Sven Kaczor löst Jürgen Serr beim VfK Nordbögge ab

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Sven Kaczor (rechts) folgt Jürgen Serr als Trainer des Tabellenletzten VfKNordbögge.

Bönen - Überrascht war Nordbögges Trainer Jürgen Serr schon – vom Zeitpunkt. Nach der Partie des Tabellenletzten gegen Eintracht Werne (0:1) teilte ihm der Vorstand mit, dass Sven Kaczor ab sofort seinen Job übernehmen wird. „Es ist natürlich eine schwierige Situation, in der sich die Mannschaft befindet, aber ich hätte gerne weitergemacht – es ging ja auch ein bisschen bergauf“, äußerte Serr am Tag danach. „Aber es ist letztendlich eine Entscheidung des Vereins.“

Gefasst aufgenommen hätte der Coach seine Entlassung. „Eigentlich wollten wir am Sonntag ja ein Gespräch darüber führen, wie es in der kommenden Saison weitergeht“, erklärte Nordbögges Vorsitzender Thorsten Würz. Der Plan, den Vertrag mit Serr über die Spielzeit hinaus nicht zu verlängern, bestand schon. Die Entscheidung zum „Cut“ sei im Vorstand aber erst am Samstag getroffen worden. Auf Kaczor sei man zunächst mit Blick auf die nächste Saison zugegangen. „Wir wollten die aktuelle mit Jürgen beenden“, so Würz.

Ein Umdenken brachte dann die Erinnerung an die vergangene Saison. Da brachte die Bekanntgabe, dass das Trainergespann Dennis Juraschuk und Kaczor zum Sommer ausssteigt, eine Lawine ins Rollen. Zahlreiche Leistungsträger guckten sich nach anderen Vereinen um. Das wollte der VfK diesmal verhindern.

„Wir waren uns mit Sven vorher einig für die nächste Saison“, erklärt Würz, „mit den Spielern haben wir auch schon Einzelgespräche geführt, der Kader ist zu halten.“ Außerdem hätte Kaczor, der ein paar Tage drüber schlafen musste, ob er denn frühzeitig einsteigt, auch einige Zusagen neuer Spieler für den Sommer. „Es war uns wichtig, einen Trainer zu finden, der Liga übergreifend arbeitet, also auch in der B-Liga, wenn wir absteigen.“

Die Mannschaft, die Jürgen Serr während der Spiele oft hart kritisierte, hätte nicht gemeutert und zum Trainer gestanden, so Würz. „Und für mich persönlich war es keine leichte Entscheidung, ich kenne Jürgen ja schon seit 20 Jahren.“

Und Serr kann mit der Entscheidung des Nordbögger Vorstands leben: „Ich muss es zwar erst mal sacken lassen, aber jeder in diesem Geschäft kennt die Mechanismen. Ich denke, der neue Trainer soll einen neuen Reiz erzeugen.“

Er selbst will jetzt erst einmal persönlich fit werden, um bei Spielen in der Traditionsmannschaft von Preußen Münster einen guten Eindruck zu hinterlassen. „Ich gehe nicht im Bösen“, sagt Serr. Er und die VfK-Verantwortlichen könnten sich noch in die Augen schauen. „Und ich denke, dass mein Sohn Steffen, Philipp Rudolf und Sascha Frey die Saison in Nordbögge zu Ende spielen – die haben meinen Charakter, schmeißen nicht hin.“

Und Kaczor? „Ich sehe mich aber nicht als Retter. Realistisch betrachtet wird der Klassenerhalt schwierig“, erklärt er, „in der neuen Saison jedenfalls gibt es einen kompletten Neustart.“

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