1. wa.de
  2. Sport
  3. BVB 09

Aus in München: Der BVB wacht zu spät auf

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Martin Bytomski

Kommentare

Ömer Toprak (links) schied mit dem BVB in DFB-Pokal in München aus.
Ömer Toprak (links) schied mit dem BVB in DFB-Pokal in München aus. © dpa

Für Borussia Dortmund ist im DFB-Pokal-Achtelfinale nach der knappen Niederlage beim FC Bayern Endstation. Die Münchner verpassten eine frühere Vorentscheidung.

München - Die große Sensation blieb aus. Borussia Dortmund muss nach der 1:2 (0:2)-Niederlage beim FC Bayern im Achtelfinale des DFB-Pokal die Segel streichen und die Mission Titelverteidigung vorzeitig beenden.

Für BVB-Trainer Peter Stöger war es nach zwei Siegen seit Amtsantritt bei den Schwarz-Gelben die ersten Niederlage. Die Münchner revanchierten sich mit dem Sieg für die 2:3-Niederlage im Pokal-Halbfinale der vergangenen Saison.

"Die erste Halbzeit war gar nicht gut von uns. Wir haben kämpferisch und läuferisch alles vermissen lassen", kritisierte Keeper Roman Bürki, bester Dortmunder auf dem Platz: "Wir haben uns gut zurück gekämpft, mit etwas Glück fällt vielleicht das zweite Tor." Stöger meinte: "Es war ein verdienter Sieg für die Bayern. Wir sind in der ersten Halbzeit nicht so aufgetreten wie wir uns das vorstellt hatten."

Dortmunds Chefcoach setzte erneut auf Kontinuität, konnte aber nicht auf Angreifer Pierre-Emerick Aubameyang bauen. Der Gabuner musste wegen einer Hüftprellung passen. Für den Torschützenkönig rückte Marc Bartra in die Startelf und sortierte sich als fünfter Defensivspieler in die Verteidigung ein. Als Sturmspitze ersetzte Andrey Yarmolenko den verletzten Aubameyang. "Wir wollen den Ausfall von Aubameyang im Kollektiv auffangen", gab Stöger vor dem Anpfiff einen Einblick in seine taktischen Überlegungen.

Vidal trifft früh die Latte

Zu Beginn dominierten die Bayern das Geschehen. Die Dortmunder zogen sich zurück und überließen den Münchnern weite Teile des Spielfeldes. Bereits nach wenigen Augenblicken stockte den mehr als 6000 Dortmunder Fans unter den 75000 Zuschauern in der ausverkauften Münchner Arena der Atem.

Joshua Kimmich flankte präzise auf Arturo Vidal, der mit seinem Kopfball die Latte zum Beben brachte. Das Offensivfeuerwerk der Bayern war noch nicht vorbei. Noch in den ersten zehn Minuten scheiterten James Rodriguez und gleich doppelt der Ex-Dortmunder Robert Lewandowski. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Doch in der 12. Minute war das Glück der Gäste aufgebraucht. Nach einer James-Flanke hatte BVB-Keeper Roman Bürki den Kopfball von Niklas Süle noch an der Latte die lenken können, doch beim Kopfstoß von Jerome Boateng war auch der Schweizer machtlos - 0:1.

Mangelhafte Zweikampfführung

Die Führung war völlig verdient. Obwohl die Borussen teilweise mit allen Spieler tief in der eigenen Hälfte standen, war die Zweikampfführung mangelhaft. Ohne Aggressivität und Leidenschaft war es für den Rekordmeister ein leichtes, sich durch die massive Dortmunder Abwehr zu kombinierten.

Nach dem Tor nahmen die Münchner den Fuß vom Gaspedal, der Druck auf das Gehäuse der Gäste nahm stark ab. Doch daraus schlugen die Borussen kein Kapital, die wenigen zaghaften Angriffsversuche endeten weit vor dem Strafraum der Bayern.

Stöger reagiert früh

Stöger tat seine Unzufriedenheit durch einen Wechsel nach 34 Minuten kund, der überforderte Marc Bartra wurde durch Mahmoud Dahoud ersetzt. Und nur Augenblicke später hätte die taktische Umstellung fast ausgezahlt, doch Yarmolenkos Schuss kratzte David Alaba von der Linie.

Fünf Minuten vor der Halbzeit dann die nächste kalte Dusche: Thomas Müller war nach einem Doppelpass mit Lewandowski durch und schob locker per Lupfer zur hochverdienten 2:0-Pausenführung ein. "Mit dem 0:2 waren wir nach der ersten Halbzeit noch gut bedient", meinte Dortmunds Kapitän Marcel Schmelzer.

Bürki zeichnet sich mehrfach aus

Der zweite Durchgang begann mit einer Glanzparade von Bürki, der einen Schuss von Rodriguez entschärfte. Und nur vier Minuten später bewahrte der 27-Jährige mit einer artistischen Flugeinlage nach einem Kopfball von Müller seine Mannschaft vor dem 0:3.

Die Bayern ließen es nach der wilden Anfangsphase ruhiger angehen. Die Folge: Der BVB hatte mehr vom Spiel, schob seine Ketten weiter nach vorne.

Doch das behäbige Verhalten der Münchner wurde bestraft. Yarmolenko (76.) nickte nach einer Kagawa-Flanke vom langen Pfosten ein. Das Tor wirkte als Hallo-Wach-Effekt - doch er kam zu spät. Die Dortmunder wurden mutiger, doch gute Möglichkeiten blieben bis auf die Schüsse der eingewechselten André Schürrle und Alexander Isak Mangelware.

Verpassen Sie keine Nachricht zu Borussia Dortmund und werden Sie Fan unserer Facebook-Seite.

Auch interessant

Kommentare