Dortmund schenkt Titel nicht ab

Der BVB steht auf: Hinfallen, aufstehen, Krönchen zurechtrücken

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Die BVB-Chef-Etage um Sportdirektor Michael Zorc (von lins), Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sebastian Kehl (Leiter der Lizenzspieler-Abteilung) hakt die Meisterschaft noch nicht ab.

Borussia Dortmund versucht, sich nach einem verrückten Wochenende am Patzer des FC Bayern aufzurichten. Bang erwarten die Dortmunder die Sperre gegen Marco Reus.

Dortmund - Lucien Favre hat voreilig abgeschenkt, aber sein Boss denkt nach einer fuchsteufelswilden Achterbahnfahrt durch das Fußball-Wochenende nicht mal ans Aufgeben.

"Wir werden alles versuchen, die Bayern noch abzufangen", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund dem SID am Montag kämpferisch. Da hatte der FC Bayern überraschend gepatzt, der Derby-Schock begann sich zu legen - und der BVB fasst frischen Mut.

"Drei Spieltage vor Saisonende nur zwei Punkte Vorsprung für den Spitzenreiter: Das hat es lange nicht gegeben und tut der Bundesliga sehr gut", betonte Watzke.

Sportdirektor Michael Zorc nahm nach dem Bayern-Spiel beim 1. FC Nürnberg (1:1) am Sonntag erleichtert zur Kenntnis, dass "wir wieder dabei sind".

Mit wackligen Knien in den Endspurt

Das alte Postkarten-Motto für gestürzte Prinzessinnen will sich auch der BVB nach dem niederschmetternden Derby-Desaster gegen Schalke 04 (2:4) zu Herzen nehmen: Hinfallen, aufstehen, Krönchen zurechtrücken - und weiter geht's. Auf in den Endspurt. Wenn auch mit reichlich wackligen Knien.

Der Sonntag war bei diesem Vorhaben äußerst hilfreich. Fraglich ist allerdings, wie Favre seiner am Boden zerstörten Mannschaft beibringen will, dass sich das Rennen lohnen könnte. Im Frust hatte der Trainer schließlich bekannt, der Titel sei bereits "verspielt", was seine Vorgesetzten einigermaßen verwunderte, vielleicht auch verärgerte. Sie pfiffen den Schweizer noch am Samstag zurück, spätestens das Bayern-Spiel gab ihnen recht.

Zorc: Verpflichtung gegenüber unseren Fans

"Lucien hat das aus der Emotion und Enttäuschung direkt nach dem Abpfiff heraus gesagt", sagte Zorc. "Aber wir geben erst dann auf, wenn es rechnerisch nicht mehr möglich ist. Das ist unsere Verpflichtung auch gegenüber unseren Fans."

Borussia Dortmund siegreich im Revierderby beim FC Schalke 04

Am Sonntagabend war klar: Diese Pleite ist immerhin (noch) keine entscheidende. Es heiße ja nicht umsonst Vor-Entscheidung, wie Watzke feststellte: "Das impliziert, dass keine endgültige Entscheidung gefallen ist." Andererseits wurde das Derby durch den Münchner Aussetzer gleich noch mal doppelt ärgerlich: Ein Sieg, und der BVB wäre in der Tabelle wieder vorne gewesen.

Hätte, wäre, wenn: Was hilft's. "Wir müssen daraus unsere Lehren ziehen und nicht lamentieren", fordert Watzke. "Ich erwarte von allen Beteiligten, dass wir uns die letzten drei Spiele voll reinknien und niemand vorzeitig die weiße Flagge hisst." Dazu gibt es auch keinen Anlass.

Reus wird dem BVB zunächst fehlen

Am Montag schauten alle beim BVB bangen Blickes nach Frankfurt am Main. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sperrte den Kapitän Reus für zwei Spiele - ein erwartetes Urteil. Für den Dortmunder Kapitän sprach, dass er in seinem 259. Bundesliga-Spiel erstmals Rot sah, zudem war ihm keine Absicht zu unterstellen.

Reus ist damit im Gegensatz zu Marius Wolf (drei Spiele Sperre, Saison beendet) zum Saisonfinale gegen seinen Ex-Klub Borussia Mönchengladbach am 18. Mai wieder dabei. Läuft es gut, könnte er an diesem Tag endlich seinen ersten Meistertitel feiern. Er sollte dafür besser nicht auf seinen Trainer hören.

sid

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