine Mentalität, seine Authentizität ist legendär. Da verzeihen ihm die Fans auch den einen oder Ausrutscher außerhalb des Rasens wie die Pinkel-Affäre nach dem Pokalfinale gegen die Bayern im Mai (0:2 n. V.). Für die Anhänger ist er längst der lokale Held - und für den BVB derzeit unersetzbar. - sid

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