Ringen

Uwe Manz hofft auf die Olympischen Spiele in Tokio

Der Bönener Kampfrichter im Ringen, Uwe Manz, bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro.
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Der Bönener Kampfrichter im Ringen, Uwe Manz, bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro.

„New York, Rio, Tokio“ blieb der einzige Charthit von Trio Rio aus den 80er Jahren. London, Rio, Tokio sind die wichtigen Stationen im sportlichen Leben des Bönener Kampfrichters Uwe Manz.

Bönen - Die japanische Hauptstadt ist in diesem Jahr Austragungsort der Olympischen Spiele. Und Manz hat gute Chancen auf seine dritte Olympia-Teilnahme auf und neben der Ringermatte.

Eine Teilqualifikation hat Manz schon hinter sich. Nach der Weltmeisterschaft in Kasachstan 2019 und der Europameisterschaft in Rom ist der Bönener gut dabei. „Man hatte aber entschieden, dass man noch die beiden Qualifikationsturniere der Ringer in Budapest und die Weltquali, die letzte Chance der Ringer, sich zu qualifizieren, dazu nimmt. Und dann ist ja alles ausgefallen wegen Corona“, erzählt er von einer Art Odyssee. Die große Frage: Wie machen wir weiter? „Im Ringerbereich hat ja so gut wie gar nichts stattgefunden.“ Die als Ersatz geplante Weltmeisterschaft fand wenig Resonanz, an der Alternative, dem Worldcup, konnte Manz aus persönlichen Gründen nicht teilnehmen. „Ich habe mich befreien lassen, hatte das Glück, dass der Worldcup im Dezember 2020 in Belgrad, dann doch nicht als Qualifikation gewertet wurde.“

Nun hieß es: Die Teilnahme an der Europameisterschaft, geplant im Februar, sei obligatorisch. Die EM wurde in den April verschoben. Nun steht Manz mit den übrigen verbliebenen 55 Kampfrichtern zunächst im März beim verlegten europäischen Qualifikationsturnier in Budapest auf der Matte. Anschließend folgt Ende April das Pendant für die ganze Ringerwelt in Sofia. Anschließend sollen die 45 Kampfrichter ermittelt sein, die nach Asien reisen werden. „Die Europameisterschaft soll, ich glaube, in der zweiten Aprilwoche auch noch durchgezogen werden. Da werden aber dann die Ringer teilnehmen, die sich für kommende internationale Turniere empfehlen wollen.“ Es sei eine Talentschau, „so die typische U23, die sich in den kommenden Olympiazyklus für 2024 in Paris begibt“. Maßgeblich für die Kampfrichter sei dieser Wettbewerb nicht. Entscheidend seien die Qualifikationsturniere. „Nach Sofia werden noch zehn Kandidaten gestrichen.“

Manz sieht die Chancen bei 50 Prozent

„Grooving, moving, shaking“, so eine Textzeile des Trio-Rio-Songs, heißt es hoffentlich im Sommer 2021 für Manz. Wenn nicht, wie 2020, die Corona-Pandemie dazwischen haut, läuft der Bönener am 23. Juli ins Nationalstadion in Tokio ein. Dass die Spiele stattfinden werden, steht für den Präsidenten des Olympischen Komitees, Thomas Bach, und die japanische Regierung bisher außer Frage. Gespanntes Abwarten heißt es also wieder für Manz. Tokio 2020 wurde erst Ende März vergangenen Jahres abgesagt.

„Ich sehe die Chancen, dass Olympia stattfindet, bei 50 Prozent“, sagt Manz. „Man wird sehen, wie es sich mit der Impfung entwickelt.“ Beim Weltcup im November in Belgrad hätte das Leben „in der Blase“ gut geklappt. Die Aufenthaltsorte für die Teilnehmer beschränkten sich auf Hotel und Kampfstätte.

Praxis sammeln müssen auch Kampfrichter. Im Ringen hat 2020 quasi nichts stattgefunden. „Wir hatten aber drei Kadersichtungsturniere. Die Profiringer, also die im A- oder B-Kader, durften ja alle weiter trainieren“, erklärt Manz. „Das waren abgespeckte Veranstaltungen, wir reisten als fünf, sechs Kampfrichter an, hatten einen hohen hygienischen Standard, standen zum Beispiel mit elektronischer Pfeife auf der Matte, Mund- und Gesichtsschutz, waren nach dem Turnier sofort wieder weg.“ Auch die Bundesliga der Ringer verzeichnete sechs Kampftage. „Ich hatte auch einen Kampf, Anfang September“, sagt der Bönener. „Es waren aber unheimlich wenig Kämpfe, es wurde den Vereinen freigestellt, teilzunehmen.“

Vorbereitung in Nizza

Manz fühlt sich gut vorbereitet auf Olympia. „Ich war jetzt in Nizza.“ In Südfrankreich fand im Januar 2021 ein internationales Turnier statt. „Das war ein Test für einen Ablauf unter Coronabedingungen und für die Ringer, die Wettkampfbedingungen kennenlernen konnten“, erklärt Manz. „Ich persönlich fand es auch absolut wichtig, mal wieder dieses Feeling zu bekommen“, sagt der 56-Jährige. „Die Quali ist dann nicht mehr so trocken aus dem Hut. Man muss dieses zeitliche Feeling wieder finden, wann greift man in welcher Situation ein. Das Technische an sich, die Regeln sind ja drin, das verlernt man nicht.“

Aus Deutschland sicher dabei ist Antonio Silvestri als Chef der Kampfrichter aus aller Welt. Manz selbst ist zuversichtlich, in Tokio dabei zu sein. „Dann kommt wahrscheinlich noch ein junger Kollege dazu. Jeffrey Spiegel hat bisher eine gute Performance hingelegt.“

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