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Trommeln für den Aufstieg der IG Bönen

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Von: Markus Liesegang

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Manchmal ist es selbst IG-Trainer Ferhat Cerci zu laut, wenn die IG-Anhänger auf die Trommeln hauen.
Manchmal ist es selbst IG-Trainer Ferhat Cerci zu laut, wenn die IG-Anhänger auf die Trommeln hauen. © Liesegang

Der Fanclub Taraftar Ariza sorgt für Stimmung bei den Partien der IG Bönen. Seine Mitglieder hoffen, dass sie schon in der kommenden Spielzeit in der Fußball-Westfalenliga für ordentlich Lärm sorgen können.

Bönen - Manchmal weicht Ferhat Cerci Richtung Mittellinie aus. Zu stark ist ihm der Schalldruck der drei Trommeln des Fanclubs namens Taraftar Ariza, der direkt hinter der Auswechselbank der IG Bönen platziert ist. Auf Dauer würden die Ohren schmerzen, meint der Trainer des Fußball-Landesligisten. „Aber eigentlich finde ich gut, dass wir die Leute haben, die uns unterstützen“, schiebt Cerci hinterher.

Nicht nur Trommeln kommen zum Einsatz

Im letzten Heimspiel gegen den VfL Senden nahmen die Anhänger des Tabellenführers Rücksicht auf den Trainer, unterbrachen die rhythmischen Schläge aufs Trommelfell, ließen poppigen Technobeat aus einem Ghettoblaster erschallen. „Den haben wir neu“, erklärt Mecnun Biyikli, einer der Initiatoren des Fanclubs. Das Gerät habe übrigens auch einen Mikrofonanschluss. „Ein Schlachtruf ist in Arbeit“, ergänzt der 45-Jährige. Angefangen habe es mit dem Fanclub schon beim Entscheidungsspiel um den Bezirksligaaufstieg zwischen der IG und dem TSC Kamen 2018. Biyikli erregte damals mit einem Orteingangsschild von Bönen Aufsehen. „Damals waren wir noch eine kleine Gruppe“, blickt er zurück, „aber die Aktion hat bei Facebook und Instagram Aufsehen erregt.“ Allerdings sei es in der Bezirksligasaison darauf ein wenig abgeflaut, „obwohl wir die Mannschaft da schon begleitet haben.“

In der Landesliga wollten die Taraftar – übersetzt heißt das Fans – die Sache wieder größer aufziehen. „Als normale Fangruppe, also ohne Banner und Trommeln haben wir die Mannschaft im ersten Jahr in der Dortmunder Staffel begleitet“, erklärt Biyikli. „Ich weiß aus meinen neun Jahren beim SV Hilbeck, dass die Unterstützung von den Fans einem die zweite und dritte Luft bringt“, erinnert sich der ehemalige Stürmer an seine aktiven Fußballerzeiten.

Botschafter für die Gemeinde

„Wir finden gut, dass eine solche Mannschaft in Bönen zuhause ist“, erklärt Biyikli weiter. „Das hat weniger damit zu tun, das wir uns als Türken mit einer größtenteils mit türkischen Spielern besetzten Mannschaft identifizieren. Sie spielen einfach gut, der Zusammenhalt in der Mannschaft ist groß und das wollen wir eben unterstützen. Außerdem ist der Verein ja ein Botschafter für die Gemeinde und wir sind ein Teil von Bönen. Es erregt schon Aufsehen, wenn wir in Roxel mit 30 Fans ankommen. Das sind mehr als die 20 eigenen Anhänger, die dort an der Bande stehen.“

Passend zu dieser Spielzeit haben die Bönener Fans um den ersten Ansprechpartner Sadi Turan und Biyikli richtig aufgerüstet. „Wir haben Banner entworfen, ich habe die Trommeln besorgt. Alles übrigens selbst bezahlt. Und wir begleiten die Mannschaft auch zu den Auswärtsspielen, auch wenn es wie nach Borken oder Altenrheine ja über eine Stunde Fahrt ist. Naja, ist ja bald vorbei“, blickt er Richtung Westfalenliga. Die Fahrten zu den Spielen auf der nächsten sportlichen Etappe der IG möchten die Fans dann gemeinsam mit einem kleinen Bus absolvieren.

Auf weitere Hardcore-Fans gespannt

Biyikli ist gespannt, ob es eine Liga höher mehr Hardcore-Fans gibt. „Es ist schon witzig, sich gegenseitig zu pushen. Die Sendener Fans hatten ja auch eine Trommel dabei, waren aber nur zu viert, aber voll in Ordnung“, erfreute sich der Bönener am letzten Heimspiel. Am 31. Oktober ertönte nicht nur erstmals der Ghettoblaster. Zahlreiche Kinder wuselten im Trikot am Rande des Rasenplatzes herum, darunter Biyiklis Nachwuchs. Tochter Rana (9) und Sohn Salim (7) spielen momentan beim RSV Altenbögge Handball. „Aber Salim will mit Fußball anfangen, wenn ich ihm ein Tor in den Garten gebaut habe.“

„Wir wollen nur guten Fußball sehen, die Mannschaft anfeuern, uns so auch ein bisschen abreagieren. Aber keine Randale, sondern Spaß haben“, fasst Biyikli zusammen, „und wir sind offen für alle, jeder kann mitmachen. Wir haben tatsächlich auch Anfragen aus Dortmund oder Schwerte.“

Kontakt

Wen der Fanclub der IG Bönen interessiert, der wendet sich per Mail an mecnunbiyikli0909@gmail.com.

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