Defensiv-Trio aus Liga 3 dabei

Matchball in Marseille trotz der Ausfälle nutzen

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„Wir werden hier nicht drauf los stürmen und ,Holla die Waldfee` spielen“, sagt Jürgen Klopp vor der Partie in Marseille.

MARSEILLE - Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der Geschäftsführung des BV Borussia Dortmund, ließ auf dem Flug nach Marseille keine Zweifel daran, mit welcher Zielsetzung die Schwarz-Gelben am Mittwoch ab 20.45 Uhr (live im ZDF) in das finale Gruppenspiel der Champions League bei Olympique Marseille gehen: „Wir sind in der Pole Position, mit einem Sieg können wir alles klar machen."

Von Peter Schwennecker

Mit einem „Dreier“ beim punktlosen Schlusslicht der Gruppe F wäre der BVB sicher im Achtelfinale. Falls kein Sieg gelingt, wären die Borussen vom Verlauf der Partie zwischen SSC Neapel und Arsenal London abhängig. Sollten die Engländer gewinnen, wäre Dortmund sogar im Fall einer Niederlage weiter.

Doch darauf will sich im Lager des Bundesligisten niemand verlassen. Selbst der Ausfall von fünf Stammspielern soll nicht als Ausrede dienen. „Unsere Mannschaft muss das Vertrauen genießen, trotz der vielen Verletzten“, erklärte Watzke. Für Jürgen Klopp wird es eine knifflige Aufgabe, die Position des zweiten Innenverteidigers neben Sokratis zu besetzen.

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Mit Koray Günter, Marian Sarr und Jannik Bandowski flogen gleich drei Abwehrspieler des Drittliga-Teams mit nach Marseille. Doch die verfügen über wenig Spielpraxis auf hohem Niveau. Lediglich Günter hat in der laufenden Saison gerade einmal zwei Minuten Bundesliga-Luft geschnuppert. Mögliche Alternativen als Manndecker wären Sebastian Kehl oder Kevin Großkreutz. Doch nicht einmal die hatten vor dem Abschlusstraining Einblicke in Klopps Personalpuzzle. „Ich weiß selbst noch nicht, wo ich spiele“, erklärte Großkreutz.

Ein Fragezeichen steht weiter hinter dem Einsatz von Nuri Sahin (Teilabriss des Außenbandes am Sprunggelenk). „Ich fühle mich gut. Die Schwellung ist abgeklungen“, erklärte der Mittelfeldakteur vor dem Abschlusstraining. Doch welche Reaktion der lädierte Fuß zeigt, wird wohl erst am Spieltag selbst zu sehen sein. „Es ist noch keine Entscheidung gefallen, wir werden aber nichts riskieren“, betonte Trainer Jürgen Klopp.

Der wird eine Mannschaft in die Partie schicken, die bis in die Haarspitzen motiviert sein wird, die gute Ausgangsposition zu nutzen. „Wir sind alle froh darüber, dass wir es aus eigener Kraft schaffen können. Dementsprechend werden wir die Partie angehen“, versicherte der Coach. Allerdings wird er angesichts der Abwehrprobleme nicht unbedingt das Heil nur in der Offensive suchen. „Wir werden hier nicht drauf los stürmen und ,Holla die Waldfee` spielen“, sagte Klopp.

„Wir müssen uns auf die Defensive konzentrieren. Die gewinnt nicht nur Titel, sondern manchmal auch Spiele.“ Leicht wird die Aufgabe trotz der Probleme, die Marseille derzeit hat, nicht. „Die werden kämpfen. Sie sind kein typischer Tabellenletzter. Sie waren in allen Spielen gut“, meinte Klopp.

Marseilles Sportdirektor Jose Anigo, der am Wochenende Elie Baup als Trainer ablöste, will sich mit seiner Mannschaft erhobenen Hauptes aus der Königsklasse verabschieden: „Das ist eine Frage der Ehre. Dortmund ist ein Gegner mit einer großen Qualität, doch werden wir alles daran setzen, ein gutes Ergebnis zu erzielen, um unsere Fans zu versöhnen.“

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