Klopp verbeugt sich vor den Fans

+
Der BVB freut sich über Kramers Eigentor

DORTMUND - Es war nur eine, aber offenbar schier endlose Nacht, die der ansonsten so erfolgsverwöhnte Trainer des BV Borussia Dortmund auf Platz 18 der Fußball-Bundesliga überstehen musste. Umso erleichterter war Jürgen Klopp, dass der Vizemeister lediglich 23 Stunden nach der Übernahme der Roten Laterne wieder die Abstiegsplätze verließ. Anschließend bedankte er sich bei Fans und Verein.

Von Peter Schwennecker

Nach gut zwei Monaten durfte der 47-Jährige dank des kuriosen Eigentores (58.) des Mönchengladbachers Christoph Kramer zum 1:0 des BVB wieder das Gefühl genießen, im deutschen Fußball-Oberhaus einen „Dreier“ gelandet zu haben. Während die Spieler mit den Fans vor der Südtribüne feierten, als hätten sie gerade einen wichtigen Titel gewonnen, zog der Coach zunächst seine Kappe, verbeugte sich vor den Fans, um dann anschließend immer wieder auf das BVB-Emblem seines Sweatshirts zu schlagen.

Eine Zentnerlast war allen Dortmunder Borussen von den Herzen gefallen. Und der BVB-Fußball-Lehrer nutzte den lang ersehnten Glücksmoment zunächst einmal dazu, sich bei einigen Protagonisten zu bedanken. Zunächst beim Gladbacher Pechvogel Kramer, den er direkt nach dem Schlusspfiff tröstete: „Er ist ein außergewöhnlicher Kicker, der eine ganz tolle Entwicklung genommen hat“, sagte Klopp. „Für uns waren es extrem wichtige drei Punkte. Wenn es auf diese Art sein musste, dann hat Christoph Kramer ungewollt jetzt einen Platz in unserer kleinen Geschichte.“

Klopp spürt keine Zweifel aus der Chefetage

Dann lobte er die Chefetage der Schwarz-Gelben mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc, die ihm auch in den schweren Wochen extrem geholfen, keine doofen Fragen gestellt und keine zweifelnden Blicke aufgelegt haben, wenn der Trainer irgendeine Entscheidung traf.

So gewann der BVB

BVB gegen Bor. Mönchengladbach

Regelrecht ins Schwärmen geriet Klopp, als er auf das Verhalten und die grenzenlose Unterstützung der Fans in den vergangenen Wochen angesprochen wurde. Die wurden auch gegen Mönchengladbach nicht unruhig, obwohl die Schwarz-Gelben Riesenchancen im Fünf-Minuten-Takt verballerten. „Wer heute hier war, und mitbekommen hat, was unsere Zuschauer im Stadion abgezogen haben, in allen Situationen, bei allen Chancen, die wir vergeben haben, wie sie dageblieben sind und ihren Auftrag mehr als erfüllt haben, war bei einem großen Sportereignis dabei“, betonte der Trainer. „Es war außergewöhnlich.“

Sokratis fällt zwei Wochen aus

Bei aller Freude über den Sieg warnte Klopp allerdings auch vor allzu großer Euphorie. „Wir haben jetzt eine zweistellige Punktzahl, sind aber noch nicht durch“, wollte er über ein mögliches Ende der nationalen Krise nicht reden. „Wir sind ruhig und drangeblieben, die negativen Dinge in Energie umzuwandeln. Für heute hat es geklappt. Jetzt müssen wir aber nachlegen“, forderte Klopp.

Die anstehende Länderspielpause kommt den Dortmundern nicht ungelegen. Denn Innenverteidiger Sokratis zog sich bei einem Foul an Andre Hahn in der Schlussphase einen Wadenbeinbruch zu. Laut Mannschaftsarzt Dr. Markus Braun muss der Grieche allerdings nur zwei Wochen pausieren, weil der Bruch „unverschoben und belastungsstabil“ sei. Damit würde der Abwehrspieler nur für die nächste Bundesliga-Begegnung am 22. November beim Aufsteiger SC Paderborn ausfallen, doch für diese Partie wäre Sokratis nach der fünften Gelben Karte ohnehin gesperrt.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare