Wenig Interesse an Diskussion über Nutzungsgebühren

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Nur in kleiner Gruppe fand die Gesprächsrunde über die Nutzungsgebühren auf Einladung der Jungen Union statt.

Bönen - Im Kampf gegen die Sportstättennutzungsgebühr steht die Junge Union nach eigener Aussage nicht allein. Die Mutterpartei signalisierte Unterstützung, „und auch die SPD und die Jusos wollen unseren Antrag auf Abschaffung im Haupt- und Finanzausschuss unterstützen“, erklärte JU-Vorsitzender Torsten Goetz.

Davon war bei der offenen Gesprächsrunde am Sonntagnachmittag in der Gaststätte Timmering jedoch nichts zu spüren. Während TuS-Sportwart Detlef Buhl sowie Jens Topel und Martin Teumert aus dem Vorstand der Tischtennisfreunde der Einladung der Jungen Union zu einem sachlichen Austausch „nur zu gern“ gefolgt waren, war seitens der SPD und der Jusos niemand zugegen. „Wir haben sie eingeladen, aber keinerlei Rückmeldung bekommen“, sagte Goetz achselzuckend. Immerhin war mit Thorsten Leyer ein CDU-Ratsmitglied vertreten, das die Ausführungen der Vereinsvertreter interessiert verfolgte. Aber: Auch er ist kein Mitglied des Haupt- und Finanzausschusses, der das Thema am Donnerstag auf politischer Bühne beraten wird.

Ein wenig desillusioniert wirkten die Mitglieder der Jungen Union auch, als Goetz das Fehlen von Bürgermeister Stefan Rotering entschuldigte. „Er hat uns einen Brief geschrieben und erklärt, dass der Hauptausschuss zwar am 17. März entscheiden wird, vor der Sitzung des FSK aber nichts passieren wird – und der tagt erst wieder am 6. Oktober.“

Das ließ auch die Vereinsvertreter hellhörig werden: „Was können wir tun? Wir haben noch nicht öffentlich demonstriert“, so Buhl. Er hatte zuvor genauso wie seine Kollegen Teumert und Topel ausführlich geschildert, wie die Sportstättennutzungsgebühr die finanzielle Situation der Vereine verändert hat. Zum einen wurden die Ausgaben auf das Nötigste beschränkt, zum anderen die Mitgliedsbeiträge erhöht. Das ging bei der 1600 Köpfe großen TuS leichter als bei den nur 160 zählenden TTF. „Wir konnten nicht viel erhöhen. Da war die Schmerzgrenze ganz schnell erreicht“, erklärte Teumert, denn in unmittelbarer Nachbarschaft gibt es Tischtennisvereine, die dann attraktiver werden. So blieb den TTF wie berichtet nur eins: Den Spielbetrieb zu verändern und so Kosten zu sparen. „Auf Dauer vertreibt das die guten Spieler – und aufgrund der geringeren Trainingsmöglichkeiten wächst kein guter Nachwuchs nach“, zeigte Topel das Dilemma auf.

Vereine näher zusammengerückt

Die Jugendförderung ist überhaupt ein Stichwort. Die Vereine verwenden das Geld mittlerweile für die Finanzierung der Nutzungsgebühr. Es ist quasi ein durchlaufender Posten, der gar nicht erst bei der Jugend ankommt. Dennoch habe die Gebühr positive Dinge hervorgebracht, beobachtete Teumert: „Es hat die Vereine enger zusammengebracht. Wir reden anders und besser miteinander.“ Nichtsdestotrotz finden die Vereinsvertreter die Initiative der Jungen Union gut. „Es ist uns sehr daran gelegen, dass unser Kostenpunkt sinkt“, sagte Buhl. „Denn die Gemeinde bekommt durch die Sportvereine relativ günstige Sozialarbeiter.“ - tat

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