Renate Wolf trainiert wieder Leverkusens Handballerinnen

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Leverkusens Urgestein Renate Wolf aus Bönen sprang kurzfristig wieder als Trainerin des Erstligisten ein.

LEVERKUSEN - Jetzt sitzt sie doch wieder auf der Bank: Wenn am Samstag der Startschuss für die 1. Frauen-Bundesliga im Handball fällt, ist auch Renate Wolf wieder als Trainerin von Bayer Leverkusen mit von der Partie.

Die Bönenerin sprang vor ein paar Tagen kurzfristig ein, als es zu unausräumbaren Differenzen zwischen der Mannschaft der „Werkselfen“ und den erst im Juli verpflichteten Coach Khalid Khan gekommen war. Dabei hatte sich die 57-Jährige eigentlich vor zwei Jahren vom Trainerposten endgültig zurückgezogen, um mehr Zeit für ihr Privatleben zu haben.

„Die Situation hat es notwendig gemacht, um Schaden zu vermeiden“, erklärte Wolf, die gleichzeitig als Geschäftsführerin unterm Bayer-Kreuz tätig ist. Ursprünglich wollte die Bönenerin nicht zurück auf die Bank, ihre Vorstandskollegen hätten sie aber letztlich überzeugt. Wolf war schließlich auch die nahegelegene Kandidatin. Sie war von 1996 bis 2012 Trainerin des Bundesligisten, war als Managerin zudem auch in der Zwischenzeit immer nah am Team. „Natürlich hat sich die Mannschaft verändert“, sagt Wolf: „Aber es sind auch noch einige dabei.“

Obwohl Wolf, die auch von 1977 bis 1990 für Leverkusen aktiv war und unter anderem acht Meisterschaften feierte, ein alter Hase auf der Trainerbank, war die Rückkehr für sie jetzt doch eine Umstellung. „Ich war völlig unvorbereitet. Aber die Mannschaft hat mir sehr geholfen. Dafür muss ich ihr ein Riesenkompliment machen.“ Besonders das Zeitmanagement bereitete ihr Probleme. Denn vor Saisonbeginn ist die Diplom-Sportlehrerin schon damit ausgelastet, die Heimspiele zu organisieren. Hallenheft, Gastronomie und Ähnliches sind die Themen, die sie auf Trab halten. „Die Doppelbelastung ist schon ein bisschen heftig“, sagt Wolf.

Dennoch sind die Leverkusener nicht auf der Suche nach einem Nachfolger. „Es ist schwierig jetzt jemanden Gutes zu finden. Alle guten Trainer sind in Lohn und Brot“, richtet sich Wolf auf ein längeres Engagement ein. Zielsetzung des Vorjahresdritten ist die erneute Qualifikation für den Europapokal, also ein Platz unter den ersten Fünf.

Da bleibt wenig Zeit für einen Abstecher in die alte Heimat. „Ich schaue eigentlich regelmäßig in Bönen vorbei. Schon um bei meinem Vater zu besuchen. Aber in den letzten drei Wochen habe ich das leider nicht geschafft“, sagt Wolf. Daher freut sie sich besonders auf den Oktober. Dann plant sie mit ihrem Vater eine dreitägige Reise nach Ungarn, in die alte Heimat ihres Erzeugers. - bob

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