Dortmunds Henrikh Mkhitaryan hat Formtief überwunden

+
Henrikh Mkhitaryan (links) mit Trainer Jürgen Klopp (mitte) und Sokratis.

Berlin - Der richtige Malochertyp, den die Leute im Ruhrgebiet schätzen, ist er gewiss nicht. Eher ein äußerst sensibler Virtuose, der den Ball lieber streichelt als hart gegen ihn zu arbeiten.

Wir berichten, sowohl mit dem Blick auf das sportliche als auch das ganze Drumherum in Dortmund und Berlin, in einem Live-Ticker!

Deshalb hatte es Henrikh Mkhitaryan, der im Juli 2013 für die Dortmunder Rekordablösesumme von 26 Millionen Euro von Schachtjor Donezk zum BVB wechselt, auch in seiner zweiten Saison bei der Borussia nicht leicht. In einer Mannschaft, in der es vor allem in der Hinrunde überhaupt nicht lief, schaffte es auch der Armenier nicht, Akzente zu setzen.

Doch gerade das hatte man vom 26-jährigen Edeltechniker erwartet. Der Druck war für Mkhitaryan offenbar zu groß. Der wurde von den eigenen Selbstzweifeln zerfressen, in der Öffentlichkeit bereits als Fehleinkauf bezeichnet. In der Winterpause kamen beim Mittelfeldspieler sogar erste Gedanken auf, den Verein zu wechseln. Das wäre für den BVB aber keine Alternative gewesen, war doch der Marktwert des Armeniers zu diesem Zeitpunkt unter 20 Millionen Euro gesunken.

Mkhitaryans Tag wird kommen

Die Verantwortlichen standen weiter hinter dem Profi. Vor allem Jürgen Klopp. "Der Tag wird kommen, an dem Miki seine Chance nutzen wird und er und wir wieder glücklich sind", beteuerte der Coach in der Winterpause, nachdem Mkhitaryan in der Hinrunde weder Treffer noch Torvorlage gelungen waren. Eine niederschmetternde Zwischenbilanz für einen solch talentierten Kicker, für die der BVB-Coach aber Verständnis aufbrachte. "In einer Situation, in der dir relativ wenig gelingt, ist es nicht einfach, sich immer wieder aufzuraffen", erklärte der Fußball-Lehrer.

Der große Befreiungsschlag folgte ausgerechnet im März im Revierderby gegen den FC Schalke, als Mkhitaryan seine Flaute mit dem vorentscheidenden Tor zum 2:0 beendet und beim 3:0-Triumph zudem einen weiteren Treffer vorbereitete. Seitdem steigerte sich der 26-Jährige von Woche zu Woche. Im letzten Bundesligaspiel beim 3:2 gegen Werder Bremen zeigte er sein wohl bestes Spiel seit langem im BVB-Trikot, nicht nur wegen des dritten Saisontores. Auch für Klopp war es enorm wichtig, dass der Mittelfeldakteur vor dem anstehenden Pokalfinale in Berlin gegen Wolfsburg neues Selbstvertrauen tankte. Denn das ist für Mkhitaryans Spiel unheimlich wichtig.

Aufwärtstrend

Jedenfalls spürte auch der Armenier den Aufwärtstrend. "Ich hatte in dieser Saison eine Phase, in der ich nicht gut gespielt habe. Aber ich habe immer an mich geglaubt und hart gearbeitet. Das zahlt sich jetzt aus", betonte Mkhitaryan. "Ich danke meinem Team und dem Coach, dass sie immer an mich geglaubt haben. Ich hoffe, dass es auch in Zukunft weiter bergauf geht."

Ein Wechsel scheint daher vorerst vom Tisch zu sein, da auch Dortmunds neuer Trainer Thomas Tuchel angeblich schon signalisiert haben soll, dass er in Zukunft voll auf Mkhitaryan setzt. Deswegen will der Armenier im Endspiel in Berlin ein ganz deutliches Zeichen setzen, dabei helfen, dass nicht nur der BVB, sondern auch er persönlich eine aus schwarz-gelber Sicht eher enttäuschende Saison zu einem positiven Ende bringen werden.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare