BVB: Watzke erwartet "Knochenarbeit"

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BVB-Geschaftsführer Hans-Joachim Watzke.

DORTMUND - „Das wird Knochenarbeit! Wir stehen genau dort, wo wir stehen: in den unteren Tabellenrängen! Wir müssen alle Kraft aufbringen, um dort unten rauszukommen“, sagt Hans-Joachim Watzke vor dem anstehenden Heimspiel gegen Hannover in einem Interview mit der Bild-Zeitung.

Die Zeitung fragt: Haben Sie Klopp beim BVB je so ratlos und ausgebrannt erlebt wie derzeit?

„Falls er nach dem Spiel für einen Moment diesen Eindruck vermittelt haben sollte, dann wäre das eine Form von Echtheit. Wenn du aus fünf Spielen nur einen Punkt holst, beim 1. FC Köln in dieser Art und Weise verlierst – und dann anders reagieren würdest, dann würde ich die Welt ehrlich gesagt nicht mehr verstehen. Jürgen ist kein Schauspieler, sondern er ist wie er ist - und das finde ich sehr positiv. Man darf auch mal für ein paar Stunden seine Niedergeschlagenheit zeigen, bis man wieder mit festem Willen zum Kämpferischen übergeht. Das ist mir deutlich lieber als ein Trainer, der nach einer Pleite nur mit Worthülsen um sich wirft!“

Befürchten Sie, dass Klopp selbst den Job bei anhaltendem Misserfolg hinschmeißen könnte?

„Das schließe ich komplett aus! Jürgen wird immer die passende Lösung finden. Außerdem fühlt er sich unserem gemeinsamen Projekt viel zu sehr verbunden. Wir stehen seit Jahren auf der Sonnenseite, sind von Erfolg zu Erfolg geeilt. Warum sollten wir uns dann jetzt in der ersten wirklichen sportlichen Krise nur mit Negativ-Gedanken beschäftigen?“

Wie findet der BVB zurück zum Erfolg?

„Ich persönlich glaube, dass das keine Veranstaltung von ein paar Wochen wird. Wir müssen jetzt bis Weihnachten deutlich die Dinge ändern, die bislang nicht gut gelaufen sind und uns eine bessere Ausgangsposition verschaffen.“ Bild

Würden Sie mit Klopp sogar in die 2. Liga absteigen? „Das ist doch gar nicht das Thema. Wir werden nicht in Abstiegsgefahr geraten! Aber wir sind meilenweit von dem entfernt, was wir uns vorgenommen haben. Demzufolge ist es eine sehr ernste Situation. Das Besondere an Borussia Dortmund und dem Klub-Umfeld ist, dass wir trotzdem die nötige Ruhe bewahren und besonnen handeln. Was wir zurzeit nicht mehr ausstrahlen, ist Gelassenheit. Aber das dürfen wir angesichts unserer Ergebnisse auch nicht mehr...“

Es bleibt also bei der Job-Garantie auf Lebenszeit für Klopp?

„Ich habe immer gesagt, dass unser Trainer das Ende seiner Zeit beim BVB selbst bestimmt. Dabei bleibt es! Jürgen ist genauso akribisch und innovativ wie am ersten Tag. Er ist nicht eine Sekunde lang amtsmüde, er hat genau die gleiche Energie.“ Bild

Wie weit würde Dortmund wirtschaftlich und sportlich durch eine Saison ohne Champions League-Teilnahme zurückgeworfen?

„Das wäre rein wirtschaftlich gar kein Problem. Der BVB hat schon viele Krisen durchlaufen, aber das einzig Positive an der aktuellen Situation ist doch - noch nie auf einem solchen wirtschaftlichen Niveau! Das darf aber kein Baldrian für Spieler sein. Wirtschaftlich kann uns in den nächsten Jahren nichts erschüttern. Aber das ist noch lange keine sportliche Aussage. Und mir geht es um Fußball...“

13 Punkte hinter Bayern, 7 Punkte hinter einem Champions League-Rang, schlechtester Saison-Start seit 27 Jahren – müssen Sie ihr Saison-Ziel (Platz 2) korrigieren?

„Wir korrigieren überhaupt nichts! Das Einzige, was wir korrigieren müssen, ist unser Verhalten auf dem Platz. Was aber nicht heißt, dass wir aktuell hinter irgendwelchen Champions League-Spinnereien herhecheln sollten! Wir müssen uns in den nächsten Wochen von unten lösen, um eine Basis für neue Perspektiven in der Rückrunde zu schaffen. Jetzt von den Champions League-Rängen zu sprechen, wäre völlig deplaziert.“

Was fehlt beim BVB aktuell?

„Der Wille ist es nicht, der ist vorhanden. Das zeigen ja unter anderem die Laufleistungen. Es fehlt die letzte Konzentration und Konsequenz. Man muss es auch mal wieder krachen lassen und für den Erfolg bereit sein, Schmerzen zu ertragen! Ich hoffe, das hat jetzt auch der Letzte bei uns endlich verstanden! Und zwar nicht nur gegen Arsenal, sondern auch gegen Klubs wie Köln...“

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