Transfergerüchte

Favre und der BVB haben ein Abwehrjuwel im Visier

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In der Defensive zieht sich die Schlinge zu: BVB-Coach Lucien Favre muss sich nach Alternativen umsehen.

Borussia Dortmund hat Personalnot in der Defensive, Lucien Favre sucht nach Alternativen. Eine wäre für den BVB wohl der Argentinier Leonardo Balerdi.

Marbella – Unumstritten: Borussia Dortmund braucht Verstärkung in der Defensive. Im Trainingslager im spanischen Marbella trainiert der Herbstmeister aktuell mit nur einem gelernten Innenverteidiger. Doch auch Ömer Toprak ist angeschlagen seit dem Testspiel gegen Ligakonkurrent Fortuna Düsseldorf.

„Die Situation bereitet mir Sorgen“, sagte Lucien Favre nach dem 3:2-Sieg am Montag. Kein Wunder also, dass der BVB einen weiteren Kandidaten zur Stabilisierung der Viererkette ins Visier gefasst hat: Leonardo Balerdi.

Großes Talent

Er passt zur schwarzgelben Vereinsphilosophie. Geboren am 26. Januar 1999, fast 20 Jahre alt, ein aufstrebender Stern. Einer, der mal wieder in Dortmund zu etwas heranreifen könnte. Balerdi gilt schon jetzt als großes Talent, sei zudem charakterstark. Vorbei sind die Zeiten bei denen nur Können wie in der Causa Dembele den Ausschlag machte. Prinzen in bunten Schuhen soll es nicht mehr geben, das Kollektiv zählt. Der gebürtige Argentinier soll diese Kriterien erfüllen.

In Argentinien kickt er in der U20, bei den Boca Juniors hat er einen Profivertrag – kam allerdings erst auf fünf Einsätze. Der 1,88 Meter große Rechtsfuß hat noch einen Vertrag bis 2021 bei dem südamerikanischen Traditionsklub, verfügt aber über eine Ausstiegsklausel. Und genau da setzt der BVB nun an.

Höheres Angebot

Boca-Boss Daniel Angelici bestätigte am Montag gegen über „Radio La Red“ die Offerte. BVB-Verantwortliche „haben sich mit dem Spieler getroffen“, so Angelici. Und: „Das Angebot ist höher als die Klausel“. Die lag bei zehn Millionen US-Dollar, der BVB wäre wohl aber bereit sogar ungefähr 15 Millionen Euro auf den Tisch zu legen.

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Dortmund-Chefcoach Favre käme ein neuer Innenverteidiger gelegen. Seine Mannschaft beherrscht bisher nur Spielsystemen mit einer Viererkette, Gegner können sich verstärkt darauf einstellen. Der moderne Fußball erfordert bisweilen aber auch Systemwechsel gar mehrmals innerhalb einer Partie. „Wir müssen uns auf alle Fälle vorbereiten: Mal tief stehen, mal das Spiel machen, mal nur auf Konter lauern“, sagte Favre, der eigentlich im Rahmen des Trainingslager auch eine Dreierkette einstudieren wollte – mit einem etatmäßigen Innenverteidiger aber nicht weit kommt. „Es ist schwer“, meinte er.

Improvisation gefordert

Der Kader ist zwar groß, aber Spieler wie Jeremy Toljan oder U23-Akteuer Amos Pieper stehen hinten an, sind keine Option für die großen Spiele in der Defensive. „Wir haben viele Nachwuchsspieler auf dem Platz habt gehabt. Das war sehr interessiert“, sagte Favre noch in Bezug unter anderem auf Pieper am Montag – ein klares Urteil wollte sich der Schweizer aber nicht erlauben. Eine Verpflichtung Balerdis käme da gelegen – ist bisher aber noch nicht bestätigt. Noch ist das Transferfenster lange genug geöffnet – Borussia Dortmund muss zunächst aber auch die genaues Diagnose und Ausfallzeit von Akanji abwarten. Bis dahin gilt: Improvisieren. Zwei Testspiele (beide am Freitag) stehen im Rahmen des Trainingslagers an. Lösungen müssen gefunden werden.

Die Fotos vom Testspiel Borussia Dortmund gegen Fortuna Düsseldorf

Favre kann das, er kann auch jeden Spieler besser machen. Das schätzen seine Schützlinge. „Der Trainer gibt uns viel mit. Noch mehr Details als am Anfang“, sagte Thomas Delaney unlängst. „Er gibt mir Tipps etwa, wie ich den Ball abschirmen kann oder andere Details, das ist sehr wichtig“, so der Sechser. Das mag stimmen – der Schweizer kann aber auch aus noch so vielen begabten Spielern keinen fertigen Innenverteidiger machen der Blick darf sich als gespannt weiterhin nach Argentinien richten.

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