Sportgala

Sportler des Jahres kommt aus Bönen

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Jan-Philipp Struck (weißes Hemd) wurde zum Sportler des Jahres gekürt.

Unna – Zum zweiten Mal ist der Titel „Sportler des Jahres“ nach Bönen gegangen. Jan-Philipp Struck von den Lauffreunden wurde am Samstag auf der Sportgala des Kreises, in der Erich-Göpfert Stadthalle zu Unna ausgerichtet vom Kreissportbund, zum besten Athleten 2018 gekürt worden. Die B-Junioren des RSV Altenbögge mussten sich mit Rang zwei begnügen. 2017 hatte Rennrollstuhlfahrer Denis Schmitz gewonnen.

Auf der Bühne mit Olympia-Sieger Jonas Reckermann hatte Struck noch locker gescherzt, als dann sein Name vorgelesen wurde und Bürgermeister Stephan Rotering die Laudatio hielt, war er dagegen fast sprachlos. „Verrückt. Es war ja sowieso schon irre, dass ich hier stehe“, so der Bönener Ultraläufer angesichts der Konkurrenz. „Das ist ein kleiner Meilenstein in meiner noch jungen Karriere.“

Struck verwies den Junioren-Weltmeister im Vierer-Bob Pablo Nolte aus Schwerte ebenso auf die Plätze wie Christian Jansen aus Lünen, der bei den Special Olympics Gold und Silber gewonnen hatte, und den einarmigen Schwimmer Adam Karas aus Unna, der neun Medaillen (viermal Gold) bei der DM geholt hatte. Alle drei belegten gemeinsam Rang drei, weil sie von der 13-köpfigen Jury die gleiche Punktzahl erhielten. Struck gewann den Preis „UNion“ für seinen zweiten Platz bei der deutschen Meisterschaft im 24-Stunden Trailrunning, wo er 127 Kilometer und 4027 Höhenmeter bewältigte, und seinen Sieg beim Sechs-Stunden-Lauf in Herne.

Sportgala im Kreis Unna

"100-fach mit Schweiß bezahlt"

Rotering zollte dem Lauffreund in seiner Rede größten Respekt. Er habe etwas geschafft, „bei dem die meisten von uns – und ich schließe mich da ein – nicht ins Ziel gekommen wären“. Der Bürgermeister gratulierte: „Die Ehrung hast du verdient und 100-fach mit Schweiß bezahlt.“

Mit Reckermann plauderte Struck zuvor ganz locker. „Ich bin einfach Ultraläufer, da sind 127 Kilometer normal“, so der Bönener: „Ich gehe sonntagmorgens um 5 Uhr raus und bringe um 11 Uhr die Brötchen mit.“ Dass die Sportlerinnen als Erste an der Reihe gewesen waren, half ihm. „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass jeder ein Interview geben muss.“

Glückwünsche erhielt Struck auch von Dirk Presch, dem Vorsitzenden des Gemeindesportverbandes und von seinen Vereinskollegen bei den Lauffreunden.

Jonas Reckermann kennt die Sportszene im Kreis mittlerweile

Bereits zum dritten Mal führte der ehemalige Beachvolleyball-Star Jonas Reckermann als Moderator kurzweilig und kundig durch die knapp dreistündige Gala. Einige Sportler erkannte er aus den Jahren wieder und knüpfte an die damalige Unterhaltung an.

Bei den Sportlerinnen des Jahres fehlten allerdings zwei der drei Nominierten. Slalom-Kanutin Zoe Jakob von KSV Schwerte war auf dem Weg zur Europameisterschaft in Litovsky-Mikulas (Slowakei), Radsportlerin Franziska Koch (RSV Unna) bestritt am Sonntag ein Rennen bei der deutschen Straßenrad-Meisterschaft auf dem Sachsenring. Da Koch nicht da war, kam Vereinskollege Lukas Liß stellvertretend nachträglich zur Ehre der großen Bühne. Als er im Vorjahr geehrt worden war, hatte er gefehlt.

Anna Schulte gewann den Titel Sportlerin des Jahres 2018 und damit den Preis "UNion".

Mit Korfball zur Sportlerin des Jahres

Die Gewinnerin war aber in die Stadthalle gekommen. Anna Schulte überzeugte die Jury als EM-Silbermedaillengewinnerin im Korfball und beste Scorerin der höchsten deutschen Korfball-Liga. Sie spielt für den Schweriner KC in Castrop-Rauxel. „Der Sieg bedeutet mir sehr viel“, sagte sie glücklich, dass ihre Randsportart in den Vordergrund gerückt wurde. Jakob wurde Zweite, Koch Dritte.

Bei den Mannschaften setzte sich König Fußball durch. Der Holzwickeder SC war in die Oberliga aufgestiegen und verwies damit Verbandsliga-Meister RSV Altenbögge und die Triathleten des TV Werne auf die Plätze. Die Bönener ärgerten sich jedoch nicht. „Ich bin einfach nur stolz auf meine Mannschaft. Man kann gar nicht beschreiben, was wir alles gegeben haben für unseren Erfolg“, sah Rückraumakteur Jonas Weige die Nominierung als Ehre an. Das Gefühl auf der Bühne sei „unbeschreiblich“ gewesen. Die Handballer traten einheitlich mit weißem Hemd, schwarzer Hose und weißen Schuhen auf.

Die B-Jugend-Handballer überzeugten im Einheitslook (vorne) und kamen auf den zweiten Platz bei den Mannschaften.

Sportler im Scheinwerferlicht

Von allen Athleten erhielten die Verantwortlichen vom KSB größtes Lob. Das Ziel des Vorsitzenden Klaus Stindt war also erneut gelungen, den Aktiven mit der Gala einen würdigen Rahmen zu geben. „Wir wollen die Sportler aus dem Kreis in das Scheinwerferlicht stellen“, sagte Stindt, der sich freute, dass mittlerweile alle Kommunen im Kreis teilnehmen. „Langsam wirkt das Format.“

Landrat Michael Makiolla zeichnete als Schirmherr der Veranstaltung die Stiftung „Kinderglück Dortmund“, die sich seit 2006 um bedürftige Kinder und Jugendliche kümmert und den KSB bei seinem Sommercamp unterstützt, mit einem Sonderpreis aus. Unter anderem verteilt der Verein 1800 Ranzen zum Start in die Schule.

Ehrenamt wird auch geehrt

Mit dem Sportsozialpreis wurden der Blindenlaufführer Gérard van den Elzen aus Unna, Christa und Werner Herrmann, die beim TVG Kaiserau seit 40 beziehungsweise 44 Jahren Sportabzeichen abnehmen, sowie verschiedene Fröndenberger Vereine für das Gesamtprojekt Integrations-Cup. Sie erhielten ebenso großen Applaus wie die beiden Showacts, die Breakdancer von „Reckless“ und Vertikaltuch-Tänzerin Shari Breitling von Circus Travados.

Am seidenen Vertikaltuch verzauberte Shari Breitling das Publikum bei der Gala.

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