Kronprinz gesucht

BVB-Boss Watzke will Nachfolger aus den eigenen Reihen

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BVB-Boss Hans-Joachim Watzke

Hans-Joachim Watzke beschäftigt sich mit dem Thema Ruhestand, noch bleibt der BVB-Boss aber im Amt – dennoch hat er Nachfolger im Blick bei Borussia Dortmund.

Düsseldorf - Hans-Joachim Watzke wünscht sich beim Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund einen Nachfolger mit Stallgeruch. Beim Sport- und Business-Kongress SPOBIS in Düsseldorf brachte der 59-Jährige Berater Matthias Sammer, Sportdirektor Michael Zorc, Ex-Kapitän Sebastian Kehl (Leiter Lizenzspielerbereich) und Nachwuchskoordinator Lars Ricken ins Spiel.

Watzke, seit Februar 2005 Geschäftsführer der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, besitzt beim Tabellenführer einen Vertrag bis 2022. "Ich bekomme erst mit 66 Jahren und acht Monaten Rente", verriet er mit einem Schmunzeln. Er habe sich schon mit dem Thema Ruhestand beschäftigt, seine Gedankengänge blieben aber noch geheim. Sein Nachfolger müsse den nötigen "Stallgeruch", aber auch "die nötige Führungsstärke und Kompetenz" haben: "Einen völlig Verblödeten zu nehmen, nur weil der bei uns 15 Jahre gespielt hat, das geht auch nicht."

Verantwortung auf viele Schultern verteilen

Grundsätzlich habe er großes Vertrauen in seine engsten Mitarbeiter beim BVB. Es sei richtig und auch zukunftsweisend, die Verantwortung auf viele Schultern zu verteilen. Die neue Führungskonstellation beim BVB trage zum positiven Erscheinungsbild und Erfolg des achtmaligen Meisters bei. Der Sechs-Punkte-Vorsprung des Tabellenführers auf Titelverteidiger und Rekordchampion Bayern München sei aber 15 Spieltage vor Saisonschluss kein Ruhekissen. "Bayern hat noch gute Chancen, deutscher Meister zu werden", sagte Watzke und stellte dem größten Konkurrenten ein gutes Zeugnis aus: "Sie haben in der Vergangenheit das Meiste richtig gemacht."

"Ich will kein englisches Modell"

Zudem sprach sich Watzke noch einmal klar für die 50+1-Regel in der Bundesliga und gegen amerikanische oder britische Verhältnisse aus. "Ich will kein englisches Modell, wo die Eintrittspreise durch Investoren, die nicht alle lupenreine Demokraten sind, so nach oben getrieben werden und sich die Fans dann keine Tickets mehr leisten können." Zudem wolle er auch kein Franchise-System ohne Auf- und Abstieg wie in Übersee: "Ich möchte, dass in Deutschland der Fußball im Mittelpunkt steht und stehe hinter unser unserem basisdemokratischen Modell. Wir sind alles stolze Vereine mit historischem Hintergrund."

Man müsse aber auch immer die Fans mit ins Boot holen und sie als Regulator ernst nehmen. Die größte Gefahr für den Fußball sei, den Kontakt zur Basis zur verlieren. SID

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