Klare Ansage in La Manga

BVB-Kapitän Hummels will aus Fehlern lernen

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LA MANGA - Mats Hummels blickt auf ein Jahr zurück, das an Gegensätzen krasser nicht verlaufen konnte. Erst der Triumph mit der Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien, denn der tiefe Absturz mit dem BV Borussia Dortmund in den Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga.

Aus La Manga berichtet Von Peter Schwennecker

Das war eine Talfahrt, die auch der Innenverteidiger in seinem erst Jahr als Kapitän der Mannschaft nur schwer verdaut. Und die auch zu einigen Fehlern führte, die er in Zukunft gerne vermeiden würde. Dabei hatte er im Sommer wieder richtig Lust auf Fußball. Den Vorwurf des Trainers Jürgen Klopp, dass viele Spieler zu lange die WM im Kopf hatten, lässt Hummels für sich nicht gelten. „Ich hatte die WM nicht im Kopf, sondern im Knie“, betont der 26-Jährige, der sich einen Tag vor dem Saisonstart gegen Leverkusen die Blessur im Gelenk zuzog. „Und die hat mich die gesamte Vorrunde begleitet.“

Die magere Punkteausbeute in der Bundesliga führte schließlich dazu, dass sich Hummels seiner Verantwortung als Kapitän bewusst wurde und möglichst schnell eingreifen wollte. Viel zu früh, wie er heute zugibt. Die Spiele, die er richtig fit absolvierte, kann er an einer Hand abzählen. „Ich konnte nicht helfen, weil ich noch nicht in der körperlichen Verfassung war. Die ist für einen Sportler das Wichtigste. Sonst kann es nicht funktionieren“, bestätigt der Nationalspieler. „Ich habe leider in der Vorrunde sehr oft gespürt, dass man, der Fitness geschuldet, falsche Entscheidungen trifft. Die waren dann nicht mehr zu korrigieren. Daraus kann ich für die Zukunft nur lernen.“

In La Manga in Form gebracht

In La Manga hat sich Hummels in Form gebracht. „Im Moment sieht alles sehr gut aus“, sagt der Weltmeister. „Wenn ich wieder verletzungsfrei durchkomme, ist auch die Grundlage gegeben, so zu spielen, wie ich das von mir erwarte.“ Dass es nur noch gegen den Abstieg geht, ist ihm bewusst. Eine Ursache dafür sei, was am Ende der Vorrunde deutlich zu sehen war, das fehlende Selbstvertrauen gewesen. „Gegentore haben uns gleich richtig aus der Bahn geworfen“, beschreibt er das größte Problem. Auch daran wird im Trainingslager an der Costa Calida intensiv gearbeitet. „Wir müssen unseren Fußball wieder stärker auf den Platz bringen. Stand jetzt sind wir da schon besser. Wir sollten über unser eigenes Spiel das Selbstvertrauen steigern.“

Die Konzentration gilt allein dem Kampf um den Klassenerhalt, die Zukunft beschäftigt den Verteidiger, der beim BVB noch einen Vertrag bis 30. Juni 2017 ohne Ausstiegsklausel besitzt, derzeit nicht. Auch wenn in der Saison2015/16 den Dortmundern ein Jahr ohne Champions League droht. „Im Endeffekt glaube ich nicht, dass die Leute so weit denken. Für mich persönlich zählt tatsächlich nur, dass ich meine eigene Verfassung wieder dahin bringe, wo ich sie erwarte. Da wir auch nach Meisterschaften Spieler verloren haben, möchte ich nicht von einem schwachen Charakter sprechen, wenn ein Spieler am Ende der Saison sagen sollte, er möchte woanders spielen.“

Intensiver der Kapitäns-Rolle widmen

Hummels will sich ab sofort zudem intensiver seiner Rolle als Kapitän widmen. „Das lief in der Vorrunde nicht so, wie erwünscht. Ich war oft verletzt. Da kämpft man meist mit sich selbst“, sagt der Abwehrspieler. Sein Vorgänger Sebastian Kehl hat ihm dabei sehr geholfen, der auch ohne Binde laut Hummels der Chef der Truppe ist. „Er hat sich bewusst für den Rücktritt entschieden, um dieses Übergangsjahr mitgestalten zu können. Er redet viel mit mir, hilft mir auch, weil man als Kapitän mehr einen Blick auf das Gesamte haben muss.“ Hummels ist nun bereit, endgültig die Verantwortung zu übernehmen: „Jetzt können wir den Übergang beenden. Das, was man von mir erwartet, will ich jetzt auch auf dem Platz erfüllen.“

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