7. Bundesliga-Spieltag

Alcácer-Gala gegen Augsburg

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Paco Alcácer ist in Dortmund eingeschlagen.

Paco Alcácer ist in Dortmund so richtig eingeschlagen. Jetzt will er mehr – doch BVB-Trainer Lucien Favre will noch behutsam mit ihm umgehen.

Dortmund - Die Analysen nach den Spielen fallen bei Dortmunds Trainer Lucien Favre nie besonders ausschweifend aus. Der Schweizer hat immer noch seine Probleme mit der deutschen Sprache, antwortet deshalb meist kurz und knapp, vermeidet jeden Superlativ. „Er ist sehr gut. Er spürt den Fußball“, lautete am Samstag nach dem glücklichen 4:3 (0:1)-Erfolg des BVB vor 81365 Zuschauern gegen den FC Augsburg Favres Urteil über Paco Alcácer, der mit seinen drei Treffern (62, 69. und 90+6), darunter das entscheidende spektakuläre Freistoßtor in der letzten Sekunde der Nachspielzeit, den westfälischen Fußball-Tempel in ein Tollhaus verwandelt hatte.

Der 25-jährige Spanier setzte den grandiosen Schlusspunkt unter eine Partie, die die Fans so schnell nicht vergessen werden. Gleich zweimal waren die Augsburger durch Alfred Finnbogason (22.) und Philipp Max (71.) in Führung gegangen, hatten das Dortmunder 3:2 durch Mario Götze (84.) per Kopfball von Michael Gregoritsch drei Minuten vor Schluss noch einmal ausgeglichen. Doch dann wurden die wackeren Schwaben von Alcácer auf den bitteren Boden der Tatsachen zurückgeholt. Oder wie es Gregoritsch treffend ausdrückte: „Nach so einer Achterbahnfahrt würdest du am liebsten in den Kübel kotzen.“

Kein ewiger Joker

Derweil hätte Alcácer nach dem Schlusspfiff gern die ganze Welt umarmt. Beeindruckend seine Trefferquote. Für sechs Bundesliga-Tore benötigte die Leihgabe aus Barcelona bisher lediglich 81 Minuten, traf im Schnitt also alle 14 Minuten im Fußball-Oberhaus. Nur in der Champions League durfte er gegen Monaco (3:0) die volle Distanz bestreiten, war dabei ebenfalls erfolgreich. Auf Dauer wird ihm die Jokerrolle bei Borussia Dortmund nicht gefallen. „Ich fühle mich sehr wohl in Dortmund, kann mir vorstellen, auch über das Jahr hinaus hier zu bleiben“, sagte der Stürmer vor laufenden Sky-Kameras. „Ich will aber immer spielen.“

Dennoch stellte er nach seinem ersten Bundesliga-Dreierpack keine Forderungen: „Die Mannschaft steht im Vordergrund. Ich versuche zu helfen, ob von Anfang an oder als Joker.“ Favre will ihn weiter behutsam aufbauen. „Ich habe mit ihm gesprochen. Ich weiß, was er kann“, sagte der Schweizer. „Paco war aber, bevor er zu uns kam, drei Jahre nicht mehr über die vollen 90 Minuten gegangen.“

Lob von den Mitspielern

Die Wertschätzung innerhalb der Mannschaft ist nach nur wenigen Wochen riesengroß. „Er ist ein unglaublicher Fußballer. Es sieht bei ihm alles so locker aus, unglaublich. Er ist eine super Verstärkung für uns“, lobte Verteidiger Manuel Akanji den Torjäger. 

Und für Kapitän Marco Reus war selbst das tolle Freistoßtor in der Nachspielzeit kein Zufallsprodukt. „Ich erinnere mich an seinen ersten Tag, da hat er schon einige Freistoßtore gemacht“, berichtete Reus nach dem Sieg gegen die Augsburger. „Wir haben alle gehofft, dass er ihn rein macht – und dann macht er ihn rein. Er kommt ins Spiel und schießt in dreißig Minuten drei Tore. Besser geht es nicht!“

Götze-Comeback geht fast unter

Diese Wertschätzung muss sich Mario Götze erst wieder mühsam erarbeiten. Sein gutes Bundesliga-Comeback ging angesichts des Gala-Auftritts von Alcácer fast unter. Dabei war auch sein Treffer zum 3:2 sehenswert. „Er war immer sehr positiv, hat gut trainiert mit einer fantastischen Mentalität“, waren auch von Favre erstmals lobende Worte über den Weltmeister zu hören, die Michael Zorc ergänzte. „Mario hat eine absolut professionelle Einstellung an den Tag gelegt. Es waren extrem schwierige Wochen für ihn. Er hat weitergearbeitet, hat nicht reklamiert“, erklärte der Sportdirektor. 

Alcácer beschert Borussia Dortmund drei Punkte – die Bilder vom Spiel gegen Augsburg

Götze selbst verweigerte am Samstag jeden Kommentar zu seiner Leistung und zum Spiel. Gemeinsam mit seinem sechs Jahre jüngeren Bruder Felix, der ebenfalls in der Schlussphase von den Augsburgern eingewechselt wurde und mit dem er das Trikot tauschte, verließ er den Rasen. Zumindest sein Lächeln hatte er dabei wiedergefunden.

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