DFB-Pokalfinale

BVB-Trainer Tuchel: "Gekommen, um zu gewinnen!"

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Vor dem DFB-Pokal-Finale strahlt BVB-Trainer Tuchel große Zuversicht aus.

Berlin - Eine schwarze-gelbe Party-Nacht wird es am Wochenende in Berlin nicht geben. Dreimal in Folge erlebten fast 2000 geladene Gäste nach einer Niederlage im Pokal-Endspiel in der Hauptstadt eine Frustveranstaltung.

Wenn der BV Borussia Dortmund am Samstag (20 Uhr/bei uns im Live-Ticker) im vierten Anlauf, diesmal gegen die Frankfurter Eintracht, den Fluch besiegt und den Pokal nach 1965, 1989 und 2012 ein weiteres Mal in den „Pott“ holt, dann wird nur intern im Mannschaftshotel mit Team und Vereinsmitarbeitern gefeiert. Falls nicht, würde der BVB mit fünf Final-Pleiten in Folge einschließlich der Champions League 2013 gegen die Münchner Bayern in Wembley erneut Negativ-Geschichte schreiben.

„Es ist eine herausragende Leistung für einen Verein, viermal in Serie in einem Pokal-Endspiel zu stehen“, beteuert Dortmunds Trainer Thomas Tuchel. „Doch jetzt sind wir nach Berlin gekommen, um auch zu gewinnen.“ Dass die Begegnung vor 74322 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion mit der Frankfurter Eintracht vermutlich sein letztes Spiel auf der Bank des BVB sein dürfte, blendet der Fußball-Lehrer aus. „Ich fühle gerade eine große Ruhe in mir“, betont der 47-Jährige. Die Ereignisse haben für viel Klebstoff innerhalb der Mannschaft sowie zwischen den Spielern und mir gesorgt. Sonst wären die Leistungen gar nicht möglich gewesen."

Kein Kommentar zur Causa "Tuchel" von Watzke

Auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke lässt sich in Berlin bei einer Podiumsdiskussion anlässlich des 50-jähigen Bestehens der Deutschen Sporthilfe nicht aus der Reserve locken. Auf die Frage nach der Zukunft seines Trainers reagiert er gereizt: „Ich gebe seit Wochen die gleiche Antwort. Wir warten erst einmal das Pokalfinale ab und sprechen dann. Es kann nicht sein, dass ich vor dem Gespräch eine Tendenz mitteile. Das wäre unseriös und ist nicht meine Art.“

Alles fokussiert sich bei der Borussia auf die große Möglichkeit, die angesichts des Sprengstoffanschlags und des öffentlichen Streits zwischen Watzke und Tuchel besondere Saison zu einem versöhnlichen Ende zu führen. Wobei es dem Vorsitzenden der Geschäftsführung gewiss nicht leicht fallen dürfte, den Fans die Trennung vom Trainer nach einem Pokaltriumph zu erklären. Tuchel jedenfalls bleibt zielorientiert: „Ein Titel nach dieser Saison wäre ein ganz besonderer Schlusspunkt. Ich glaube ganz fest, dass die Gedanken von allen ausschließlich dem Spiel gelten.“

Reus ist heiß auf das Finale

Das wird aus Sicht des Dortmunder Fußball-Lehrers schwer genug. Frankfurt bezeichnet er als sehr unangenehmen Gegner, der aggressiv und dabei sehr köperbetont agiert. „Die Eintracht hat durch die Hinrunde hindurch tollen Fußball gespielt“, erklärt Tuchel. „Durch ein paar unglückliche Ergebnisse haben sie dann etwas den Faden verloren.“ Dennoch sei die Handschrift des Trainerkollegen Niko Kovac deutlich zu erkennen. „Sein großes Selbstvertrauen überträgt sich auch auf die Mannschaft“, sagt Tuchel. „Es ist sehr schwer, gegen die Eintracht Torchancen herauszuspielen.“

Tuchels taktische Vorgabe an die Mannschaft ist klar. Sie soll das Tempo bestimmen und dominant spielen. Besonders wichtig wird es für die Borussia sein, mit Blick auf die zuletzt magere Chancenverwertung die Effizienz im Abschluss zu verbessern. Marco Reus war in jüngster Vergangenheit ein Garant für sehr wichtige und entscheidende Tore. Er ist besonders ehrgeizig, will das Final-Trauma ablegen und seinen ersten Titel im Profi-Fußball erringen. „Ich freue mich tierisch auf das Spiel und bin unglaublich optimistisch. Wir haben in diesem Jahr viele negative Sachen erlebt und sind trotzdem immer rausgekommen“, strahlt das Dortmunder Urgestein durchaus Zuversicht aus. Zumal sich die personelle Situation des BVB in den vergangenen Tagen merklich entspannt hat. Tuchel muss nur auf Mario Götze (Stoffwechselerkrankung) und Julian Weigl (Spunggelenk-OP) verzichten. Ein kleines Fragezeichen steht lediglich noch hinter Marcel Schmelzer (muskuläre Probleme).

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