Fußball

Tränen nach dem Abpfiff

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Gültekin Ciftci, hier beim Spiel gegen die IG Bönen, nahmen die vergangenen Tage emotional sehr mit. 

Bönen - Als der Abpfiff ertönte und alle Hoffnungen dahin waren, schlugen bei Gültekin Ciftci die Emotionen voll durch. „Bei mir sind Tränen geflossen. Da ist alles hochgekommen“, sagte der Trainer des TSC Kamen nach der 0:1-Niederlage gegen die SG Alemannia Scharnhorst im Relegationsrückspiel, die gleichbedeutend mit dem Nichtaufstieg in die Fußball-Bezirksliga war.

Bönen J Als der Abpfiff ertönte und alle Hoffnungen dahin waren, schlugen bei Gültekin Ciftci die Emotionen voll durch. „Bei mir sind Tränen geflossen. Da ist alles hochgekommen“, sagte der Trainer des TSC Kamen nach der 0:1-Niederlage gegen die SG Alemannia Scharnhorst im Relegationsrückspiel, die gleichbedeutend mit dem Nichtaufstieg in die Fußball-Bezirksliga war. Der Bönener war nicht der Einzige, der seine Gefühle wegen der drückend schweren Last der vergangenen Tage mit dem Tod des 26-jährigen TSC-Spielers Fatih Dündar nicht mehr kontrollieren konnte. Viele Kamener weinten und mussten von Freunden aufgebaut werden. „Die ganze Saison war umsonst. Fatih ist umsonst gestorben. Das tut innerlich sehr, sehr weh. Der Junge wollte unbedingt aufsteigen“, meinte Ciftci eine Stunde nach der Partie: „Wir wollten das für ihn schaffen, aber mehr ging nicht.“

Seit dem Ende der regulären Spielzeit waren die Kamener in einem emotionalen Ausnahmezustand. Erst die Vorfreude auf das Entscheidungsmatch der beiden heimischen A-Liga-Meister am Donnerstag vor einer Woche, das die IG Bönen dramatisch im Elfmeterschießen gewann, in der darauffolgenden Nacht der Herztod von Dündar. Das für Vorsonntag angesetzte Hinspiel wurde verschoben. Am Montag vor einer Woche waren Trainer und Spieler bei der Beerdigung. Am Dienstag war die Mannschaft bei Dündars Eltern, um ihr Beileid auszudrücken. „Das war sehr emotional“, erzählte Ciftci. Am Mittwoch führten er und sein Trainerkollege Tuncay Sömnez mit allen Akteuren Gespräche, stellten Jedem frei, ob er bei den Begegnungen am Freitag und Sonntag auflaufen möchte. Alle wollten, auch angeschlagene Spieler wie Ahmet Keske, Tutku Tekkanat oder der noch nicht genesene Torjäger Engin Duman bissen auf die Zähne. „Wir wollten alles geben, damit wir uns keinen Vorwurf machen können. Aber die Anspannung war zu hoch, vor allem für unseren jungen Spieler“, sagte Ciftci.

Orhan Dündar trug in den Partien die Rückennummer 8, das Trikot seines Bruders. Die Nummer soll laut Ciftci beim TSC künftig nicht mehr vergeben werden. Doch der Traum vom Aufstieg platzt durch ein 0:0 und ein 0:1 gegen Scharnhorst. „Es ist so schade um die Truppe“, meinte Ciftci, der sich grundsätzlich über die Regelung aufregte, dass der Meister nicht aufsteigt: „Das ist ein Quatsch für alle Mannschaften dieses Scheiß-Entscheidungsspiel, um es mal auf Deutsch zu sagen.“ Schon jetzt steht allerdings fest, dass der Kreis Unna-Hamm auch in der kommenden Saison nur 1,5 Aufstiegsplätze zur Verfügung hat (siehe Lokalsport Hamm).

Mannschaft muss erst einmal abschalten

„Wir haben kein Spiel verloren in der Liga“, betonte Ciftci und fügte fast trotzig hinzu: „Das nimmt uns keiner mehr“ Dennoch muss der TSC in der nächsten Spielzeit wieder in der Kreisliga A antreten. „Wir werden eine schlagkräftige Mannschaft stellen. Fast alle bleiben. Wir wollen alles tun, damit wir wieder oben mitspielen“, sagte der Trainer kämpferisch. Er berichtete, dass viele Spieler sich solidarisch mit dem TSC erklärt hätten und für den Verein auflaufen wollen.

Bis dahin wollen die Kamener den Kopf frei bekommen. „Es ist wichtig, dass wir runterkommen“, so Ciftci, der mit Sömnez den Start in die Vorbereitung um eine Woche nach hinten verschoben hat. „Das wird nicht spurlos an uns vorbeigehen“, weiß der Bönener, der mit seiner Mannschaft am Sonntagabend von Fatih Dündars Familie zum gemeinsamen Fastenessen eingeladen worden war. 

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