Sportentwicklungsplan soll trotz Corona-Krise umgesetzt werden

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Dirk Presch

Die vom Rat der Gemeinde beschlossenen Investitionen von knapp 4,5 Millionen Euro für die Bönener Sportstätten werden fließen - trotz Corona-Krise. Das glaubt zumindest der Vorsitzende des Gemeindesportverbandes (GSV), Dirk Presch.  

Bönen – Bis Februar 2020 freute sich Dirk Presch über eine positive Entwicklung des Sports in der Gemeinde Bönen. Der vom Vorsitzenden des Gemeindesportverbands angeregte Sportstättenentwicklungsplan wird dem TVG Flierich-Lenningsen einen neuen Rasenplatz direkt an der Ermelingschule bringen. Gutachter Dr. Günther Breuer brachte gute Argumente für die Umsiedlung der SpVg Bönen und der IG an den Zechenturm. Der Gemeinderat stimmte dem entsprechenden Haushaltsentwurf 2020/21 zu. Dann kam Corona. Und die Frage, ob denn die Investitionen von knapp 4,5 Millionen Euro trotz der Folgekosten der Krise noch zu stemmen seien.

Er habe in der vergangenen Woche mit Fachbereichsleiter Robert Eisler telefoniert, sagt Presch. Und er erfuhr, dass die Planungen weiterlaufen. Durch personelle Engpässe, weil die Bönener Verwaltung mit anderen Dingen zu tun habe, schleppender als vorher. Dass die neuen Platzanlagen kommen werden, ist auch für Bürgermeister Stephan Rotering keine Frage: „Die Investitionen sind in den Haushalt eingestellt.“ Dass die Konsolidierung des Haushalts durch die durch das Virus verursachten Kosten ad acta gelegt werden muss, ist Rotering natürlich bewusst. „Wir müssen schauen, es wird sicher an anderer Stelle, bei den konsumtiven Kosten, eingespart werden müssen.“

Bund und Land müssten den Kommunen da helfen, fordert Presch. Durch das Zurückfahren der Produktion und die Kurzarbeit würden Gewerbesteuer- und anteilige Einkommenssteuereinnahmen sinken. Der GSV-Vorsitzende sieht ein weiteres Problem. „Was ist denn, wenn die Firmen die Krise nicht überleben. So viele gibt es ja nicht, die Sportanlagen zum Beispiel mit Kunstrasen bauen können.“ Presch sieht Kapazitätsprobleme auf Anbieterseite. „Aber das sind Luxusprobleme – dann bekommen wir die Plätze eben ein Jahr später.“

Sportler kündigen Mitgliedschaften nicht

Nach seiner Kenntnis hätten die Bönener Sportvereine momentan kaum Schwierigkeiten. „Die Sportler stehen zu den Vereinen, kündigen ihre Mitgliedschaft nicht“, sagt Presch. Das sei nicht überall so. Der Landessportbund (LSB) sei in Gesprächen mit der Staatskanzlei in Düsseldorf bezüglich einer Soforthilfe für Vereine in Notlagen. „Wer hier in Bönen Probleme hat, kann mir eine Mail schicken, die dann über den Kreissportbund (KSB) an den LSB weitergereicht wird“, so der Bönener. „Ich habe in jedem Fall den Eindruck, LSB und auch KSB Unna kümmern sich.“ Presch ist dahingehend zuversichtlich, dass der Sport die Krise überstehen wird. Sport sei ein wichtiger, so genannter weicher Standortfaktor. „Viele junge Familien wissen, dass hier eine gute Infrastruktur bei den Sporthallen, Vereinen, den Schulen und Kindergärten vorherrscht. Die Leute aus dem Ruhrgebiet ziehen auch wegen der geringeren Grundstückspreise verstärkt nach Bönen.“ Ein Pfund, das man nicht leichtfertig aufgeben werde.

Auch TV RW Bönen profitiert

Dazu passt auch, dass der Tennisverein RW Bönen vom Landesprogramm „Moderne Sportstätten 2022“ profitieren wird (WA berichtete). Die Anträge wurden mit Hilfe des KSB ausgefüllt. Die Anlage am Südfeld soll für insgesamt 220 000 Euro (inklusive Eigenanteil) saniert werden. Der GSV werde das Geld in Tranchen für einzelne Maßnahmen an den Verein auszahlen. „Ich habe alle Vereine angeschrieben, aber der Tennisverein ist bisher der einzige in Bönen, auf den die Kriterien der Mittelvergabe zutrafen, die Anlage gehört dem TV RW.“ Nicht die komplette Summe auszuzahlen, halte dem GSV ein Türchen offen, um eventuell andere zu bedenken. Falls von den 300 000 Euro, die das Gremium insgesamt für Bönen verwaltet, bis 2022 etwas übrig bleiben sollte, könne man auch ein Projekt wie einen Outdoor-Fitnessparcours am Zechenturm fördern. Der steht nämlich auch auf dem Wunschzettel, den Breuer bei der Erstellung seines Bedarfsplans zu hören bekam.

„Wenn das alles wahr wird, erfüllt sich der Traum einer perfekten Sportlandschaft in Bönen“, ist Presch zuversichtlich. Und das wäre dann ein Verdienst aller Beteiligten inklusive Politik – speziell des Sportausschusses, der Verwaltung und der jeweiligen Vereine. Den Zusammenhalt verspricht sich der Funktionär jetzt auch in den Bönener Sportvereinen. „Und nach Corona feiern wir dann ein riesengroßes Fest“, verspricht Presch.

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