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Weiter Ärger bei der IG: „Kein Geld“ für Acar und eine „nicht sehr respektvolle“ Sprachnachricht

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Von: Patrick Droste

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Yasin Acar (links) hat sich sehr über eine Sprachnachricht geärgert, die er von IG-Päsident Kemal Cakir erhalten hat.
Yasin Acar (links) hat sich sehr über eine Sprachnachricht geärgert, die er von IG-Päsident Kemal Cakir erhalten hat. © Boris Baur

Die Posse um den Wechsel von Yasin Acar von der IG Bönen zu Türkspor Dortmund geht in die zweite Runde. Nun erklärt der Spieler seine Sicht der Dinge und auch der Dortmunder Trainer Orhan Özkara meldet sich mit einer exklusiven Nachricht beim Westfälischen Anzeiger .

Bönen - Nachdem in der vergangenen Woche IG-Trainer Ferhat Cerci mit klaren Worten seinen Unmut über diese Personalie kund getan hatte und dabei von Respektlosigkeit gesprochen sowie den Türkspor-Verantwortlichen deutliche Vorwürfe gemacht hatte, haben sich nun die Dortmunder in Person von Trainer Orhan Özkara und auch Acar, der trotz eines noch bis 2023 laufenden Vertrags in Bönen zu Türkspor wechseln möchte, selbst zu Wort gemeldet und erklären die Dinge aus ihrer Sicht.

„Weder ich als Trainer von Türkspor Dortmund noch ein anderer Vereinsverantwortlicher hat irgendein Abwerbeverhalten bezüglich der bei der IG Bönen unter Vertrag stehenden Spieler entfaltet. Insbesondere wurde der Spieler Yasin Acar nicht durch unsere Initiative dazu veranlasst, seinen Vertrag bei der IG Bönen aufzulösen“, erklärt der Dortmunder Trainer in einer schriftlichen Stellungnahme, die er der WA-Sportredaktion exklusiv hat zukommen lassen. „ Yasin Acar hatte für sich die Entscheidung getroffen, den Verein zu wechseln, und befand sich bereits in weit vorangeschrittenen Verhandlungen mit anderen Vereinen, als er durch uns erstmals angesprochen wurde. Nicht wechselwillige Spieler wurden von uns zu keiner Zeit in der Absicht angesprochen, ihren Vertrag bei der IG Bönen aufzulösen oder nicht fortzusetzen“, fügt Özkara hinzu: „Die von dem Trainer der IG Bönen in dem Zeitungsartikel erhobenen Vorwürfe entbehren somit jeder Grundlage.“

„Sechs Monate kein Geld erhalten“

Acar verrät derweil, dass er in den vergangenen sechs Monaten kein Geld mehr von der IG Bönen erhalten habe und sich daher schon recht frühzeitig dazu entschieden habe, den Verein trotz des Aufstiegs in die Fußball-Westfalenliga zu verlassen. „Das habe ich Ferhat am Donnerstagabend nach dem Training vor unserem letzten Spiel am darauffolgenden Samstag gegen Viktoria Heiden dann gesagt“, verrät der 24 Jahre alte Stürmer. „Am gleichen Abend habe ich dann von IG-Präsidenten Kemal Cakir eine Sprachnachricht erhalten, die nicht schön und nicht sehr respektvoll mir gegenüber war. Daraufhin habe ich Ferhat am Freitag gesagt, er soll mich für das Spiel gegen Heiden aus dem Kader nehmen. Wenn jemand so mit mir redet, bin ich nicht bereit, weiter für diesen Verein zu spielen.“

Letztlich, so betont Acar, habe er die IG Bönen nicht verlassen wollen, weil ihm „von einem anderen Verein der Kopf gewaschen wurde“ und er auch nicht von einem anderen Verein „unter Druck gesetzt“ worden war, sondern aufgrund der Sprachnachricht und weil „ich für meine Leistung, die ich gebracht habe, kein Geld mehr erhalten habe. Deswegen wollte ich weg.“

Zudem sei Türkspor nicht der erste Verein gewesen, mit dem er in Kontakt gewesen sei. „Auch mit den Leuten vom VfL Kamen habe ich gesprochen, aber letztlich habe ich mich für Türkspor entschieden, weil sich das alles sehr gut angehört hat, was sie mir gesagt haben“, erklärt er und bedauert es, dass sich beide Seiten nun gegenseitig beschuldigen würde: „Ich wollte da keinen Streit. Ich wollte es nicht so. Aber wenn sie es so wollen, dann kann man es nicht ändern.“

Cerci hatte derweil nach eigener Aussage am Montagabend einen Anruf von Dr. Akin Kara, dem Präsidenten von Türkspor Dortmund, erhalten „Er hat sich bei mir entschuldigt und gemeint, dass man das hätte anders machen können“, sagt der Bönener Trainer, der schon zuvor betont hatte, dass er von den Dortmunder Verantwortlichen erwartet hatte, dass diese auf die IG zukommen und das Gespräch über den Wechsel eines Spielers suchen, der in Bönen noch einen Vertrag für die kommende Saison besitzt. „Ich kann und werde keinen Spieler zwingen, bei uns zu bleiben. Aber das muss vernünftig und korrekt ablaufen. Da muss es ein Fairplay geben“, stellt Cerci klar. „Ich erwarte, dass der Verein zuerst auf uns zukommt.“

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