BVB: Erleichterung pur nach Talfahrt-Ende

DORTMUND - In der Stunde des Triumphes bekam Jürgen Klopp seine Glücksgefühle schnell wieder in den Griff. Nachdem der Trainer von Borussia Dortmund jeden seiner Spieler nach dem erlösenden 1:0 (0:0)-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach innig umarmt hatte, analysierte er selbstkritisch die wohl schwersten Wochen seiner über sechsjährigen Amtszeit bei den Westfalen.

"Wir haben uns das alles selber eingebrockt. Wir mussten verstehen, dass wir die Ursache der Geschichte sind", sagte Klopp nach dem zwischenzeitlichen Absturz auf den letzten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga. Das Umfeld blieb aber auch nach fünf Liga-Niederlagen in Folge ruhig, daher lobte Klopp nach dem Ende der besorgniserregenden Talfahrt auch die Verantwortlichen: "Ich habe mich bei Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke bedankt, dass sie mir keine blöden Fragen gestellt haben."

Auch wenn den Befreiungsschlag eines der kuriosesten Eigentore der Bundesliga-Geschichte besiegelte, soll der Sieg gegen Gladbach durch den Treffer von Weltmeister Christoph Kramer aus 44,5 Metern (58.) nur der Beginn einer Aufholjagd an den verbleibenden 23 Spieltagen gewesen sein. "Wir müssen den Schwung jetzt mitnehmen", forderte Sven Bender. Der hochverdiente Erfolg gegen den in allen Belangen unterlegenen Tabellendritten war für Bender die logische Konsequenz aus der Entwicklung in den vergangenen Wochen. "Wir haben in den letzten Spielen mehr Stabilität reingebracht. Wir drücken wieder mehr unser Spiel durch", stellte der Nationalspieler zufrieden fest.

BVB gegen Bor. Mönchengladbach

Michael Zorc sieht ebenfalls "einen Aufwärtstrend" und verspürte nach dem ersten Bundesligasieg seit dem 13. September (3:1 gegen Freiburg) eine "große Erleichterung". Es sei zwar nur ein erster Schritt gewesen, aber er sei froh, "dass wir nicht mehr ganz unten stehen", so der BVB-Sportdirektor: "Es war kein schöner Blick auf die Tabelle." Trotz des starken Auftritts gegen den fünfmaligen deutschen Meister offenbarte sich aber auch wieder ein altes Problem. Die Chancenverwertung des Champions-League-Siegers von 2007 war mangelhaft. "Das war vielleicht auch ein bisschen der Situation geschuldet", vermutete Zorc und dämpfte die Euphorie: "Wir müssen weiter Geduld haben, aber die haben wir."

Klopp erklärte ebenfalls, dass man noch nicht durch sei durch die Krise. "Ich hoffe aber, dass es die letzte Nacht auf Platz 18 war", sagte Klopp. Allerdings bleibt den Schwarz-Gelben das Verletzungspech weiter treu. Der Vizemeister muss voraussichtlich zwei Wochen auf Innenverteidiger Sokratisverzichten.- SID

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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