Erkältung stoppt Kissings Traum von der DM-Medaille

Stina Kissing (rechts) übernahm in der zweiten Runde des 800-m-Rennens die Führung, musste aber im Schlussspurt passen.

Köln - Stina Kissing ist für die deutschen Jugendmeisterschaften der U16-Leichtathleten in Köln nicht mehr rechtzeitig fit geworden und im 800-m-Wettbewerb ausgeschieden. Ihre Schwester Annika Kissing, die sich überraschend über 300 Meter qualifiziert hatte, erreichte mit einem couragierten Lauf das B-Finale.

Für die Bönener Nachwuchs-Leichtathletin Stina Kissing sollte es der Höhepunkt der jungen Karriere werden: Bei ihrer ersten Jugend-DM galt sie als Mitfavoritin über 800 Meter. Aber der Start in Köln wurde zur großen Enttäuschung. Die Sommererkältung, wegen der sie am Vorwochenende sogar das Bett hüten musste, hatte die 15-Jährige zu sehr geschwächt.

Im Net-Cologne-Stadion unweit der Bundesliga-Arena des 1. FC Köln lief zunächst im 800-m-Vorlauf alles nach Plan. Die Bönenerin, die für den VfL Kamen startet, sortierte sich in der ersten Stadionrunde an zweiter Stelle ein, um das Feld zu kontrollieren. Nach 530 Metern übernahm Kissing die Führung und bog auch als erste auf die Zielgeraden ein. Doch statt dann wie gewohnt dann das Tempo zu verschärfen, um alles klar zu machen, ging schlagartig nichts mehr. „Die Beine wurden plötzlich schwer“, erzählt Stina Kissing hinterher. Sie hatte Mühe, ins Ziel kommen, fast alle Konkurrentinnen zogen vorbei. Mit 2:22 Minuten blieb sie sieben Sekunden unter ihrer Bestzeit und verpasste völlig erschöpft das Finale.

„Ich hatte schon in den letztem Tagen das Gefühl, dass mir die Leichtigkeit fehlt. Bereits beim Einlaufen hatte ich schwere Beine, aber ich wollte es einfach versuchen. Es war das große Ziel und natürlich bin ich enttäuscht“„, sagte Kissing.

Auch dem Trainerteam Holger July und Thomas Wilking war vorher klar gewesen, dass es trotz eines ordentlichen Abschlusstraining am vergangenen Mittwoch womöglich nicht reichen würde. „800 Meter sind eine Disziplin, für die man topfit sein muss.“ Statt eine Medaille zu erlaufen, saß Stina Kissing so am Sonntag beim Finale auf der Tribüne und konnte sich ausrechnen, dass sie in normaler Verfassung mindestens Zweite geworden wäre...

Ihre Zwillingsschwester Annika Kissing, die beim VfL Kamen Leichtathletik mit weniger Trainingsaufwand neben dem Reitsport betreibt, hatte sich für den 300-m-Wettbewerb qualifiziert. Dort lief sie im Vorlauf flott an und sicherte sich mit einem Finish, bei dem sie über Ziellinie stürzte, den vierten Platz in 42,81 Sekunden. Damit erreichte sie das B-Finale, bei dem sie nicht so gut aus dem Startblock kam, und sich mit einer Zeit von 43,01 nicht verbesserte. In der Gesamtwertung belegte sie immerhin Rang 15 unter den schnellsten deutschen Nachwuchsathletinnen. - tw

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