4:1-Sieg gegen Galatasaray

Borussia Dortmund stürmt in Rekordzeit ins Achtelfinale

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International ist auf den BVB weiter Verlass.

DORTMUND - International ist auf den BVB weiter Verlass. Den Trauertagen in der Bundesliga folgt mit beeindruckender Konstanz zumindest ein Feiertag in der Champions League. Gestern Abend gelang den Dortmundern vor 65 851 Zuschauern mit dem 4:1 (1:0) gegen Galatasaray Istanbul der vierte Sieg in der Vorrundengruppe D und damit der schnellste Achtelfinaleinzug der Vereinsgeschichte.

Von Peter Schwennecker

„Für uns war das ein fantastisches Spiel. Sorge hatte ich gar keine. Ich habe der Mannschaft angesehen, dass sie stabil ist“, sagte Trainer Jürgen Klopp. Und auch Sportdirektor Michael Zorc war mit der Partie zufrieden: „Wir haben sehr souverän gespielt. Es hat zwar ein bisschen gedauert, bis wir die Lücke gefunden haben. Das 1:0 war dann der Brustlöser“, sagte er.

Wenn Klopp den feinen Zwirn anzieht, ist bei den Schwarz-Gelben von Selbstzweifeln und Verunsicherung im Gegensatz zu den meisten Bundesliga-Auftritten nichts zu sehen. Klopp hatte die Elf gegenüber der Partie beim FC Bayern München nur auf einer Position verändert, brachte Neven Subotic für den verletzten Mats Hummels in der Innenverteidigung.

Gäste agierten nicht so naiv wie im Hinspiel

Die Dortmunder starteten gegen den türkischen Tabellenführer schwungvoll, liefen sich aber in der Anfangsphase oft in der Doppel-Viererkette der Gäste fest.  Das Team von Trainer Cesare Prandelli agierte in der Defensive nicht so naiv wie beim 4:0-Erfolg des BVB im Hinspiel. Die Dortmunder griffen immer wieder geduldig an. Und zwangsläufig ergaben sich Chancen. Verteidiger Sokratis traf nach einer Ecke von Marco Reus nur die Querlatte (25.). Wenig später schoss Shinji Kagawa nach einem Hackentrick von Henrikh Mkhitaryan knapp vorbei. Dann vergab Subotic freistehend aus spitzem Winkel.

Das erlösende 1:0 durch Marco Reus

Nach 39 Minuten fiel das erlösende 1:0. Reus nahm einen langen Pass von Lukasz Piszczek auf und vollstreckte sicher. Auf der Gegenseite wurde Schlussmann Roman Weidenfeller im ersten Durchgang nur durch einen Fallrückzieher des Niederländers Wesley Sneijder geprüft, den er aber sicher abfing.

Dreiminütige Unterbrechung

Mit einem Feuerwerk begann der zweite Durchgang. Allerdings eines, auf das man verzichten kann. Galatasaray-Fans warfen Knallkörper auf das Spielfeld, so dass Schiedsrichter Pavel Kralovec (Tschechien) die Begegnung für drei Minuten unterbrach. „Da wurden ständig Böller geschmissen auch in Richtung unserer Fans, das war eine permanente Provokation“, sagte Zorc nach der Partie.

Die Statistik

Dortmund:  Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Sokratis, Durm – Bender (85. Ramos), Kehl – Mkhitaryan, Kagawa (63. Gündogan), Reus (71. Immobile) – Aubameyang

Galatasaray Istanbul:  Muslera – Hakan Balta, Chedjou, Semih Kaya, Tarik Camdal – Felipe Melo – Hamit Altintop (82. Yasin), Dzemaili, Selcuk Inan – Umut Bulut (85. Burak), Sneijder

Zuschauer: 65 851 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Pavel Kralovec (Tschechien)

Tore:  1:0 Reus (39.), 2:0 Sokratis (56.), 2:1 Balta (70.), 3:1 Immobile (74.), 4:1 Semih (Eigentor/86.)

Gelbe Karten:  – / Inan, Balta, Dzemaili

Die Strafe der Uefa ist Istanbul gewiss, die der Borussia folgte direkt. Nach einer Ecke von Kagawa legte Sebastian Kehl per Kopf den Ball für Sokratis auf, der aus kurzer Distanz zum 2:0 (56.) vollstreckte.

Gelegenheit für Trainer Klopp, mit Blick auf das so wichtige Bundesliga-Heimspiel am Sonntag (17.30 Uhr) gegen Borussia Mönchengladbach Kräfte zu schonen. So durfte nach einer Stunde der fleißige Kagawa vorzeitig unter die Dusche. Für ihn kam Ilkay Gündogan. Danach erhielt auch noch Ciro Immobile als Ersatz für Reus eine Chance, sich im Angriff zu bewähren.

Anschlusstreffer durch Hakan Balta

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gäste aus Istanbul wieder für Spannung gesorgt. Nach einer Ecke von Sneijder gelang Hakan Balta per Kopfball der Anschlusstreffer (69.). Es war nach 445 Minuten der erste Gegentreffer für den BVB in der Königsklasse. Der die Dortmunder aber nicht sonderlich beeindruckte.

BVB besiegt Galatasaray 4:1

Nach einem schnellen Konter über Pierre-Emerick Aubameyang landete das Leder bei Immobile, der den Ball an Schlussmann Fernando Muslera vorbei zum 3:1 ins Tor bugsierte. Immobile war auch am vierten Treffer (86.) beteiligt. Sein Schuss wurde von Semih Kaya zum 4:1 abgefälscht.

Damit hatte die Borussia Klopps Vorgabe erfüllt. Sie hatte den Sack in der Champions League zugemacht und Selbstvertrauen für die Partie gegen Mönchengladbach getankt. Mehr geht an solchen BVB-Feiertagen nicht.

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