Borussia Dortmund

Ungeduldiger Weigl meldet sich mit Ansprüchen zurück

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Julian Weigl (links) peilt sein Pflichtspiel-Comeback beim BVB an.

Julian Weigl ist wieder voll im Saft. Nun braucht er Praxis, um wieder voll bei Borussia Dortmund eingreifen zu können. Axel Witsel müsse da nicht zwingend sein Konkurrent sein.

Dortmund – Die Situation ist keine ungewohnte für Julian Weigl. Vor einem Jahr, als Borussia Dortmund mit Peter Bosz einen neuen Trainer bekommen hatte, fehlte der Mittelfeldspieler in der Vorbereitung wegen einer Sprunggelenk-Verletzung. Nun musste er wegen Adduktorenproblemen bei weiten Teilen ebenfalls aussetzen, als seine Kollegen begannen, die Philosophie ihres neuen Coaches Lucien Favre zu verinnerlichen. Ein Lernprozess, damit umzugehen? „Ich war dieses Mal genauso sauer wie im letzten Jahr“, sagt der 23-Jährige.

Doch dieser Zustand ändert sich allmählich. Denn Weigl macht große Fortschritte. Nachdem er zuvor bereits für die Amateure des BVB zum Einsatz gekommen war, stand er am Donnerstag im Test bei Drittligist VfL Osnabrück (6:0) wieder 90 Minuten lang mit den Profis auf dem Rasen. "Für mich war es ein ganz wichtiger Schritt, um dem Trainer zu zeigen, dass ich so langsam auf meine 100 Prozent komme“, erklärt Weigl.

In puncto Fitness habe er sie schon längst erreicht: „Ich habe keine Probleme.“ Aber in Sachen Leistungsvermögen fehle ihm noch ein wenig – nicht ungewöhnlich nach einer so langen Pause seit Mai. „Um wieder auf das Niveau zu kommen, auf das ich will, brauche ich Spiele“, sagt Weigl.

Weigl und Witsel: "Warum nicht?"

Klingt nach einer einfachen Rechnung. Favre dürfte es damit alles andere als leicht haben. Denn allen voran mit den Verpflichtungen von Thomas Delaney und allen voran Axel Witsel hat der 60 Jahre alte Schweizer im Mittelfeldzentrum ohnehin schon die Qual der Wahl. Nun meldet auch noch Weigl mit Ansprüchen zurück. „Ich bin fit und ungeduldig“, sagt er grinsend: „Ich biete mich weiter an und bin mir sicher, dass ich meine Chance bekommen werde.

Den Konkurrenzkampf – etwa mit dem 29 Jahre alten Witsel, der „viel Erfahrung, Qualität und Ruhe“ mitbringe – scheue er nicht. Zumal Weigl auch nicht ausschließt, mal gemeinsam mit dem Belgier aufzulaufen. „Im Training haben wir auch schon das eine oder andere Mal zusammengespielt, und es hat gut funktioniert. Also warum nicht?“, berichtet Weigl: „Es ist immer ein wenig vom Gegner abhängig, ob man viel Ballbesitz hat oder ob es ein Kampfspiel wird. Da wird der Trainer immer versuchen, die richtigen Puzzle-Teile zusammenzustecken.“

Chance auf Nationalmannschaft

In der bisher praktizierten 4-3-3-Formation des BVB wäre Weigl als Sechser und Witsel ein Stück weiter vorne als Achter denkbar – neben einem kreativeren Part à la Mahmoud Dahoud oder Mario Götze. Dass Weigl Probleme mit dem System des detailverliebten Favre haben werde, glaube er indes nicht. „Er hat schon seine klaren Vorstellungen, gibt dir auf den Positionen aber auch gewisse Freiräume, was für mich sehr, sehr wichtig ist“, sagt der Mittelfeldspieler: „Bisher fühle ich mich da sehr wohl.“

Kann er das dann auch wirklich auf den Rasen bringen, dürfte Weigl auch schnell wieder eine Option für die Nationalmannschaft werden. Dort setzte Bundestrainer Joachim Löw in den ersten beiden Partien nach der verkorksten WM auf Joshua Kimmich als Sechser – ein ähnlicher Spielertyp wie Weigl. „Ich tue gut daran, mich erst einmal auf die Situation hier beim BVB zu konzentrieren“, sagt der 23-Jährige. Er ist sich jedoch bewusst: „Wenn ich hier auf mein Top-Niveau komme, weiß ich, dass ich eine Chance hab, wieder dabei zu sein.“

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