Die „44“ bringt Ivan Perisic und dem BVB viel Glück

Ivan Perisic

DORTMUND ▪ Es war ein bisschen Wut im Bauch dabei. Und natürlich die große Lust eines Offensivspielers auf ein Tor, als Ivan Perisic am Dienstagabend in der 88. Minute volles Risiko ging, aus 18 Metern volley abzog und dem BV Borussia Dortmund mit seinem Treffer zum 1:1 im ersten Spiel der Champions League gegen den FC Arsenal zumindest noch das 1:1 (0:1) rettete.

Von Patrick Droste

„Wenn man auf der Bank sitzt und dann eingewechselt wird, will man immer ein Tor machen“, sprudelte es später aus dem überglücklichen Kroaten heraus. „Das war ein perfekter Moment für mich. Ich bin so glücklich.“ Dabei war seine bisherige Zeit beim BVB nicht unbedingt nach seinen Wünschen verlaufen. Denn einen Platz in der Stammelf des Deutschen Meisters hatte sich der 22-jährige Kroate, der im Sommer für eine Ablösesumme von 5,5 Millionen Euro vom FC Brügge nach Dortmund gewechselt war und in der Bundesliga torlos ist, noch nicht erkämpft. Umso mehr genoss er es, dass ausgerechnet er den BVB mit seinem Treffer vor einem bereits so gut wie feststehenden Fehlstart in der Königsklasse bewahrt hatte.

„Als das 1:1 fiel, konnte ich es zuerst kaum glauben. Das war ein Tor, das ich sonst nur vor dem Fernseher als Kind in der Champions League gesehen haben“, zeigte sich Neven Subotic beeindruckt von dem Treffer. Und auch Sebastian Kehl war voll des Lobes für den jungen Kroaten. „Ivan hat immer für Belebung gesorgt, wenn er reingekommen ist. Und dass er einen richtig guten Abschluss hat, wissen wir nicht erst seit Dienstag“, sagte der BVB-Kapitän, der allerdings ansonsten recht kleinlaut war nach der Partie. Denn seinen kapitalen Fehlpass hatte Robin van Persie zum 0:1 (38.) genutzt und den Spielverlauf damit auf den Kopf gestellt. „Ich hatte mich so auf dieses Spiel gefreut. Aber der Fehler, der mir dann da unterlaufen ist, der war alles andere als prickelnd. So etwas darf mir nicht passieren. Deshalb bin ich heilfroh, dass die Mannschaft mir geholfen hat“, sagte der Routinier, der umso erleichterter war, dass Perisic zumindest noch den Ausgleich markiert hatte.

Die Freude über den Ausgang der Begegnung war im Lager der Borussen aber geteilt. „Natürlich ist es schön, dass wir noch einen Punkt geholt haben. Wir wissen aber auch um die Chance, dass es drei Zähler hätten sein können“, sagte Kehl angesichts der klaren Überlegenheit der Dortmunder, die diese allerdings auf fahrlässige Weise nicht in Tore ummünzten.

Daher versuchte Trainer Jürgen Klopp auch vornehmlich die positiven Dinge aus der Partie zu ziehen. „Das war keine Selbstverständlichkeit gegen einen Gegner wie den FC Arsenal, dem wir ein anderes Spiel aufgezwungen haben“, sagte der BVB-Coach, der die Partie vor einem fantastischen Publikum sichtlich genossen hatte: „Es war ein absolut toller Abend mit einem tollen Tor von Ivan Perisic.“

Und daher machte sich zu später Stunde auch große Zuversicht breit, dass in der diesjährigen Champions-League-Saison weitere Festtage wie der am Dienstag folgen werden. „Wir haben zwei Punkte verschenkt, weil wir die bessere Mannschaft waren. Aber wenn wir so weiter spielen, haben wir gute Chancen auf einen der ersten beiden Plätze in unserer Gruppe“, sagte Perisic, der übrigens erstmals mit der Trikotnummer „44“ aufgelaufen war, die ihm in der vergangenen Saison in Brügge so viel Glück gebracht hatte. In der Bundesliga muss der offensive Mittelfeldspieler, dessen Glückszahl die vier ist, die „14“ tragen, weil die Statuten der Deutschen Fußball Liga (DFL) derart hohe Rückennummern grundsätzlich nicht zulassen.

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