Nach dem Anschlag

Der BVB verharrt in Schockstarre

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BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nach der Absage des Spiels gegen den AS Monaco.

Dortmund - Nach dem Sprengstoff-Anschlagschlag hat die UEFA der Borussia ein "vorbildliches Krisenmanagement" bescheinigt. Der Nachholtermin steht bereits fest.

Ein ganzer Verein verharrte in Schockstarre: Ein Sprengstoff-Anschlag auf den Mannschaftsbus des Fußball-Bundesligisten BV Borussia Dortmund auf dem Weg ins Stadion hat am Dienstagabend für großes Entsetzen und eine kurzfristige Absage des Viertelfinale-Hinspiels der Champions League gegen den französischen Tabellenführer AS Monaco gesorgt. Kurz nach der Abfahrt vom Mannschaftshotel explodierten an der Hotelausfahrt an der Wittbräucker Straße drei Sprengsätze in unmittelbarer Nähe des Busses, der dabei an zwei Stellen erheblich beschädigt wurde.

"Nach ersten Erkenntnissen geht die Polizei von einem Angriff mit ernst zu nehmenden Sprengsätzen aus. Die Sprengsätze könnten in einer Hecke in der Nähe eines Parkplatzes versteckt gewesen sein", so eine Pressemitteilung der Polizei.

Marc Bartra verletzt

Dabei zog sich BVB-Verteidiger Marc Bartra Schnittverletzungen an der Hand zu und wurde in ein Krankenhaus gefahren. Die Uefa-Delegierten trafen um 20.20 Uhr in Absprache mit den BVB-Verantwortlichen die Entscheidung, die Partie an diesem Abend nicht mehr anzupfeifen.

Die Spielabsage zum Nachhören

Die Zuschauer wurden um 20.32 Uhr von Stadionsprecher Norbert Dickel informiert. Die Begegnung wird bereits am heutigen Mittwoch um 18.45 Uhr im Signal Iduna Park nachgeholt. Die Tickets behalten die Gültigkeit.

Watzke: "Keine Sicherheitsprobleme im Stadion"

„Wir waren alle geschockt, besonders natürlich die Mannschaft“, berichtete BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Laut Watzke hatte Trainer Thomas Tuchel genau an der Seite gesessen, an der die Sprengsätze detonierten. Der Coach blieb zum Glück wie die anderen BVB-Profis unversehrt. Verteidiger Marc Bartra wurde nach Aussage Watzkes zunächst an Ort und Stelle notärztlich versorgt. Der Spanier wurde anschließend zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gefahren.

Der Uefa bescheinigte der BVB-Geschäftsführer ein professionelles Krisenmanagement. Der Sicherheitsbeauftragte, der Uefa-Delegierte und auch die Vertreter des AS Monaco hätten sehr gut zusammengearbeitet und sich auf den schnellen Nachholtermin geeinigt. „Im Stadion gab es keine Sicherheitsprobleme“, erklärte Watzke, der sich anschließend bei den Fans bedankte, die die Entscheidung, das Spiel abzusagen, solidarisch mitgetragen hatten.

Explosionen am BVB-Mannschaftsbus: Spiel abgesagt

Einige Pfiffe erntete Watzke allerdings mit der Aussage, dass man die frühe Anstoßzeit 18.45 Uhr gewählt habe, um der Partie des FC Bayern gegen Real Madrid aus dem Weg zu gehen. „Das ist in Ordnung“, beteuerte Watzke. „Wir machen das auch aus Gründen der Fairness, damit Monaco noch am Abend den Heimflug antreten kann.“

"In schwierigen Situationen ganz stark"

Ob die BVB-Profis diesen Schock bis am Mittwochabend wegstecken werden, bleibt fraglich. „Solche Bilder kriegst du nicht so schnell aus dem Kopf heraus“, erklärte Watzke. „Für die Spieler ist das eine sehr schwere Situation“, meinte Dortmunds Präsident Reinhard Rauball. „Ich bin aber überzeugt davon, dass Trainer und Mannschaft einen Weg finden werden, um am Mittwochabend eine ansprechende Leistung abzurufen.“ Rauball ging nach der Absage auch noch in die Kabine des AS Moncao, um die Profis des französischen Tabellenführers über die Ereignisse zu informieren.

Sowohl Rauball als auch Watzke fuhren anschließend ins Mannschaftshotel, um persönlich mit den Spielern zu reden. „Wir werden positive Signale aussenden, was das Spiel angeht“, sagte der Präsident. „Borussia Dortmund ist ein Verein, der in schwierigen Situationen immer ganz stark ist“, ergänzte Watzke. „In Krisensituationen rücken alle Borussen stets ganz eng zusammen. Dann gibt es eine ganz große Solidarität.“

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