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TuS nur mit Rumpfkader zum neuen Meister

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Von: Boris Baur

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Nach einem 0:14-Rückstand drehte Jan Mentler den Spieß noch um und gewann auf Schultern.
Nach einem 0:14-Rückstand drehte Jan Mentler den Spieß noch um und gewann auf Schultern. © Markus Liesegang

Die Mehrheit der Kämpfe gewonnen, aber am Ende dennoch deutlich verloren: Eine zu lange Ausfallliste kostete die Ringer der TuS Bönen im Spitzenduell beim KSV Hohenlimburg die realistische Siegchance und führte zu einer 20:-51-Niederlage der Bönener, die dem Gastgeber zwei Spieltage vor dem Saisonende die vorzeitige Meisterschaft in der Bezirksliga Westfalen bescherte.

Hagen – Da die TuS schon im Hinkampf unterlegen war, gratulierten die auf Rang zwei liegenden Gäste bei vier Punkten Rückstand dem Gegner zum Titel, denn es zählt der direkte Vergleich. Allerdings hatte der Ringerverband ohnehin wegen der Corona-Pandemie im Vorfeld festgelegt, dass es in diesem Jahr keinen Auf- und Abstieg geben wird.

Schon im Vorfeld war klar, dass das Aufgebot der Bönener in Hohenlimburg klein sein würde. Zu viele Verletzte und Kranke sowie die neu eingeführte 2G-Regel reduzierten den Kader auf ein Minimum. Lediglich weil der zuvor einige Wochen krank fehlende Oguz Aydinoglu mitfuhr, kam es überhaupt zu einem Mannschaftskampf. Aydinoglu, der seine erste Saison bestreitet, stand in 98 kg Alexander Volkov gegenüber, der zuvor nur einmal verloren hatte. Nach einer Minute musste der Bönener einsehen, dass nichts zu holen war und er gab auf. Im zweiten Kampf ging er direkt von der Matte.

Vier Klassen unbesetzt

Im Vorfeld hatte bei der TuS noch Hoffnung auf Einsätze von Selimsolta Muluev, Devid Stabel sowie Stefanie Krampe bestanden, doch alle drei fehlten. Mit den seit Saisonbeginn bestehenden Personalproblemen in 66 kg blieben so vier Gewichtsklassen unbesetzt und es war bereits die Entscheidung gefallen. Hohenlimburg hatte 44 Punkte kampflos erhalten, Bönen konnte nur noch 30 holen.

Dementsprechend hoch ist der Rest des Mannschaftskampfes zu bewerten. In der ersten Runde siegten nämlich Sergej Didrich gegen Hamid Sagidov (75 kg Freistil), Jan Mentler gegen Ahmet Yigit Sekmen (86 griechisch-römisch) und Markus Balk gegen Jan Philipp Rasper (130 kg Freistil) jeweils auf Schultern. Zur Pause stand es also lediglich 22:15. „Da war es knapp“, wie Trainer Sebastian Strzalka befand. Mentler fügte Sekmen dabei die erste Saisonniederlage zu, nachdem er auch beim Stand von 0:14 nicht aufgegeben hatte und seinen Gegner erst kurz vor der Halbzeit in eine Schleuder bekam und das Gleiche wenig später mit einem Erfolg auf Schultern krönte.

Didrich erst triumphierend, dann ungestüm

Balk, der diesmal im Schwergewicht aushalf, ließ sich auch nicht davon stören, dass sein Kontrahent körperlich überlegen war. Nach rund zwei Minuten hatte er ihn in beiden Stilarten auf die Schultern gelegt. „Das hat er gut gelöst“, lobte Strzalka. Didrich trumpfte zunächst gegen Sagidov groß auf, trat in der zweiten Runde gegen Ali Yaqubov jedoch „zu ungestüm auf“, so Strzalka. Er wurde ausgekontert und nach nur 39 Sekunden selbst auf den Rücken befördert. Auch Mentler bekam es mit einem anderen Gegner zu tun. Baris Benk war technisch und kräftemäßig besser als er, doch immerhin ging der Bönener über die volle Zeit, gab bei einem 6:10 nach Wertungen letztlich nur zwei Mannschaftspunkte ab.

Die Ergebnisse

1. Runde: 75 kg Freistil Sadigov - Didrich 0:5 (Schulter), 86 kg griechisch-römisch: Sekmen - Mentler 0:5 (Schulter), 98 kg F: Volkov - Aydinoglu 5:0 (Aufgabe Aydinoglu), 130 kg GR: Rasper - Balk 0:5 (Schulter)
2. Runde: 75 kg GR: Yaqubov - Didrich 5:0 (Schulter), 86 kg F: Benk - Mentler 2:0 (10:6 Punkte), 98 kg GR: Volkov - Aydinoglu 5:0 (Aufgabe Aydinoglu), 130 kg F: Rasper - Balk 0:5 (Schulter)
Dazu gewinnen Bobek (57 kg), Abaszada (61 kg), Wulfert (66 kg) und F. Manz (65 kg Frauen) gewinnen jeweils beide Kämpfe kampflos mit 10:0.

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