„Der Abschiedsschmerz kommt langsam“

Abschiedsparty: Drei Dauerkarten für Jürgen Klopp

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Jürgen Klopp bei seinem letzten Spiel: Das DFB-Pokal-Finale in Berlin verlor die Mannschaft des BVB mit 1:3 gegen Wolfsburg.

Berlin - Es war schon weit nach 1.00 Uhr am Morgen, als Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der Geschäftsführung des BV Borussia Dortmund, im Berliner Kraftwerk zum Mikrofon griff und vor 1200 geladenen Gästen die schwarz-gelbe Nacht eröffnete. Die Enttäuschung war auch bei Watzke nach der zweiten Pokal-Finalniederlage in Folge groß.

„Borusse zu sein, heißt auch Rückschläge wegzustecken, wieder aufzustehen und neu anzugreifen“, betonte der 55-Jährige. Doch er erinnerte auch daran, dass es der gesamten BVB-Familie im Februar viel schlechter ging, als die Dortmunder Schlusslicht der Bundesliga waren. „Wir haben uns immerhin als Siebter für die Europa League qualifiziert und standen im Pokalfinale“, beteuerte Watzke. 

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Es folgte der bewegende Moment, als der BVB-Boss zur offiziellen Verabschiedung von „Musterprofi“ Sebastian Kehl sowie dem Trainerteam mit Chefcoach Jürgen Klopp und den Assistenten Zeljko Buvac und Piet Krawietz schritt. Während Kehl, der laut Watzke ein großartiger Teil des BVB geworden sei, in absehbarer Zeit eine Aufgabe im Verein erhalten und Borusse bleiben wird, fiel dem Geschäftsführer der Abschiedsgruß an Klopp unheimlich schwer. „Als du vor sieben Jahren in schweren Zeiten kamst, hast du uns mit deinem Optimismus das Lächeln zurückgebracht“, sagte Watzke, der anschließend die großen Verdienste und Erfolge Klopps würdigte. Als Geschenk überreichte er dem scheidenden Trainer nicht nur eine Abbildung der „Kathedrale des deutschen Fußballs“, sondern auch drei Dauerkarten für die kommende Saison, übrigens ein Tipp von Klopps Frau Ulla. 

109 Bilder vom DFB-Pokal-Finale in Berlin

Abschiedsschmerz kommt 

Klopp zeigte sich gerührt, schaffte es aber, trotz aller Emotionen seine folgende Rede ohne Tränen zu überstehen. „Der Abschiedsschmerz kommt langsam, das tut extrem weh. Ich habe gerade versucht, jedem meiner Spieler meinen Dank auszudrücken. Weil es mir ein außerordentliches Vergnügen und einig große Ehre gewesen ist, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Es fällt mir schwer loszulassen“, sagte der Fußball-Lehrer nach einer langen und herzlichen Umarmung mit Watzke sowie BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball. Die Final-Niederlage hatte er zwar noch nicht verdaut, „doch hat mir gerade jemand gesagt, dass ein Sieg beim Abschied sehr kitschig gewesen wäre, fast schon American Style. Deswegen ist das jetzt auch gut so, wie es ist“, betonte der Coach unter dem Beifall der Gäste. Mit den Worten „es ist nicht wichtig, was die Leute über einen denken, wenn man kommt, sondern was sie denken, wenn man geht“ und dem Zusatz „wir werden uns wiedersehen“ ging er anschließend von der Bühne. Die Stimmung war auch danach eher gedrückt, obwohl Klopp ankündigte, bis in die frühen Morgenstunden feiern zu wollen. Doch so richtig mitreißen konnte er diesmal niemanden mehr. Was folgte, war mehr oder weniger ein kollektives „Frusttrinken“.

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