Vor Gladbach-Spiel am Sonntag

Klopp: Lieber gute Laune als Tabellenplatz-Grusel

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Gute-Laune-Trainer: Jürgen Klopp (rechts).

DORTMUND - Eines scheut Jürgen Klopp, Trainer des BV Borussia Dortmund, derzeit mehr als der Teufel das Weihwasser. Schließlich vergrößert der Blick auf die aktuelle Rangliste des deutschen Fußballs bei allen Schwarz-Gelben die Sorgenfalten.

Von Peter Schwennecker

Wenn es ganz schlecht läuft, könnten die Dortmunder am Sonntag nach dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach (17.30 Uhr) erstmals seit 29 Jahren sogar wieder die Rote Laterne in der Bundesliga übernehmen. „Die Tabelle“, bestätigt Klopp, „gibt derzeit ein ganz schreckliches Bild ab. Das einzige, was uns aber daran interessiert, sind die Punkte. Der Tabellenrang ist nur ein Resultat dessen. Am Platz kann man oft nur sehr wenig ändern, an der Punktzahl sehr wohl und darum sollte man sich kümmern.“

Was gegen die vor Selbstvertrauen nur so strotzenden Borussen vom Niederrhein nicht so einfach werden wird. Das weiß auch der Dortmunder Fußball-Lehrer, der derzeit einen gravierenden Kontrast zwischen beiden Team ausmacht, nicht nur, was die Bilanz angeht. „Wenn man sich Gladbach anguckt, ist das die andere Seite der Medaille“, sinniert der 47-Jährige. „Denen gelingt momentan alles, uns nicht so wahnsinnig viel.“

Doch diese Erkenntnis will der BVB-Coach schon am Sonntag in die Vergangenheit verbannen: „Wir haben nicht vor, das so weiterlaufen zu lassen“, betont Klopp. „Wir sind dran. Wir arbeiten an unserem Spiel, und ich hoffe, dass wir das zeitnah auch in Ergebnisse ummünzen können.“

Klopp ist derzeit intensiv darum bemüht, gute Laune zu verbreiten. „Ich bin bei uns so ein bisschen das Stimmungsbarometer“, sagt der Trainer. „Wenn ich gut drauf bin, ist die Mannschaft auch gut drauf.“ Er habe sich schon lange nicht mehr so entspannt gefühlt wie am Dienstag nach dem 4:1 über Galatasaray Istanbul. „Nach dem Spiel kehrte aber sofort vor der Südtribüne das schlechte Gewissen zurück“, betont Klopp. „Das war nur Champions League. Uns ist alles klar, dass das am Sonntag viel wichtiger ist.“

Schließlich soll die Geduld des Anhangs nicht weiter strapaziert werden, dessen Unterstützung Klopp trotz der schlechten Phase als „überragend, sensationell, fantastisch, außergewöhnlich“, bezeichnet. „Sie sind da, wissen um ihre Rolle und Wichtigkeit. Sie leben das einzigartig.“

Die Mannschaft will aber auch Routinier Sebastian Kehl, der gegen Mönchengladbach sein 300. Bundesligaspiel bestreiten wird, ein Geschenk bereiten. „Das ist eine schöne Zahl, aber eigentlich viel zu wenig für so einen Profi“, meint Klopp. „Sebastian ist ein toller Spieler und Mensch, der einen Riesenanteil daran hat, was wir in den letzten Jahren erreicht haben.“

Zur weiteren Aufstellung will und kann sich der Dortmunder Trainer nicht äußern, weil Marco Reus und Schlussmann Roman Weidenfeller über Magen- und Darmprobleme klagen und von der Mannschaft erst einmal isoliert wurden. Entscheidend wird sein, ob sie am Samstag am Abschlusstraining teilnehmen können.

Ansonsten will Klopp nicht so stark rotieren, um der Mannschaft mehr Stabilität zu verleihen. Den Vorwurf, er hätte die Änderungen in den vergangenen Wochen übertrieben, weist er energisch zurück: „Ich musste deutlich öfter wechseln als ich das wollte. Es hängt immer davon ab, in welchem Zustand die Spieler gerade sind. Ich glaube nicht, dass wir fahrlässig gehandelt haben. Es haben nicht oft Leute in Topform auf der Bank gesessen.“

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