Dortmund muss mit drastischen Strafen rechnen

Beschämende Bilder aus dem BVB-Fanblock 

Thessaloniki - Die Bilder waren laut BVB-Sportdirektor Michael Zorc „beschämend. Es war ja nicht das erste Mal, dass etwas passiert ist. Doch ich habe das Gefühl, dass es immer dramatischer wird.“ Mit drastischen Strafen durch die Uefa darf der BV Borussia Dortmund nach den erneuten Ausschreitungen seiner Fans während der Partie der Europa League bei Paok Saloniki (1:1) rechnen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit sorgten einige Chaoten unter den 1300 mitgereisten Anhängern durch das Abrennen von Pyro-Technik und körperlichen Auseinandersetzungen mit Polizei- und Sicherheitskräften sogar für eine kurze Spielunterbrechung.

"Das kann man in keiner Weise tolerieren"

„Unsere Leute haben angefangen. Das kann man in keiner Weise tolerieren“, meinte ein sichtlich bewegter Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der schon in der Vergangenheit vergeblich den Dialog mit den einzelnen Fanclubs gesuchte hatte. „Wir hatten uns um Vorfeld den betreffenden Gruppen gegenüber klar positioniert. Wir müssen das jetzt ausarbeiten. Ich halte grundsätzliche viel davon, dass man alle Beteiligten anhört. Doch das war alles sehr eindeutig.“ Watzke rechnet wieder mit einer empfindlichen Geldstrafe für den BVB, kündigte aber nicht nur deshalb Konsequenzen an: „Wenn das Spiel gestört wird, ist eine Grenze erreicht. Das ist nicht mehr hinnehmbar.“

Mannschaft ging nach dem Abpfiff zu den Fans

Dass nach dem Schlusspfiff sogar noch die Mannschaft zu den Fans in die Kurve ging, werteten viele als falsches Zeichen. „Wir sind nicht glücklich darüber, wie sich unsere Fans präsentiert haben“, meinte Trainer Thomas Tuchel, doch er warb um Verständnis für die Haltung seiner Profis. „Ich habe das nicht angeordnet, doch ich habe mitbekommen, wie sich die Spieler nach der Partie darüber unterhalten haben“, erzählte der Coach. „Ein paar wenige richten das Chaos an. Aber es haben über 1000 andere die weitere Reise gemacht, um die Mannschaft zu unterstützen. Da haben sie es verdient, dass sich das Team auch bedankt.“

BVB spielt 1:1 in Saloniki

Drückende Dominanz ohne Durchschlagskraft

Sportlich hatte sich die B-Mannschaft der Borussia am Ende nur vorzuwerfen, dass sie trotz drückender Dominanz über ein 1:1 in Saloniki nicht hinauskam, weil es vorn an Durchschlagskraft fehlte. Immerhin rettete Gonzalo Castro dem Bundesligisten mit dem Treffer zum Ausgleich noch einen Punkt und damit die Tabellenführung in der Vorrunden-Gruppe C. Angesichts von acht Änderungen in der Startformation mit Blick auf den Bundesliga-Gipfel am Sonntag bei den Bayern war auch Tuchel mit dem Auftreten sehr zufrieden. „Das war eine tolle Mannschaftsleistung. Wir haben uns auch durch den Rückstand nicht beeindrucken lassen. Es hat Spaß gemacht, diese Mannschaft zu coachen“, erklärte der Dortmunder Fußball-Lehrer. „Wir haben ein Team gesehen, das sehr viel Lust hatte.“

Lust auf die Bayern

Lust haben die Borussen auch auf die Münchner Bayern. Dass angesichts von vier Punkten Rückstand auf den Rekordmeister am Sonntag sehr viel auf dem Spiel stehen würde, wies Hans-Joachim Watzke vehement zurück. „Am Sonntag geht es nicht um die Meisterschaft, sondern nur um drei Punkte, die uns auf dem Weg zum direkten Einzug in die Champions League helfen würden. Mehr nicht“, beteuerte der Vorsitzende der Geschäftsführung. „Wir haben das in Saloniki relativ gut und abgeklärt gemacht“, meinte Torschütze Castro. „Wir blicken jetzt sehr selbstbewusst Richtung München.“

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