Borussia Dortmund - Hertha BSC 1:2

Jürgen Klopp muss in der Pause sehr viel nachdenken

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Der BVB setzte den Jahresausklang gegen die Hertha in den Sand. Hier kämpft Nuri Sahin gegen Per Ciljan Skjelbred.

DORTMUND - Für Jürgen Klopp war es eine völlig neue Erfahrung. Mit dem 1:2 (1:2) zum Hinrunden-Abschluss gegen Hertha BSC Berlin schrieb er mit seiner Mannschaft ein negatives Kapitel Dortmunder Fußball-Geschichte. Erstmals seit April 2000, damals unter Trainer Bernd Kraus, gab es drei BVB-Heimniederlagen in Folge. Noch nie hatte Klopp mit den Schwarz-Gelben in einer Halbserie fünf Niederlagen kassiert.

Von Peter Schwennecker

„Das fühlt sich alles sehr bescheiden an“, sagte der Dortmunder Fußball-Lehrer, dessen Wortwahl dann noch etwas drastischer ausfiel: „Wenn wir aus dem beschissenen Ende 2013 die richtigen Schlüsse ziehen, dann können wir daraus ein großartiges Jahr 2014 machen.“

Tief saß der Frust beim Trainer der Borussia, der alles andere als zufrieden wirkte: „Wir haben im ersten Teil der Saison sehr viel geleistet. Wir hinken aber den extrem hohen Ansprüchen, die wir an uns selber stellen, hinterher. Keines der fünf Spiele, die wir verloren haben, hätten wir verlieren müssen. Das muss sich in der Rückrunde ändern.“

Ungewohnt lange hielt sich Klopp nach der Begegnung mit der Mannschaft in der Kabine auf. Es gab nach der enttäuschenden Vorstellung gegen die Hertha reichlich Gesprächsbedarf. Da galt es auch für den Trainer zu ergründen, warum die Mannschaft nach dem schnellen Führungstor durch Marco Reus (7.) nicht nachsetzte, so früh den Fuß vom Gas nahm und anschließend dem Aufsteiger durch katastrophale Abwehrfehler von Eric Durm und Marian Sarr die beiden Treffer durch Adrian Ramos (23.) und Sami Allagui (45.) ermöglichte.

Auch in der zweiten Halbzeit suchte der BVB trotz aller Bemühungen gegen tapfer verteidigende Berliner vergeblich den Rhythmus. Eine Erklärung fand Roman Weidenfeller: „Die Zielstrebigkeit und die Bereitschaft, ein körperbetontes Spiel abzuliefern, sind bei uns auf der Strecke geblieben“, meinte der Schlussmann. „2014 müssen wir anders angehen. Wir müssen wieder das alte Borussia-Gesicht zeigen und nicht das der vergangenen Wochen. Wir müssen uns den wichtigen Dingen widmen – und das ist die Bundesliga.“

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BVB verliert zuhause gegen Hertha 1:2

Der Tanz auf drei Hochzeiten, gepaart mit dem großen Verletzungspech, hat das Letzte aus den Borussen herausgeholt. Die Mannschaft wirkte gegen die Hertha einfach platt und ausgelaugt. Das erkannte auch Klopp: „Vor allem das letzte Drittel dieses Jahres war unglaublich intensiv für uns. Wir können die Winterpause und die Ruhe sehr gut gebrauchen“, sagte der Dortmunder Fußball-Lehrer, dem wenig Zeit bleibt, sein Team wieder auf Kurs zu bringen.

„Wir haben uns selbst eingebrockt, dass wir in dieser Pause über sehr viel nachdenken müssen. Ich werde das jetzt tun, und am 5. Januar geht’s wieder von vorne los.“

Mit einem weitaus angenehmeren Gefühl darf dagegen sein Berliner Kollege Jos Luhukay Weihnachten und den Jahreswechsel feiern. Schließlich sammelten die Berliner als Aufsteiger außergewöhnliche 28 Punkte. „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Der Sieg ist die Krönung für eine großartige Hinrunde“, jubelte der Niederländer.

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