Tischtennis

Wegen Coronavirus: Altmeister Hürmann muss seinen Sommer umplanen

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Franz-Josef Hürmann muss auf den geplanten Start bei der Senioren-WM in Bordeaux verzichten.

Franz-Josef Hürmann, Tischtennis-Altmeister der TTF Bönen, muss seinen Sommer umplanen. Die Weltmeisterschaft der Senioren in Bordeaux wurde wegen der Coronakrise abgesagt.

Bönen  - Franz-Josef Hürmann muss umplanen. Eigentlich bestehen die Sommer für den Altmeister von den TTF Bönen seit einigen Jahren aus einer Mischung aus Tischtennis und Radfahren. Der ehemalige Bundesligaspieler schwingt sich auf sein Fahrrad und fährt zu den großen nationalen und vor allem internationalen Seniorenmeisterschaften, um dort um Medaillen und Titel zu spielen. In diesem Jahr wird daraus nichts.

In der vergangenen Woche haben die Veranstalter entschieden, die „World Veterans Championship“, die Weltmeisterschaften der Senioren, aufgrund der Coronakrise abzusagen. Vom 8. bis 14. Juni hätte die 20. Auflage der Senioren-WM im Vélodrome und im Parc des Expositions in Bordeaux stattfinden sollen. Das Turnier an der französischen Atlantikküste wäre auch in diesem Jahr wieder das teilnehmerstärkste Tischtennisturnier der Welt gewesen. Die Veranstalter hatten mit knapp 5 000 Starterinnen und Startern aus der ganzen Welt gerechnet. Schon seit Jahren werden die internationalen Seniorenturniere immer beliebter.

„Für mich kam die Absage nicht mehr überraschend“, sagt Hürmann. Es sei nur noch eine Frage der Zeit gewesen, bis die Veranstalter ihre Entscheidung auch öffentlich machen. „Das ist die richtige Maßnahme, das ist ja keine Frage.“ Der 70-Jährige hat Verständnis für die Absage. Enttäuscht ist er trotzdem. In den vergangenen Jahren hatte Hürmann Fahrradreisen nach Finnland, Schweden und sogar in die USA gemacht, um an Welt- und Europameisterschaften teilzunehmen. Neben Medaillen hatte der Defensivspezialist, der seit vielen Jahren für die TTF Bönen aufschlägt, auch immer viele Eindrücke und Erlebnisse mit zurück in seine Heimatstadt Hamm gebracht.

„Eigentlich wäre es bald schon wieder losgegangen“, erzählt der WM-Dritte von 2018. Denn vor der diesjährigen WM hätte vom 1. bis 3. Mai zunächst die deutsche Senioren-Meisterschaft ausgetragen werden sollen. Hürmann wäre in Dillingen an der Donau in der Senioren-70-Spielklasse der Favorit auf den Titel gewesen. Doch der Deutsche Tischtennis-Verband (DTTB) hatte die DM schon Mitte März abgesagt, mehrere Tage vor der WM-Absage. Eigentlich hätte Hürmann das Turnier in Bayern nutzen wollen, um seinen langjährigen Doppelpartner Gerd Werner (TTC Germersheim) in der Pfalz zu besuchen – natürlich mit dem Fahrrad. Auch daraus wird nichts.

„Gerd hat noch bis zuletzt gehofft, dass die WM doch stattfindet“, sagt Hürmann. Ihm selbst aber sei, als der DTTB vor knapp drei Wochen den Ligaspielbetrieb gestoppt hatte, schnell klar gewesen, dass nun eine lange Tischtennispause anstehen würde. Für den Bönener kommt der Ausfall der Seniorensaison aus sportlicher Sicht zur Unzeit: Gerade war er alterstechnisch in die Senioren-70-Spielklasse gerutscht und hätte dort besonders gute Chancen auf internationale Erfolge gehabt. „Gerd und ich haben ja heimlich auf den WM-Titel geschielt“, sagt Hürmann und lacht.

Den Tischtennisschläger hat Hürmann zur Seite gelegt, die Sporthallen bleiben auch in Bönen bis auf Weiteres geschlossen. Aufs Fahrrad aber schwingt er sich trotzdem regelmäßig, alleine und ohne Ziel, um frische Luft und Bewegung zu bekommen. Denn ganz aus dem Tritt will der Altmeister nicht kommen. Er glaubt zwar nicht, dass die diesjährige Seniorensaison nachgeholt wird. Doch die nächsten Highlights sind längst terminiert: Die Europameisterschaft 2021 soll in Cardiff stattfinden. „Keiner von uns kann wissen, was in den nächsten Wochen und Monaten passiert“, sagt Hürmann. „Aber ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr um diese Zeit wieder zu einem normalen Leben zurückgekehrt sind.“ Die Titelkämpfe in der walisischen Hafenstadt möchte Hürmann dann wieder mit dem Fahrrad ansteuern. Aus Wales stammt zudem der ehemalige Bönener Publikumsliebling Adam Robertson, der die Tischtennisfreunde mit seiner spektakulären Rückhand Anfang der Nuller Jahre aus der Oberliga in die 2. Bundesliga führte. „Adams Familie kommt aus der Nähe von Cardiff“, sagt Hürmann. „Die könnte ich vielleicht besuchen.“

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