Defizit in der Defensive: Tuchels Suche nach der Balance

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Abteilung Attacke: André Schürrle (links) und Marco Reus sollen gegen Werder Bremen den Ausfall von Pierre-Emerick Aubameyang auffangen.

Dortmund - Mit der Partie bei Werder Bremen startet Borussia Dortmund ins Jahr 2017. Trainer Thomas Tuchel eröffnet im Vorfeld die Aufholjagd und fordert ein Umdenken seines Teams.

Thomas Tuchel stand einen Tag vor der Partie von Borussia Dortmund bei Werder Bremen (Samstag 15.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) sinnbildlich für das, was den Tabellensechsten vor dem ersten Pflichtspiel des Jahres ausmacht: Angeschlagen, aber fest entschlossen wirkte der hörbar erkältete Trainer.

Pünktlich zum Ende der Winterpause füllt sich das Lazarett des BVB nämlich wieder. Roman Bürki, Neven Subotic, Nuri Sahin, Sven Bender, Sebastian Rode und zuletzt auch Emre Mor meldeten sich für die Begegnung des 17. Spieltags ab. Bei Abwehrchef Sokratis und Offensivmann Ousmane Dembélé war Tuchel „verhalten optimistisch“, was einen Einsatz angeht. Der letzte Belastungstest stand noch aus und sollte Klarheit bringen.

"Kann die Gelegenheit nutzen"

Ein Ausfall, mit dem der 43-Jährige bereits lange im Voraus planen musste, ist Pierre-Emerick Aubameyang. Der Top-Torjäger der Bundesliga (16 Treffer) weilt mit Gabun beim Afrika-Cup. „Vorbehaltlich der Abschlusseinheit ist André Schürrle der, der vorne beginnen wird“, sagt der BVB-Coach. „Er fühlt sich dort sehr wohl und hat eine saubere Abschlusstechnik.“

Dem Rekordtransfer der Schwarzgelben blüht in Bremen damit die Chance, eine weitgehend enttäuschende Hinserie vergessen zu machen und die Ablöse von rund 30 Millionen Euro zu rechtfertigen. „Wir erwarten nicht, dass es von null auf hundert wie am Schnürchen klappt“, meint Tuchel, schiebt aber nach: „Er kann jetzt die Gelegenheit nutzen, ein sehr, sehr wichtiger Faktor für uns zu werden.“

Direkte CL-Quali als Anspruch

Der Trainer eröffnet vor dem Rückrundenabschluss die „Aufholjagd“ auf die Tabellenränge eins bis drei, die direkt zur Teilnahme an der Champions League berechtigen. „Das ist unser aller Wunsch und mein ganz persönlicher Anspruch. Wir wissen, dass wir 18 Spiele dafür Zeit haben“, erklärt er. Beginnen soll das Projekt mit drei Punkten in Bremen.

Etwas unwohl fühlt Tuchel sich aufgrund der vierwöchigen Liga-Auszeit, die für Borussia Dortmund am Samstag endet. „Wie immer nach einer Pause weiß keiner genau, wo er steht“, sagt er. Deshalb sei auch Werder, das sich im Winter mit dem dänischen Mittelfeldspieler Thomas Delaney verstärkte, nur schwer einzuschätzen. „Bremen hat große individuelle Qualität – vor allem in der Offensive“, sagt Tuchel und hebt Fin Bartels, Max Kruse, Claudio Pizarro und Serge Gnabry hervor.

Tuchel: Team fehlt Reife und Abgeklärtheit

Seiner eigenen Mannschaft hat der 43-Jährige für die 18 Partien bis Saisonende die Verbesserung des Defensivverhaltens „ins Aufgabenheft“ geschrieben. „Die Anzahl der Chancen und Torschüsse, die wir zugelassen haben, ist für unseren Geschmack etwas zu hoch“, befindet der Borussia-Coach. 19 Gegentore in 16 Spielen – Höchstwert unter den ersten Sechs der Bundesliga-Tabelle – bestätigen dieses Empfinden.

Zugleich will Tuchel die unbestrittenen Qualitäten der zweitbesten Offensivabteilung (35 Treffer) nicht hemmen. Die richtige Balance zu finden, erfordere Abgeklärtheit und Reife, sagte er. Diese Eigenschaften, gibt der Trainer schließlich unumwunden zu, würde er seiner jungen Mannschaft derzeit aber „nicht ins Stammbuch schreiben“.

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