1. wa.de
  2. Sport
  3. Bönen

TTF-Jungen: Kein Deutscher Meister, aber ein Platz auf dem Podest

Erstellt:

Von: Jan Lüke

Kommentare

Marius Goebel (links) überzeugte bei den Mannschaftsmeisterschaften in Salzhemmendorf und freute sich mit den TTF über Rang drei.
Marius Goebel (links) überzeugte bei den Mannschaftsmeisterschaften in Salzhemmendorf und freute sich mit den TTF über Rang drei. © Markus Liesegang

Aus dem Traum vom großen Finale wurde nichts, aber auch mit dem Sieg im kleinen Finale gelang der Jungen-Mannschaft der TTF Bönen einer der größten Erfolge der Vereinsgeschichte.

Bönen - Bei den deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Jugend in Salzhemmendorf (Niedersachsen) sind die Jungen 18 der Bönener am Wochenende Dritte geworden. Im Spiel um Platz drei bezwangen die TTFler Titelverteidiger Hertha BSC Berlin deutlich 6:1 – und beendeten den Wettbewerb auf dem Podest.

„Das ist ein herausragendes Ergebnis zum Saisonabschluss“, sagte TTF-Trainer Walter Darenberg, der das Team in der Nähe von Hameln betreute. Unter die Freude mischte sich allerdings die Enttäuschung über eine vergebene Chance, denn für Bönen wäre sogar noch mehr möglich gewesen: Am Sonntagmorgen waren die TTFler nur sehr knapp am Einzug ins Endspiel gescheitert.

Bei der 4:6-Niederlage gegen SV Windhagen (Rheinland-Pfalz) hatten die Tischtennis-Freunde gute Chancen, als Herausforderer des großen Favoriten MTV Jever ins Finale einzuziehen. „Wir hätten es gerne ins Endspiel geschafft, auch wenn wir dort klarer Außenseiter gewesen wären“, sagte Darenberg.

Starker Start am ersten Turniertag

Am ersten Turniertag waren die Bönener sehr gut in den Wettbewerb gestartet: Am Samstag gewann der Gruppenfavorit souverän seine Auftaktpartien gegen den TTC SR Hohenstein-Ernstthal (Sachsen) und den bayerischen Vertreter TSV Gräfelfing. Während Hohenheim den TTFlern durch seinen überragenden Spitzenspieler Karl Zimmermann, der sowohl Marius Goebel als auch Toni Ramljak in fünf Sätzen besiegte, zwei Punkte abtrotzte, ging Gräfelfing bei der 0:6-Niederlage gegen die Bönener komplett leer aus. Das letzte Gruppenspiel gegen das ebenfalls ungeschlagene Team von Hertha BSC Berlin musste somit über den Gruppensieg entscheiden. „Auch da waren wir voll auf der Höhe“, sagte Darenberg über den letztlich ungefährdeten 6:3-Erfolg. Zwar mussten sich Tyson Tan Hasse und Marius Goebel im gemeinsamen Doppel sowie im Anschluss jeweils einmal im Einzel geschlagen geben, in Gefahr geriet der Bönener Gesamtsieg gegen die Hauptstädter aber zu keinem Zeitpunkt.

Bönen zog als Gruppensieger ins Halbfinale weiter – und verhinderte damit auch ein vorzeitiges Aufeinandertreffen mit dem Favoriten Jever. Stattdessen wartete Windhagen. „Wir wussten, dass es ein 50:50-Spiel wird“, sagte Darenberg. Und so kam es denn auch. Bis zum 3:3 blieb der Spielstand ausgeglichen. Für Bönen hatten bis dahin Ramljak/Milad Osmani im Doppel (3:2 Sätze Mesenholl/Stanolaya Wu) sowie der starke Goebel (3:1 gegen Windhagens Spitzenspieler Stefanidis) und Tan Hasse (3:0 gegen Stanolaya Wu) gepunktet. Die Partie schien auch in der Folge ausgeglichen zu bleiben: Zwar verlor Ramljak gegen Stefanidis (0:3), doch Goebel lag gegen Keßler 2:0 nach Sätzen vorne – und stand kurz vor dem erneuten Ausgleich für seine Bönener. Doch als Goebels Einzel kippte, kippte auch die gesamte Partie. Der Windhagener Keßler drehte den 0:2-Satzrückstand in einen 11:9-Erfolg im fünften Durchgang und stellte für sein Team auf 5:3 im Gesamtstand. Den ersten Zwei-Punkte-Vorsprung der Partie ließen sich die Rheinland-Pfälzer nicht mehr nehmen: Zwar verkürzte Tan Hasse (3:0 gegen Mesenholl) noch einmal auf 4:5, doch mit Milad Osmanis Niederlage gegen Stanolaya Wu (0:3) war das Ausscheiden der TTFler besiegelt. „Es haben Kleinigkeiten entschieden – leider gegen uns“, bilanzierte Darenberg.

Ramljak und Tan Hasse siegen zum Abschied

Trotz der schmerzhaften Niederlage ließen die Bönener im Spiel um Platz drei eine bemerkenswerte Leistung folgen. In der Wiederauflage des Gruppenspiels vom Vortag dominierten die TTFler den Sieger der bislang letzten ‚Deutschen‘ von 2019. Toni Ramljak und Tyson Tan Hasse, die den Verein zum Saisonende verlassen werden, führten das Team in ihrem letzten Spiel für die Tischtennis-Freunde zu einem ungefährdeten 6:1-Erfolg. Am Nachbartisch musste derweil auch Bönen-Bezwinger Windhagen die Überlegenheit des MTV Jever anerkennen, der sich zum Deutschen Meister kürte.

Auch interessant

Kommentare