Lewandowski im Kader

BVB verschnupft im milden St. Petersburg

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Robert Lewandowski

ST. PETERSBURG - Eine große Sorge war den Dortmunder Borussen direkt nach der Landung in St. Petersburg genommen. Die im Februar oft gefürchteten eisigen Minus-Temperaturen am Baltischen Meer werden den Fußball-Bundesligisten am Dienstag ab 18 Uhr (live bei Sky) im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League nicht behindern.

Von Peter Schwennecker

Bei angenehmen fünf Grad und blauem Himmel trafen die Schwarz-Gelben in Nord-Russland ein. Beim Spiel soll es nicht wesentlich kühler werden. Weitaus frostiger war die Stimmung im Lager des BVB nach der 0:3-Pleite in Hamburg. „Wir haben schon oft nach Niederlagen in der Champions League die entsprechende Reaktion gezeigt“, hofft Trainer Jürgen Klopp in der Partie bei Zenit auf das wahre Gesicht seiner Elf.

Genervt zeigt sich der Coach von einem schlecht vorbereiteten Dolmetscher in der Pressekonferenz vor dem Abschlusstraining im Petrovsky-Stadion, um dann allerdings doch noch für Lacher zu sorgen. Die Frage eines russischen Reporters nach dem großen Verletzungspech beantwortete der 47-Jährige flapsig: „Das ist wie so oft im Leben. Wenn die Waschmaschine kaputt ist, geht auch noch der Trockner im Arsch. Und dann folgt meistens der Fernseher.“

Was auch den neben ihm sitzenden Sebastian Kehl erheitert, der die Pleite in der Bundesliga schon abgehakt hat. „Wir lassen uns nicht von einer Niederlage herunter ziehen“, erklärt er, „zumal vorher nicht alles schlecht war.“ Kehl wird heute den wegen einer Schambeinentzündung fehlenden Sven Bender auf der Doppelsechs neben Nuri Sahin ersetzen. Der Kapitän sieht der Aufgabe mit Respekt entgegen: „Wir sind gewarnt. St. Petersburg ist weitaus besser, als viele diese Mannschaft in Deutschland sehen. Obwohl sie noch nicht im Spielbetrieb sind, werden sie nach mehreren Trainingslagern sehr gut vorbereitet sein. Das wird eine sehr unangenehme Partie.“

Erleichtert ist Trainer Klopp darüber, dass die zuletzt angeschlagenen Robert Lewandowski und Mats Hummels (Stauchung im Fuß) zur Verfügung stehen. Lewandowski wird auch spielen können, weil die Erkältung inzwischen abgeklungen ist. „Wir wollen ein gutes Spiel machen und zumindest ein Auswärtstor erzielen“, sagt der Pole. Dagegen dürfte Hummels nach seiner langen Pause und ohne Spielpraxis wohl kaum zur Startformation des Bundesligisten zählen.

Auch Hans-Joachim Watzke erwartet nach der schwachen Vorstellung beim HSV eine passende Antwort. „Die Mannschaft muss bereit sein, das war sie in Hamburg nur bedingt“, erklärt der Vorsitzende der Geschäftsführung. „Wenn wir erneut die Runde der besten acht Mannschaften erreichen, wäre das eine Bestätigung des Vorjahres.“

Doch Zenit St. Petersburg, das vom ehemaligen Hamburger Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer betreut wird, verfügt über enorme Qualität. „Zenit hat sich in den vergangenen Jahren zu einer russischen Top-Mannschaft entwickelt und viel Geld in Akteure wie den brasilianischen Nationalstürmer Hulk oder den Belgier Axel Witsel investiert“, fügt Michael Zorc an. Nach Meinung des Dortmunder Sportdirektor könnte aber die Tatsache den Borussen entgegen kommen, dass St. Petersburg erst im März wieder in den normalen Spielbetrieb eingreift.

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