BVB-Präsident

Rauball hört als DFL-Präsident auf und mahnt Strukturreform an

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Reinhard Rauball zieht sich bald als DFB-Präsident zurück.

Mit BVB-Präsident Reinhard Rauball zieht sich im nächsten Jahr einer der renommiertesten und anerkanntesten Spitzenfunktionäre aus der Deutschen Fußball Liga zurück. Die DFL benötige eine zeitgemäße Organisationsform, mahnt er.

Frankfurt/Main - Reinhard Rauball tritt als Präsident der Deutschen Fußball Liga (DFL) im nächsten August ab. Mit dem Ausscheiden des 71-Jährigen verliert der deutsche Fußball in einer seiner größten Krisen eine wichtige Figur, die oft als Vermittler zwischen dem Profigeschäft und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) wirkte.

"Die Welt um uns herum hat sich verändert. Wir müssen daher als DFL einiges für uns selbst neu definieren. Dazu gehört auch die Frage: Was ist der beste organisatorische Rahmen, die richtige Struktur für die DFL und ihre Gremien?", erklärte Rauball nach einer Präsidiumssitzung am Montag in Frankfurt/Main. Die Aufgaben seien von einer Person kaum mehr auszufüllen.

Vor diesem Hintergrund habe er bereits im April das Gespräch mit seinen beiden Stellvertretern Peter Peters und Helmut Hack gesucht. "Gemeinsam sind wir überzeugt davon, dass der DFL e.V. als Zusammenschluss der 36 Klubs eine neue zeitgemäße Organisationsform benötigt", sagte Rauball, der für die nächste Wahlperiode nicht mehr zur Verfügung steht.

Zwölf Jahre an der Spitze der DFL

Rauball ist zugleich erster Vizepräsident des DFB und hatte nach dem unrühmlichen Abgang von Verbandsboss Wolfgang Niersbach 2015 in der Affäre um die Weltmeisterschaft 2006 gemeinsam mit Rainer Koch den größten Sportfachverband der Welt kommissarisch geleitet.

 Der Jurist ist zudem seit 2004 bereits zum dritten mal Präsident von Borussia Dortmund und half dem BVB immer wieder in wirtschaftlich ganz schweren Zeiten. 2007 hatte er als Nachfolger des verstorbenen Werner Hackmann den Vorsitz des damaligen Ligaverbandes der 36 Erst- und Zweitligaclubs übernommen.

"Im kommenden Jahr werde ich zwölf Jahre als Präsident an der Spitze der DFL stehen. Gemeinsam mit den Klubs, ihren Vertretern in den Gremien und der DFL-GmbH konnte einiges im Sinne des deutschen Profi-Fußballs erreicht werden", bilanzierte Rauball.

"Bedeutende Weichenstellungen"

Und weiter: "Fakt ist aber genauso: Aktuell stehen Bundesliga und 2. Bundesliga vor bedeutenden Weichenstellungen - mit Blick auf die sportliche und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich, aber auch in Bezug auf das Verhältnis der Klubs und der beiden Ligen untereinander."

Rauball gilt als begnadeter Diplomat und souveräner Stratege, der seine Kritik immer in bedachte Worte gepackt hat. "Ich bin Repräsentant der Emotionen", das sagte Rauball mal der Tageszeitung Die Welt.

Gemeinsam mit Christian Seifert, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung und Vermarktungsexperten, ist er seit Jahren das Gesicht der DFL. 2016 war der Spitzenfunktionär einstimmig und ohne Gegenkandidat wiedergewählt worden und kündigte an, die Aufgabe "mit Herzblut" zu erfüllen. Aber schon damals deutete sich an, dass seine vierte Amtszeit seine letzte sein könnte.

Lob von Watzke

Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer des BVB, würdigt den 71-Jährigen für seine Arbeit. "Die Entscheidung von Reinhard Rauball gilt es zu respektieren – so schwer das auch fallen mag. Im Namen von Borussia Dortmund möchte ich ihm ein großes Dankeschön für eine außerordentlich erfolgreiche Zeit in dieser Funktion aussprechen", erklärte Watzke.

"Der Ligaverband hat unter seiner Führung eine ungemein positive Entwicklung genommen. Rein sportlich betrachtet waren der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2014 und das deutsche Champions-League-Endspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München im Jahr 2013 sicher die Highlights seiner Präsidentschaft", so der BVB-Boss: "Gerade vor diesem Hintergrund sollte aber nicht in Vergessenheit geraten, dass sich Reinhard Rauball immer für den eminent wichtigen Interessensausgleich zwischen den kleineren und den größeren Klubs im deutschen Profi-Fußball eingesetzt hat. Für sein langjähriges, erfolgreiches und immer um einen konstruktiven Dialog bemühtes Wirken gebührt ihm der allergrößte Respekt."

dpa/WA

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